Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Busstreiks: „Unsere Kinder sind die Leidtragenden“

Streikposten stehen vor dem Betriebshof des Busbetreibers QNV in Pirmasens. Verdi hat die Beschäftigten im privaten Busgewerbe i
Streikposten stehen vor dem Betriebshof des Busbetreibers QNV in Pirmasens. Verdi hat die Beschäftigten im privaten Busgewerbe in Rheinland-Pfalz zu einem unbefristeten Streik aufgerufen, in dem vor allem die künftigen Durchbezahlung der Standzeiten, also der Pausen, gefordert wird.

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Seit Montag wird das Busdepot der Queichtal-Nahverkehrsgesellschaft (QNV) im Zuge eines Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi blockiert. Einige Kinder im Landkreis konnten deshalb gar nicht oder nur verspätet in die Schule kommen, wie eine RHEINPFALZ-Umfrage zeigt.

„Den Streik haben wir heute Morgen enorm gemerkt“, sagt Roland Eich, Schulleiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Thaleischweiler-Fröschen. „Einige Schüler konnten mit dem Zug und dem Bus irgendwie herkommen, andere hatten gar keine Möglichkeit, in die Schule zu kommen.“ Etwa 20 bis 25 Schüler haben sich ihm zufolge am Montag vom Unterricht abgemeldet, etwa zehn waren es aufgrund der Warnstreiks bereits in der vergangenen Woche. „Unsere Schule hat ein großes Einzugsgebiet. Die Schüler kommen von weit her“, erklärt der Schulleiter. „Da merkt man schon, wenn gestreikt wird. Unsere Kinder sind dann die Leidtragenden.“ Dass gerade jetzt, nach der Zeit der corona-bedingten Schulschließung, gestreikt wird, findet Eich fragwürdig. „Alle haben sich gefreut, dass es wieder losgeht. Kaum sind die Schüler wieder in der Schule, wird nun gestreikt.“

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Das Busdepot von Palatinabus in Edenkoben.
Landau / SÜW

Verspätungen und Ausfälle wegen Streiks der Busfahrer

Ähnlich sieht das Ulrich Klein, Schulleiter des Hugo-Ball-Gymnasiums in Pirmasens: „Es ist bei uns zwar keine riesengroße Anzahl von Schülern betroffen. Das nützt denjenigen, die es betrifft, aber nichts. Zumal wir uns gerade in der Zeit vor den Ferien befinden, in der viele Noten gemacht werden und corona-bedingt ohnehin schon viel ausfallen musste.“ Verärgerte Reaktionen habe es deshalb am Montag bereits vonseiten einiger Eltern gegeben. „Ein Vater hat heute Morgen vor dem Fenster gestanden und sich über die Situation beschwert. Zwar ist klar, dass wir dafür nichts können, aber nach solch einem Corona-Jahr herrscht wenig Verständnis dafür, dass die Schüler nun wieder die Leidtragenden sind“, so Klein.

Eigeninitiative von Eltern

Eine kreative Möglichkeit, den Schülern trotz der Busausfälle die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen, haben sich die Eltern einiger Kinder aus Rodalben einfallen lassen. Josef Traub, Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Pirmasens, berichtet: „Einige Eltern aus Rodalben haben rechtzeitig auf die Ankündigung des Streiks reagiert und Fahrgemeinschaften gebildet. Dadurch hielt sich der Ausfall von Schülern an unserer Schule etwas in Grenzen.“

Eigeninitiative hat auch eine Mutter eines Kindes von der Realschule plus Rodalben ergriffen, wie Susanne Reischmann, Konrektorin als didaktische Koordinatorin, berichtet. Dort sei am Montag ein Wandertag der Abschlussklasse mit Zugfahrt zur Biebermühle geplant gewesen. Weil ein umgestürzter Baum die Zugverbindung Pirmasens-Kaiserslautern blockierte, hat Reischmann zufolge eine Mutter die Initiative ergriffen und mit dem Einverständnis der betroffenen Eltern die Kinder selbst zum Treffpunkt gefahren.

Bus einfach weggefahren

In Bezug auf die Busstreiks erklärt Reischmann: „In der vorletzten Woche hat in den Klassen etwa ein Viertel der Schüler gefehlt.“ Zwei Schüler hätten zudem am Montagmittag Probleme gehabt, nach Hause zu kommen, da der Bus nach Münchweiler – streikbedingt – ausfiel.

Weiterhin erzählt sie, dass es in den vergangenen Wochen vorgekommen sei, dass der Bus einfach wegfuhr, obwohl Schüler noch einsteigen wollten. „Ohne ersichtliche Gründe hat der Busfahrer die Tür verschlossen und ist weggefahren. Da muss man dann von Schulseite aus schauen, wie man es hinbekommt, dass alle Kinder dann nach Hause kommen.“

Der Ausfall der Busse, gepaart mit der blockierten Zugverbindung, beeinträchtigte ebenso einige Schüler der Daniel-Theysohn-IGS Waldfischbach-Burgalben. 44 Schüler fehlten Direktorin Irmgard Bauer zufolge an der IGS am Montag. Zehn bis 15 Kinder hätten aufgrund der Warnstreiks bereits in der vergangenen Woche gefehlt.

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