Bankenfusion
Dahn/Bergzabern: VR-Bank will mit Volksbank Kaiserslautern zusammen gehen
Mit der Verschmelzung entstünde eine leistungsstarke Genossenschaftsbank mit über 60.000 Mitgliedern, die viel schlagkräftiger agieren und die Herausforderungen deutlich besser bewältigen könne, begründen die Banken ihre Entscheidung. Zu den Herausforderungen gehören insbesondere der unverändert niedrige Zins und die fortschreitende Digitalisierung. Die VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau (Bad Bergzabern) war erst 2017 entstanden aus der Fusion von R+V-Bank Dahn, VR-Bank Südliche Weinstraße und Raiffeisenbank Herxheim. Die neuen Verhandlungspartner, die regional aneinander grenzen, besitzen nach eigenen Angaben ebenfalls ein gemeinsames Werteverständnis sowie eine homogene geschäftspolitische Ausrichtung. Sie verfügten außerdem über ein wirtschaftlich gutes Fundament.
„Sehr erfolgreiches“ Jahr 2019
Auf Nachfrage erklärte eine Sprecherin der VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau am Freitag dazu, dass das Institut auf ein „sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2019“ zurückblicke. Dies drücke sich unter anderem aus in einem konstanten Zinsergebnis von rund 25,4 Millionen Euro, einem Kreditwachstum von rund acht Prozent und einer weiteren Steigerung des Provisionsergebnisses. Der Geschäftsbericht 2019 soll in Kürze veröffentlicht werden.
Die Bank beschäftigt – weitgehend unverändert im Vergleich zum Vorjahr – rund 250 Beschäftigte im reinen Bankbetrieb. Kurzarbeit ist dort derzeit kein Thema.
Die beiden Verhandlungspartner sind etwa gleich groß. Die VR-Bank SÜW-Wasgau zählt rund 70.000 Privat- und Firmenkunden, darunter 29.000 Mitglieder. Ihr Geschäftsgebiet erstreckt sich mit 16 Geschäfts- und sieben SB-Geschäftsstellen von Herxheim über Bad Bergzabern bis nach Dahn. Die Volksbank Kaiserslautern mit etwa 70.000 Privat- und Firmenkunden (darunter rund 32.000 Mitglieder) erstreckt sich mit 13 Geschäfts- und fünf SB-Geschäftsstellen sowie zwei Geldausgabeautomaten von Waldfischbach über Kaiserslautern und Ramstein bis nach Rockenhausen.
Künftig zweitgrößte Genossenschaftsbank der Pfalz
Mit einer Bilanzsumme von rund drei Milliarden Euro, fast 500 Mitarbeitern und rund 140.000 Privat- und Firmenkunden, darunter über 60.000 Mitglieder, entstünde nach der Verschmelzung die zweitgrößte Genossenschaftsbank in der Pfalz. Juristisch übernehmendes Institut soll die VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau sein, sofern die Vertreter zustimmen.
Die beiden Vorstandssitze werden wie bisher in Kaiserslautern und Bad Bergzabern sowie die Verwaltungsstandorte in Kaiserslautern, Rockenhausen, Dahn, Herxheim und Bad Bergzabern sein. Aufsichtsratsvorsitzender soll der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank Kaiserslautern, Jürgen Hammel, werden; Vorstandsvorsitzender der bisherige Vorstandsvorsitzende der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau eG, Marco Kern. Das Vorstandsgremium komplettieren Alexander Kostal, Peter Kullmann, Bernd Lehmann und Theofried Schmidbauer.
Die Aufsichtsratsmitglieder beider Banken gaben im März und April grünes Licht für Fusionsverhandlungen. Weitere Informationen und eine Entscheidung folgen in den jeweiligen Vertreterversammlungen, die aufgrund der Covid-19-Pandemie voraussichtlich erst im Herbst stattfinden werden.