Kreis Südwestpfalz Da darf niemand zur falschen Zeit am falschen Platz sein
Funkenmariechen, Gruppenchoreografien, humoristische Jahresrückblicke, Piraten, barocke Schönheiten und jede Menge derbe Witze. Käshofen feierte am Samstagabend bis weit nach Mitternacht die Faschingsprunksitzung 2016 im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus.
Den Auftakt machten die beiden Funkenmariechen Annika und Madeleine der Homburger Narrenzunft. Die beiden Wirbelwinde begeisterten den Saal mit einer rasanten Tanz- und Balletteinlage, bevor man sich unter Sitzungspräsident Andreas Mohrbach dem Abendprogramm zuwandte. Neue Käshofer Prinzessin ist Michi Zimmer „von und zu Käse rollen“. Dass Fasching nicht nur aus gnadenlosen Breitseiten mehr oder weniger guter Witze und Gruppenschunkeln besteht, zeigte eindrucksvoll die komplizierte Choreografie „Wenn ich nicht auf der Bühne wär...“. Aus acht Einzelchoreografien formte sich in einer von Runde zu Runde größer werdenden Gruppe ein kompliziertes, ineinander greifendes Bewegungsballett. Bei dem durfte niemand zur falschen Zeit am falschen Platz sein, sonst „Zähne weg“. Für Lachanfälle quer durch den Saal sorgte Mohrbach als graziöse Ballerina im rosa Tüllröckchen. Die vom Publikum mit Nachdruck geforderte Zugabe geriet dann zur nochmaligen Steigerung der allgemeinen Belustigung schnell aus dem Takt. Für den närrischen Jahresrückblick sorgte Christian Clemens als „Käseblatt Reporter“, der minutenlang in Reimen ausführlich über die Käshofer Höhepunkte 2015 sprach. Sowohl über verhinderte Windkraftanlagen, die Bedeutung der Traktorgröße für die Bürgermeisterwahl („Je kleiner, desto besser, weil dann wohl kein Land für Windräder“), vermeintliche UFO-Sichtungen („War dann doch nur die 40 000 Watt Flutlichtanlage gegen Einbrecher“), den Weihnachtsmarkt ohne Schnee, Käshofer Geburtenkontrolle und gigantische Weihnachtsbäume, die den Stern von Betlehem auf die Sickinger Höhe bringen. Natürlich durfte auch eine angemessene Einweisung der in Käshofen untergebrachten Flüchtlinge nicht fehlen, die in bestem Käshofer Englisch an die Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten dieses beschaulichen Dörfchens herangeführt wurden. Dass sie irgendetwas davon verstanden haben, darf getrost bezweifelt werden. Dass man mit Alkohol einen Saal nicht nur abfüllen, sondern auch zum Lachen bringen kann, bewies Gerold Nicklas bei seiner Premiere als „Dorfpatron“. Ausführlich schilderte er das nicht ganz alltägliche Gespräch mit dem Narkosearzt vor seiner Gallenblasen-Operation („Trinken Sie?“ „Täglich.“ „Ich meine alkoholische Getränke.“ „Herr Doktor, ich auch.“). Nicklas erwies sich als derart trinkfest, dass der Arzt am Ende feststellte, er müsse „sichergehen, dass Sie nicht mitten in der OP aufwachen und nach der nächsten Runde fragen!“ Auch seine Begegnungen beim Spazierengehen inklusive Verführungstricks gab der Patron zum Besten. Aber natürlich sind alle Geschichten „frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit realen Käshofer Personen rein zufällig“, wie er zur Beruhigung der Anwesenden betonte. Nichts dem Zufall überlassen hat die „Seniorentanzgruppe Südwestpfalz“. Die trippelte als rüstige Rollatoren-Tanztruppe zu fetziger Rockmusik über die Bühne. Natürlich durfte bei so energiegeladenen Senioren auch „Rock around the Clock“ nicht fehlen. Dazu lässt sich auch auf dem Rollator tanzen. Auf Rollatoren nicht angewiesen waren die Mädels der Showtanztruppe Caipies, die zu „Burlesque“ als „Femme fatale“ tanzten. Den restlichen Abend teilten sich: Selina und Jennifer Manz als „Zwee Freundinne“, Mona Simon als „Es Trude vunn Kleebundebach“, Luka Roiger als „Der Jugendliche“, Heike Manz und Melanie Faust als rabiate „Masseurinne“, Edith Schneider und Lore Marhöfer als „Luwwies unn Gret“ sowie Angelika Vollmar und Iris Behr als „Schrille Schrulle“. Sie alle rissen allerhand teils derbe Witze und Sprüche über Käshofer Persönlichkeiten und Gegebenheiten, Ehe und Familie und das Leben auf dem Dorf im Allgemeinen. Für (Playback-)Musik sorgten Luka Roiger, Jennifer Manz und Dominik Veith als Dorfrocker, Melanie Faust und Heike Manz als Käshofer Cindy aus Marzahn und Roman Nicklas als Les Humprey. (sach) Die Gruppen „Wenn ich nicht auf der Bühne wär...“: Melanie Faust, Manuela Ahrens, Mona Simon, Heike Manz, Edith Schneider, Indra Nicklas, Luka Roiger und Andreas Mohrbach Seniorentanztruppe: Conni Schneider, Carina Kehrwald, Helga Müller, Lore Marhöfer, Iris Behr, Sabrina Ehrwald, Indra Nicklas, Edith Schneider und Manuela Ahrens