Kreis Südwestpfalz Contwig: Bahnschranke bleibt stundenlang geschlossen
Lange Wartezeiten am Bahnübergang in Contwig sind keine Seltenheit. Immer wieder, so berichten es RHEINPFALZ-Leser, schließt die Schranke, wenn ein Zug kommt, geht dann aber nicht mehr auf. Die Folgen: Entnervte Autofahrer, genervte Anwohner sowie gefährliche Situationen, wenn die Wartenden die Geduld verlieren und die Schranken umfahren oder zu Fuß den Übergang passieren. In der jüngeren Vergangenheit habe sich die Situation aber beruhigt. Die Bahn hat auf RHEINPFALZ-Anfrage keine Stellungnahme dazu abgegeben.
Anwohner und Autofahrer, die den Bahnübergang oft dienstlich nutzen, berichten von dem Schrankenproblem, das nach Aussage eines Anwohners „schon seit Jahren“ besteht. „Im vergangenen Sommer war es katastrophal“, berichtet etwa Frank Scherthan, bei den Werken der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land beschäftigt und daher oft im Land unterwegs, der RHEINPFALZ. Immer wieder blieben die Schranken unten und das „stundenlang“, so Scherthan.
Einsatzabbruch wegen Schranke
In den vergangenen Wochen sei das Problem abgeebbt, so Scherthan. „Da wurde wohl nachgebessert“, vermutet er und stützt seine Vermutung auf Techniker, die er bei der Arbeit an der Anlage gesehen hat. Warum das Problem allerdings so lange vorherrschte, weiß Scherthan nicht. „Wir fliegen zum Mars, kriegen aber das Problem mit den Schranken nicht hin. Das kann nicht sein“, findet er. „In der letzten Zeit habe ich ein paar Mal an den Schranken gestanden, das war dann aber regulär, wenn ein Zug kam“, berichtet Kai Harstick, der Einsatzleiter des Bereitschaftsdienstes des Roten Kreuzes in Contwig. Die Schranken hätten sich dann auch ganz normal wieder geöffnet. Keine Selbstverständlichkeit: Gefühlt einmal pro Woche habe er – zu Hochzeiten – vor verschlossenen Schranken gestanden, die nicht mehr aus eigener Kraft aufgingen. „In der Sache habe ich auch schon mehrfach die Bahn kontaktiert“, berichtet Harstick. Denn gerade im vergangenen Sommer habe er bei einem Einsatz vor verschlossener Schranke gestanden. „Den Einsatz haben wir dann abgebrochen, die Kollegen aus Zweibrücken waren schneller“, erzählt Harstick. Er sei angesprochen worden, warum er nicht einfach mit Blaulicht durch die Schranken gefahren ist. „Das mache ich nicht, viel zu gefährlich“, gibt er zu Bedenken.
Stau auf vier Straßen
Diese Bedenken teilen offenbar ein Großteil der wartenden Autofahrer nicht. Nach einiger Zeit – wilde Huperei inbegriffen, berichten Anwohner – würden die Autos dann durch die Schranke hindurch fahren. Das sei besonders für Autofahrer, die nicht mit dem Fahrplan vertraut sind, eine riskante Sache. „Fünf vor und fünf nach fahren Züge“, sagt Scherthan. Das wüssten aber nicht alle, die an den Schranken stehen. „Wie schnell ist da was Furchtbares passiert?“, fragt er. Denn nicht nur Autofahrer nähmen die geschlossenen Schranken irgendwann nicht mehr ernst, auch Fußgänger, darunter Kinder. Bleibt die Schranke unten, dann staut sich - so berichten Anwohner – der Verkehr in vier Straßen: Bahnhofstraße, Truppacher Straße sowie Griesweg und Hüttenstraße. „Das ist sehr unangenehm“, berichtet eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Nach einiger Zeit würden viele Autofahrer „im Slalom“ durch die geschlossenen Schranken fahren. Ein gefährliches Unterfangen. Sie wundert sich, „dass da noch nichts Schlimmes passiert ist“. Das Problem mit den geschlossen bleibenden Schranken gibt es schon seit „drei, vier, fünf Jahren“. Allerdings könne nicht vorhergesagt werden, wie oft es passiert. „Manchmal zwei-, dreimal pro Woche, dann ist wieder lange Ruhe“, hat sie beobachtet. Von der Deutschen Bahn wollte die RHEINPFALZ eine Stellungnahme in der Sache, wollte wissen, ob das Problem möglicherweise behoben wurde und was die Ursache war. Auf eine E-Mail vom 2. Oktober, nach einer vorherigen telefonischen Anfrage, hat die Pressestelle der Deutschen Bahn nicht reagiert, eine abermalige schriftliche Anfrage vom vergangenen Donnerstag blieb ebenfalls unbeantwortet.