Kreis Südwestpfalz Bundenbach dafür – Käshofen dagegen

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GROSSBUNDENBACH/KÄSHOFEN. Rund um Käshofen drehen vorerst weiterhin nur Windräder anderer Ortsgemeinden: Knapp 60 Prozent der 364 Käshofer, die am gestrigen Bürgerentscheid teilnahmen, sprachen sich gegen Windräder auf Käshofer Gemarkung aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,8 Prozent. Dass die Käshofer so abstimmten, bedeutet auch, dass sie einen neuen Bürgermeister brauchen: Karl Hoffmann bekräftigte gestern Abend im RHEINPFALZ-Gespräch, dass er wie angekündigt zum 1. Mai zurücktreten wird. Vorübergehend wird dann der erste Beigeordnete Klaus Martin Weber die Geschäfte der Gemeinde leiten. Er bedauerte Hoffmanns Rückzug: „Er hat uns elf Jahre lang nicht nur verwaltet, sondern auch nach vorne gebracht.“ Ob Weber sich möglicherweise selbst als Bürgermeister zur Verfügung stellt, ließ er gestern Abend noch offen. Wie berichtet, will das Wiesbadener Unternehmen Abowind drei Windräder auf Käshofer Gemarkung aufstellen – eins auf Gemeindegrund, zwei auf privatem Boden, wovon rund 25 Grundstücksbesitzer profitieren würden, darunter auch Bürgermeister Karl Hoffmann. „Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist, wir hatten lange Zeit keine gute Stimmung im Dorf. Das Wahlergebnis ist recht eindeutig – ich hoffe, dass sich nun die Gräben wieder schließen“, erklärte Manfred Bäcker, einer der wortführenden Windkraftgegner. „Wir müssen das zusammen angehen.“ Wie berichtet, hat der Verbandsgemeinderat von Zweibrücken-Land noch nicht entschieden, ob die Verbandsgemeinde überhaupt Käshofer Flächen für Windkraft ausweist. Bäcker setzt darauf, dass der Verbandsgemeinderat den Willen der Käshofer Bürger akzeptiert und keine Flächen ausweist. Windkraftgegner Hans-Günter Döring nannte das Käshofer Ergebnis „überwältigend“. Die Wahlbeteiligung zeige, „dass wir mit unserem Anliegen, die Bürger einzubinden, richtig gelegen haben“. Die Windkraftgegner hatten am Freitag nochmals ein Schreiben und Plakate an alle Käshofer Haushalte verteilt und vor möglichen Gefahren durch Windräder gewarnt. Die Fraktion der Grünen im Verbandsgemeinderat hatte ebenfalls eine Broschüre verteilt und die Käshofer aufgerufen, für Windräder zu stimmen, um nicht die Hoheit über ihre Gemeindeflächen zu verlieren. „Die Abstimmung kann Windkraft nicht verhindern“, schreiben die Grünen. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen für Windräder gegeben seien, sei etwa der Landkreis verpflichtet, den Bau von Windräder zu forcieren. Das würde bedeuten: Auch wenn die Mehrheit der Käshofer gestern gegen Windräder gestimmt hat, könnte Käshofen dennoch welche bekommen. Die Käshofer hatten schon einmal über Windkraft entschieden: 2004 gab es bei der Kommunalwahl eine informelle Befragung. Rund 70 Prozent der 338 Käshofer, die damals mitmachten, sprachen sich gegen Windräder aus. „Ich war mir ziemlich sicher, dass die Mehrheit mit Nein stimmt“, sagte der Bürgermeister von Großbundenbach, Dieter Glahn. Wäre es doch anders ausgegangen, hätte er überlegt, ob auch er sein Amt niederlegt: „Man macht sich schon seine Gedanken.“ Der Rat habe ihm aber empfohlen, dann 14 Tage zu warten und keine Schnellschüsse zu machen, verriet Glahn, der von den Windrädern nicht privat profitiert, wie er auf Nachfrage der RHEINPFALZ sagte. Auch der erste Beigeordnete Wolfgang Rapp gab zu, dass er an Rücktritt gedacht habe: „Ich hätte Gründe suchen müssen, um weiterzumachen.“ Zum Feiern war den beiden trotz des Ergebnisses nicht zumute: „Viele haben mit der Windkraft Probleme“, fand Rapp, der sich Sorgen macht, dass das Thema die Gemeinde spaltet. Bürgermeister Glahn hatte, direkt nachdem das Ergebnis feststand, die 15 Zuschauer im Kindergarten dazu aufgerufen, eben das nicht geschehen zu lassen und zusammenzustehen: „Zusammenhalt ist unsere ganz besondere Stärke.“ Matthias Ballod von der Bürgerinitiative sagte, er sei weder enttäuscht noch überrascht. Er sei sich völlig im Unklaren gewesen, wie die Entscheidung ausgeht. Dass 45 Prozent gegen die Windräder stimmten, zeige, dass es eine große Zahl von Leuten gebe, die sie nicht wollen. Er gratulierte den Siegern des Entscheids, glaubt aber, dass dies ein Pyrrhussieg ist: „Wenn die ersten Windräder stehen, werden Tränen fließen.“ Das Landschaftsbild werde zerstört, und die Windräder hätten das Dorf entzweit, lautete seine Einschätzung. Er fand: „Alles, was Großbundenbach groß gemacht hat, ist in ziemlich viele Scherben zersprungen.“

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