Kreis Südwestpfalz „Da kommt ja gar nichts“

„Das kann man auf jeden Fall besser und anders machen.“ Davon ist David Betz überzeugt. Deshalb will der Journalist Bürgermeister in Contwig werden und verspricht eine neue Art der Politik. Überzeugen will der Kandidat der SPD mit Visionen und frischem Wind.
Den anderen Parteien wirft er das Gegenteil vor, nämlich ideenlos Dienst nach Vorschrift zu machen. „Ich bin maßlos enttäuscht und entsetzt, dass die anderen Parteien keinen Inhalt anbieten. Da kommt ja gar nichts. Ich verstehe Politik als Wettbewerb der besten Ideen. Und der Wähler entscheidet, wer gewinnt. Aber die anderen entziehen sich ja dem Wettbewerb. Wie kann man so ohne Visionen antreten? Politik muss mehr sein als das Erfüllen von Pflichtaufgaben, das man danach auch noch als Erfolg verkauft“, schimpft der 38-Jährige. Als Journalist habe er seit seinem 18. Lebensjahr weit mehr als 100 Ratssitzungen begleitet. Einige gute Ideen seien im Gedächtnis geblieben. Imponiert habe ihm eine Gemeinde in Baden-Württemberg, in der die Bürger sich intensiv mit den Ratsmitgliedern austauschten und am Ende eine Prioritätenliste erstellt wurde, die Rat und Bürgermeister Punkt für Punkt abarbeiten mussten. So etwas will er im Falle einer Wahl in Contwig ebenfalls umsetzen. „In der Gemeinde ging es danach rasant voran. Das hat dem ganzen Ort etwas gebracht, die Bürger standen dahinter, und die Akzeptanz der Politik stieg ebenfalls“, erzählt Betz. So seien etwa eine Kaltsporthalle entstanden, im Prinzip ein eingefasster Hartplatz, der bei jedem Wetter nutzbar ist, und der Streit um ein Gewerbegebiet beigelegt worden. Weiter stellt sich Betz einen Politik-Stammtisch einen Tag nach jeder Ratssitzung vor, bei dem sich die Ratsmitglieder mit den Bürgern austauschen. „Die Leute muss man aktiv informieren“, findet Betz. Bürgerentscheide, bei denen nur mit Ja oder Nein für eine Sache gestimmt werden kann, findet er indes wenig hilfreich. „Da gewinnt immer der, der am besten wirbt. Nicht die beste Idee.“ Versuchen würde sich der Contwiger hingegen an einem Wer-hilft-wem-Verein, wo sich Bürger gegenseitig mit kleinen Gefallen und Tätigkeiten unterstützen. Außerdem will er in den Ortsteilen Contwig und Stambach im Wechsel einen Flohmarkt sowie einen Markt für regionale Produkte etablieren, ein Gewerbegebiet für den Mittelstand ausweisen „und das Park-Chaos rund um die IGS und Grundschulen beheben. Wie weiß ich noch nicht, aber das Thema darf man nicht ignorieren“, sagt Betz. Langfristig will er, dass Contwig weit über das Muss kinder- und familienfreundlich wird. Dazu gehört für ihn, dass die Öffnungszeiten der Kindergärten zu den Arbeitszeiten der Eltern passen, „und wir müssen uns etwas für die Ferien überlegen. Niemand hat so viel Urlaub, wie die Kinder Ferien haben“, verdeutlicht der Contwiger, wo vielen berufstätigen Eltern der Schuh drückt. Auch dürfe sich das Dorf nicht darauf ausruhen, vom Altersschnitt her jüngste Gemeinde der Verbandsgemeinde zu sein. „Jetzt kommt die eigentliche Arbeit. Was passiert mit den jungen Leuten im Alter zwischen Schulabschluss und Hausbau? Man muss sie für die Region begeistern, indem man ihnen Verantwortung übergibt. Wir dürfen die Talentierten nicht einfach ziehen lassen“, so Betz. Einsetzen will er sich auch für die Sanierung der alten B 10 („schlechteste Straße Deutschlands“) für mehr Augenmerk auf den Ortsteil Stambach („jahrzehntelang sträflich vernachlässigt“) und für Spielplätze in den Wohngebieten.