Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Contwig: IGS gewinnt Auszeichnung als „Digitale Schule“

Die Robotik-AG hatte in Berlin den zweiten Platz belegt.  Archivfoto: igs
Die Robotik-AG hatte in Berlin den zweiten Platz belegt. Archivfoto: igs

Am Montag erhielt die IGS Contwig von Bildungsministerin Stefanie Hubig die Auszeichnung „Digitale Schule 2019“ . Der 17,5 Millionen teure Ergänzungsbau wird in zwei Wochen eingeweiht. Ein Tag der offenen Tür folgt am 26. Oktober.

„Selbstverständlich ist die Welt nicht nur digital“, räumt Schulleiter Thomas Höchst ein. Deshalb gebe es an der Contwiger Integrierten Gesamtschule (IGS) auch traditionelle Übungsmöglichkeiten, konventionelle Arbeitsgruppen und sehr gut ausgestattete Räume für den klassischen Kunst- und Musikunterricht. Doch spielen laut Höchst digitale Inhalte und das Beherrschen grundlegender Computer-Anwendungen eine wesentliche Rolle im Arbeitsleben – selbst im Handwerk. Genau diese Kompetenzen stehen zentral im Konzept der Schule – und erscheinen als Grundlage des Erfolgs beim Landeswettbewerb. Die IGS wurde als eine von 13 Schulen in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Flächendeckendes W-Lan, Laptops und Tablets

Fünf Kriterien umfasste die Wettbewerbs-Ausschreibung, vom erwähnten Digital-Konzept über die Qualifizierung der Lehrer, regionale Vernetzung, Verstetigung, sowie Ausstattung und Technik. „Nicht nur beim letzten Kriterium konnten wir Punkte sammeln“, kommt Höchst zurück auf die Ausrüstung aller Klassenräume mit elektronischen Tafeln, auf vier Computerräume, flächendeckendes W-Lan, Laptops für die Orientierungsstufe und Tablet-Computer für alle Oberstufenschüler. Wobei dies nur einige Beispiele seien.

Auf der Arbeit zählt Office mehr als Whatsapp

Die Konzeption orientiert sich bei der IGS am Ziel, Schüler zukunftsfähig zu unterrichten. „Es geht also nicht um Arbeitsgruppen oder Wahlpflichtfächer, sondern um digitale Bildung für alle“, so Thomas Höchst. Facebook oder Whatsapp seien den Schülern vertraut; in der Arbeitswelt zählten aber PC-Grundkenntnisse, Office-Programme, oder auch Medienschutz. Der Contwiger Ansatz sieht in der fünften und sechsten Klasse vierteljährliche Wechsel zwischen herkömmlichen und digitalen Übungsmaterialien vor. Kontinuierlich wird auch danach mit der Lern- und Kommunikationsplattform Moodle gearbeitet, mit weiterer Lernsoftware und dem Einbeziehen von Projekttagen.

Dass eine Qualifizierung der Lehrer und gegenseitige Beratung die Voraussetzung für alle digitalen Angebote bedeutet, will Höchst nicht unerwähnt lassen. Selbst Fahrpläne für die gemeinsame Fehlersuche von Schülern und Lehrern bei Störungen liegen vor. Eine Vernetzung des Angebotes und verbindliche Zusammenarbeit sowohl mit der Hochschule Kaiserslautern, als auch mit der Technischen Universität eröffne den Schülern zusätzliche Einblicke in digitale Entwicklungen, ist Höchst überzeugt. Die Verstetigung des Contwiger Angebotes sieht der Schulleiter durch Beschlüsse der Gesamtkonferenz ebenso gewährleistet wie durch feste interne Ansprechpartner, Medienexperten in der Schulleitung, Mittelzusagen des Schulträgers und zahlreiche Arbeitsgemeinschaften. Als eine sehr erfolgreiche AG nennt Höchst die Gruppe Robotik – deren Einsatz beim nationalen Wettbewerb „VEXIQ Challenge Next Level“ am 25. Februar in Berlin mit einem zweiten Platz belohnt wurde.

Anzahl könnte auf 900 steigen

Wie das digitale Konzept der Schule umgesetzt wird, lässt sich laut Thomas Höchst erst jetzt umfassend präsentieren. Die Baumaßnahmen hätten wesentliche Einschränkungen bedeutet, nicht nur für die derzeit 700 Schüler – deren Zahl durchaus auf 900 steigen könnte.

Info

Der Tag der Offenen Tür an der IGS Contwig findet am 26. Oktober von 9.30 Uhr bis 13 Uhr statt.

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