Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Contwig: Malu Dreyer sieht 25-Punkte-Plan nach Flugplatz-Aus als Erfolg

Nicht nur kämpferisch, sondern auch gut gelaunt: Bürgermeister Jürgen Gundacker (vorne Mitte) und Ministerpräsidentin Malu Dreye
Nicht nur kämpferisch, sondern auch gut gelaunt: Bürgermeister Jürgen Gundacker (vorne Mitte) und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (rechts daneben). Foto: Moschel

Mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich Jürgen Gundacker (SPD) für seinen Wahlkampf prominente Unterstützung geholt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land möchte am 20. Oktober für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden. „Es macht mir immer noch Spaß“, rief er am Samstag 150 Gästen in der Contwiger VT-Halle zu.

Zweibrücken. Der Amtsinhaber berichtet über die Erfolge in den vergangenen Jahren, nennt die Senkung der Verbandsgemeindeumlage um 5,5 Prozentpunkte, was den Ortsgemeinden nun mehr Spielraum gebe. Die Gewerbesteuereinnahmen sowie die Beschäftigungszahlen seien auf höchsten Niveau.

Seine Leidenschaft für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land macht auch vor der Ministerpräsidentin nicht Halt. Schmunzelnd ruft sie dem Publikum zu: „Wenn ein Verbandsbürgermeister so begeistert ist, dann muss er definitiv wiedergewählt werden. Schenken Sie ihm eine zweite Amtszeit.“

An ihren ersten Besuch in der Verbandsgemeinde als neue Ministerpräsidentin, noch nicht lange im Amt, erinnert sich Malu Dreyer: „Das war eine ganz schlimme Zeit hier, als der Flughafen zugemacht hat.“ Damals habe man einen 25-Punkte-Plan erstellt. Der sei offensichtlich erfolgreich abgearbeitet worden: „Wenn ich höre, dass mittlerweile mehr Menschen auf diesem Gelände beschäftigt sind als früher, zur Zeit des Flughafens, dann ist der Plan aufgegangen.“ Viele Punkte seien umgesetzt worden, und es sei wichtig, auch darin nicht nachzulassen, fordert Dreyer die Kommunalpolitiker auf. Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land sei eine der wenigen ländlichen Kommunen in Rheinland-Pfalz, die wachsen. Neubaugebiete entstehen, weil es Arbeitsplätze gibt, 13 Kindertagesstätten seien in der Verbandsgemeinde vorhanden. „Und ihr müsst die ausbauen, was ein gutes Zeichen ist“, gab es Lob.

Damit kam Dreyer auf das neue Kindergartengesetz in Rheinland-Pfalz zu sprechen, das mehr Personal und eine Betreuung der Kinder von sieben Stunden am Stück mit einer warmen Mahlzeit vorsieht: „Das ist ein Meilenstein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Damit weiterhin Arbeitsplätze in der Region entstehen, soll auch in Zweibrücken-Land der Breitbandausbau vorangetrieben werden. „Wir ackern hier im wahrsten Sinne des Wortes für schnelles Internet“, berichtete Dreyer von den Bemühungen, im digitalen Zeitalter die Wettbewerbsfähigkeit der ländlichen Regionen zu stärken.

Damit könne auch die Gesundheitsversorgung optimiert werden. Dreyer berichtete von Arzthelferinnen, die Hausbesuche machen und den Blutdruck messen. „Mittels einer digitalen Verbindung zur Praxis steht der Arzt fast im Wohnzimmer seiner Patienten.“ Die moderne Technik helfe, Lücken in der Versorgung zu schließen. Deshalb werde auch der Digitalpakt umgesetzt. „Kinder können zwar alle mit Handy und Computer umgehen, aber das Lernen damit müssen sie erfahren.“ Auch die Lehrer müssten das Lehren mit den modernen Medien erst einmal lernen.

Einen Tag nach der Klimaschutzentscheidung in Berlin sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende: „In Rheinland-Pfalz konnten alle Klimaschutzzahlen umgesetzt werden.“ Jede Menge alternative Energien in Form von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlangen seien in unserem Bundesland in den vergangenen Jahren entstanden. Jetzt gelte es, den öffentlichen Personennahverkehr weiter voran zu treiben. „Wir brauchen mehr Mobilität im ländlichen Raum“, findet die Ministerpräsidentin und sagt: „Landauf, landab wird der Busverkehr verstärkt werden.“ Dafür gibt es in Contwig lauten Applaus.

Weiterhin wirbt sie für die Annahme der neuen Ideen der Regierung für den Klimaschutz: „Sie brauchen keine Angst zu haben.“ Informieren Sie sich rechtzeitig über den Austausch von Ölheizungen: „Sie haben Zeit, es geht Schritt für Schritt. Aber wir müssen uns auf den Weg machen.“

Zu einem Fachtag für das Ehrenamt und für die Vereine, das sich Gundacker eingangs gewünscht hatte, komme sie auch gerne: „Ich würde sagen, du gewinnst im Oktober die Wahl, dann suchen wir einen Termin und tüten den Fachtag ein.“

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