Contwig
CDU-Ortsverband: „Wir stehen hinter unserem Bürgermeister“
„Die CDU-Fraktion im Gemeinderat sowie der CDU-Ortsverband Contwig-Stambach bedauern zutiefst den vorzeitigen Rücktritt ihres Bürgermeisters Karlheinz Bärmann aufgrund der Meinungsäußerung zweier Bürger in den sozialen Medien“, teilte die CDU am Dienstag mit. Die persönliche und menschlich nachvollziehbare Entscheidung Bärmanns, sich nicht mehr dem Druck und der Meinung einzelner Personen in den sozialen Medien aus gesundheitlichen Gründen aussetzen zu wollen, verdiene Respekt und Akzeptanz, schrieb Nadine Brinette, die Ortsverbands-Vorsitzende und CDU-Kandidatin für das Bürgermeisteramt.
Kritik weder respektvoll noch akzeptabel
Bärmann habe seine Sicht der Dinge im Zusammenhang mit den Facebook-Beiträgen in der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands am 19. Dezember dargestellt. Man sei sich dabei einig gewesen, „dass es sich bei Beiträgen von Einzelnen in den sozialen Medien, die weder als respektvoll noch akzeptabel empfunden werden, nicht lohnt, ständig Gegendarstellungen zu produzieren“. Sie betonte, dass die CDU „ausnahmslos hinter ihrem Bürgermeister“ stehe und stand.
SPD nutze das Thema für den Wahlkampf
Kritik übte Brinette an der SPD, die hinter den Vorgängen eine Spaltung der CDU vermutete. Es sei würde- und anstandslos, dass SPD-Mitglieder und der SPD-Ortsverband fälschlicherweise mit unwahren Behauptungen und einer scheinheiligen Stellungnahme mit der persönlichen und menschlichen Entscheidung Bärmanns Wahlkampf machen wollen.
Kritiker sind CDU-Mitglieder oder CDU-nah
Bärmanns Rage hatte sich unter anderem an Äußerungen von Markus Heinrichs entzündet. Der Elternsprecher der Contwiger Grundschule hatte bei Facebook zusammen mit Oliver Duymel, dessen Ehefrau Beisitzerin im Vorstand des CDU-Ortsvereins ist, offen und in scharfer Form Kritik an Bärmann geäußert. Heinrichs gehörte seit Jahren der CDU Contwig an, war aber im Frühjahr ausgetreten. Vor einem Monat trat er wieder ein – aber in den CDU-Kreisverband Südwestpfalz, nicht in den Contwiger Ortsverband. Bärmann hatte von seiner Partei, der CDU, verlangt, Heinrichs und Duymel zu stoppen, ohne die beiden beim Namen zu nennen. Nach Bärmanns Empfinden unternahm die CDU aber nichts gegen die beiden. Folglich zog Bärmann nach eigenen Angaben die Konsequenz und trat ein Vierteljahr früher als geplant von seinem Amt als Bürgermeister zurück – mit Wirkung zum Donnerstag, dem 31. Dezember.
Heinrichs sagte am Dienstag auf Anfrage der RHEINPFALZ zum Bärmann-Rücktritt: „Ich habe klar vereinbart, dass ich mich dazu nicht äußern werde. Und daran halte ich mich auch.“