Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Busunternehmen: Demo in Berlin fällt aus

Markus Fuchs (rechts) und Thiemo Sauer (Firma Komet) haben den Berlin-Bus mit einer „Todesanzeige“ beklebt.
Markus Fuchs (rechts) und Thiemo Sauer (Firma Komet) haben den Berlin-Bus mit einer »Todesanzeige« beklebt.

Busunternehmen aus Merzalben, Waldfischbach-Burgalben und Heltersberg fahren – anders als geplant – doch nicht nach Berlin, um am Donnerstag, 14. Mai, auf die coronabedingten Schwierigkeiten der Branche aufmerksam zu machen. Die Hauptstadt hat eine große Demo wegen der Kontakteinschränkungen verboten, an einer ungenehmigten Ersatzveranstaltung wollen die hiesigen Unternehmen nicht teilnehmen.

Die Demo mit Reisebussen in Berlin wurde organisiert vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) – und inzwischen abgesagt. Das Merzalber Unternehmen Nußbaum-Reisen wollte sich eigentlich beteiligen. Inhaber Markus Fuchs und Remy Neumann hatten bereits am Dienstag einen Bus mit großen Aufklebern auffällig dekoriert. Nun fällt die Fahrt aus. „Das bedauere ich sehr. Wir wollten damit auf die prekäre Lage im Busunternehmen friedlich aufmerksam machen“, berichtete Fuchs. Nun will er seine plakativen „Todesanzeigen“ wieder entfernen. In Schwarz-weiß gehalten ist auf dem Omnibus zu lesen: „Plötzlich und verschuldet durch Corona ist von uns gegangen: das deutsche Busgewerbe. Es trauern: der deutsche Mittelstand, die Busfahrer/innen und deren Familien, unsere Fahrgäste und Touristen sowie alle, die auf den Bus angewiesen sind.“

Betrieb in Warteschleife

Mit dem Fahrzeugkorso durch die Hauptstadt sowie einer anschließenden Kundgebung, bei der schnelle, passgenaue Maßnahmen zur Rettung der Branche gefordert werden sollten, wollten die Unternehmen auf ihre ungeklärte Situation aufmerksam machen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für die Busbranche erfahren die Unternehmer Fuchs und Neumann im eigenen Betrieb: Die Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Sechs Reisebusse sind abgemeldet und hängen sozusagen in der Warteschleife, weil unklar ist, wann Reisen wieder erlaubt sind. Wie auf seinem Omnibus zu lesen ist, sieht Fuchs Politiker in der Pflicht: „Die Politik muss schnellstmöglich handeln, damit es für unsere Branche eine Überlebensperspektive gibt“. Dass die Veranstaltung abgesagt wurde, bedauert der Unternehmer, für die Gründe habe er aber Verständnis.

Schaden für Branche

Der BDO berichtet, dass die Stadt Berlin eine große Demo am Donnerstag mit allen interessierten Busunternehmen wegen der Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verboten hat. Stattdessen sollten 50 Fahrzeuge von den 16 Landesverbänden des Busgewerbes nach Berlin entsandt werden. Teilnehmen wollten Nußbaum-Reisen, Klemens-Reisen (Waldfischbach-Burgalben) und Sulli’s Reisen (Heltersberg). Doch nun distanzieren sich Bundes- und Landesverbände von weiteren ungenehmigten Aktionen. „Diese drohen dem Ansehen der Branche zu schaden und machen eine offizielle Kundgebung unmöglich“, so der BDO. So wollen einige Unternehmen am selben Tag einen Konvoi veranstalten und durch die Hauptstadt fahren. Der BDO fürchtet, dass unter diesen Bedingungen die eigene genehmigte Veranstaltung nicht sicher und ordnungsgemäß durchzuführen sei: „Eine Busdemo, bei der auch ohne vorliegende Genehmigung eine Vielzahl von Fahrzeugen hupend durch die Hauptstadt fährt, wollen die Verbände des privaten Busgewerbes ausdrücklich nicht unterstützen.“ Die BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard betont, dass man weiterhin gemeinsam mit „allergrößtem Einsatz für die Zukunft der Busunternehmen in Deutschland kämpfen“ wolle.

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