Kreis Südwestpfalz Contwig braucht einen vierten Kindergarten

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Contwig bekommt womöglich einen vierten Kindergarten. Sowohl Kreis- als auch Landesjugendamt befürworten den Neubau einer Kindertagesstätte, weil in den kommenden Jahren der Gemeinde rund 60 Kita-Plätze fehlen. Der Standort soll im Ortsteil Contwig sein. Einen Grundsatzbeschluss soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch (19 Uhr, Rathaus) fällen.

Ob das Vorhaben umgesetzt wird, ist noch nicht entschieden. Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) sieht das Projekt, dem der Gemeinderat noch zustimmen muss, aber als notwendig an: „Der Bedarf ist da. Wir müssen bauen.“ Laut Beschlussvorlage für die Sitzung am Mittwoch soll der Rat in Sachen Kita-Neubau einen Grundsatzbeschluss fällen – also erst mal entscheiden, ob Contwig einen vierten Kindergarten bekommen soll oder nicht. „Über die Lage, Ausstattung, Größe, Finanzierung et cetera der neuen Kindertagesstätte soll in den nächsten Ortsgemeinderatssitzungen beraten und beschlossen werden“, heißt es in der Vorlage. Die Verwaltung empfiehlt dem Rat, dem Vorhaben grundsätzlich zuzustimmen. Anfang März hat es in der Sache ein Treffen mit Vertretern des Kreis- und des Landesjugendamtes gegeben. Auch Bärmann war bei dem Treffen dabei. Anlass war laut Beschlussvorlage „die Bedarfsplanung des Kreisjugendamtes für die Jahre 2017 bis 2020“. Diese hat ergeben, dass „die drei im Betrieb befindlichen Kindertagesstätten den gestiegenen Bedarf an Kindergartenplätzen nicht mehr decken“ können. Von 60 fehlenden Plätzen ist in dem Schreiben die Rede. Bärmann spricht sich für einen Neubau einer Kita aus, die in Trägerschaft der Gemeinde stehen soll. Ein Plan, der von Kreis- und Landesseite unterstützt wird. Der Bürgermeister sieht das Projekt nach eigenen Worten mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es zeigt, dass unsere Gemeinde großen Zuzug hat und der demografische Wandel bei uns nicht so stark ausgeprägt ist. Allerdings kostet das Projekt auch zwei Millionen Euro“, sagte er gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage. Contwig erfahre großen Zuspruch, viele Menschen zögen in den Ort. Dieser Entwicklung müsse die Gemeinde Rechnung tragen. Andererseits bringen neue Bürger auch Geld in die Gemeinde, etwa in Form von Schlüsselzuweisungen. „Jede Medaille hat zwei Seiten.“ Contwig hat derzeit ein Neubaugebiet oberhalb des Ortsteils Contwig in Richtung Oberauerbach. Laut Bärmann gibt es dort 80 Bauplätze, die auch nachgefragt würden. Bei den Kosten für den Kita-Neubau, laut Bärmann grob geschätzt 1,8 bis zwei Millionen Euro, stützt sich der Bürgermeister auf die Zahlen rund um den Neubau der Einrichtung in Stambach. Für den Neubau gebe es einen Landeszuschuss. Für genaue Kosten-Angaben sei es noch zu früh, zumal der genaue Standort noch unklar sei. „Wir gehen davon aus, dass er im Ortsteil Contwig liegen wird.“ Für weitere Details – Größe der Einrichtung, Gruppenzahl, Baubeginn − sei es ebenfalls noch zu früh. Allerdings, so Bärmann, soll das Projekt „so schnell wie möglich“ angegangen werden. „Deshalb ist es auch so schnell auf die Tagesordnung gekommen. Wir stehen Gewehr bei Fuß.“ Zumal, im Falle einer positiven Entscheidung, noch einige Rahmenbedingungen geklärt werden müssen. „Eventuell müssen Bebauungspläne geändert werden“, sagt Bärmann, der dem Projekt allerdings gelassen entgegen sieht. „Wir sind das gewohnt. Langweilig wird uns nicht.“ In der Gemeinde gibt es bereits drei Kindertagesstätten. Zwei – eine in protestantischer und eine in katholischer Trägerschaft – liegen im Ortsteil Contwig, die dritte ist in Stambach. Die hat die Gemeinde ab Oktober 2013 neu gebaut und im Mai 2015 eröffnet, nachdem die Räume in der katholischen Kirche nicht mehr geeignet waren. Dabei hat sie auch von der Kirche die Trägerschaft übernommen. |bld

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