Südwestpfalz Corona: 100 neue Fälle und drei Tote

Während der Feiertage gab es weniger Tests und weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern, so das RKI. Deshalb seien die Zahlen
Während der Feiertage gab es weniger Tests und weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern, so das RKI. Deshalb seien die Zahlen nur bedingt mit denen der Vorwoche vergleichbar, warnen die Wissenschaftler.

Knapp 100 neue Corona-Fälle hat die Kreisverwaltung für die Weihnachtstage gemeldet. Drei Südwestpfälzer, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert waren, sind über die Feiertage gestorben.

Die Kreisverwaltung korrigierte am Sonntag Meldungen der vergangenen Tage, die auf mehr Neuinfektionen in der Südwestpfalz schließen ließen. Von 110 Infektionen zwischen Heiligabend und dem zweiten Weihnachtsfeiertag war die Rede gewesen. Doch am Sonntag wurden laut Kreissprecher André Schattner die Infektionsmeldungen, die dem Gesundheitsamt von den Testzentren und niedergelassenen Ärzten mitgeteilt wurden, nach einem Systemupdate neu eingegeben. Die über die Feiertage aufgelaufenen Fälle wurden erst am Sonntag ans Landesuntersuchungsamt (Lua) gemeldet. „Dieses Verfahren war vorab abgestimmt“, so Schattner. Nach Eingabe in das System wurden mehrere Angaben korrigiert: Wegen Umzügen, die vorher nicht erfasst waren, Nachtestungen und Fällen, die anderen Gesundheitsämtern zuzuordnen sind, verringerte sich die Anzahl der neuen Corona-Fälle, die der Südwestpfalz zugerechnet werden. Beispielsweise wurden dem Gesundheitsamt zuvor positive Ergebnisse von Nachtestungen gemeldet, das heißt, die betroffene Person war in der Statistik bereits als infiziert vermerkt, aber noch einmal getestet worden. Da die Mitarbeiter keinen Zugriff auf das System hatten, konnten sie nicht erkennen, dass das kein neuer Fall war, und meldeten ihn als Neuinfektion wieder. Diese Fehler seien nun bereinigt.

So werden nun 99 Infektionen für die vier Tage zwischen Heiligabend, 24. Dezember, und Sonntag, 27. Dezember, gezählt. Diese Fälle verteilen sich in der Region wie folgt: Pirmasens (39 neu), Zweibrücken (14) sowie die Verbandsgemeinden Dahner Felsenland (6), Hauenstein (2), Pirmasens-Land (3), Rodalben (15), Thaleischweiler-Wallhalben (9), Waldfischbach-Burgalben (4) und Zweibrücken-Land (7).

Drei Frauen gestorben

Zudem gab es erneut Todesfälle in Zusammenhang mit der Pandemie: Am 26. Dezember wurde bekannt, dass zwei Frauen aus Pirmasens an den Folgen ihrer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben sind, wie Kreissprecher Schattner berichtete. Schon an Heiligabend hatte die Kreisverwaltung den Tod einer weiteren Frau mit Corona-Infektion gemeldet. Laut Schattner war sie zwischen 50 und 60 Jahre alt und wohnte im Dahner Felsenland.

Von den Infektionen, die an Heiligabend gemeldet wurden, waren besonders Altenheime der Stadt Pirmasens betroffen. 17 Neuinfektionen betrafen das AWO-Seniorenheim, drei das Haus in der Steinstraße. Im Landkreis wurden an Heiligabend im Haus Bethesda in Thaleischweiler-Fröschen und im Haus Edelberg in Rodalben je eine Person positiv getestet.

Pirmasens hatte am Donnerstag bei der Anzahl der positiven Corona-Tests innerhalb von sieben Tagen, gerechnet auf 100.000 Einwohner, wieder die 200er-Marke überschritten (209). Am Nachmittag erließ die Stadt deshalb eine Allgemeinverfügung, die eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr vorsieht und seit Freitag gilt. Für die beiden Weihnachtsfeiertage sowie Silvester und Neujahr gelten allerdings Ausnahmen.

Zweibrücken wieder orange

Am Freitag hatte Zweibrücken deutschlandweit die niedrigste Rate an Neuinfektionen pro Woche hochgerechnet auf 100.000 Einwohner – 32. Nur zwei Gebiete bundesweit lagen in der Risikostufe gelb: Zweibrücken und Emden. Am Samstag kamen bundesweit weitere gelbe Gebiete dazu. Diese Zahlen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar: Das RKI rechnete während der Feiertage mit einer geringeren Anzahl Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern.

Am Sonntag jedoch stufte das Land die Stadt Zweibrücken in seinem Warn- und Aktionsplan wieder in der Gefahrenstufe orange ein: Der Inzidenzwert, der die Anzahl der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen beschreibt, war auf 35,1 geklettert. Der Landkreis (Inzidenz 73,8) und die Stadt Pirmasens (151,6) bleiben tiefrot, wenn sich Pirmasens auch wieder von der 200er-Marke entfernt hat.

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