Münchweiler
Brücke am Ständenhof: Warum es vielleicht keinen Neubau geben wird
Man kann wohl schlichtweg von Pech sprechen. Ein Lastwagenfahrer hat sich in den ersten Jahren nach dem Bau der B-10-Brücke bei seiner Höhe verschätzt. Der Aufprall hat Schäden hinterlassen, die bis heute nachwirken. Hinzu kommt die Feuchtigkeit. Genau 20 Jahre alt ist die Brücke jetzt. Bei Brücken dieser Art kalkulierten die Straßenbauer damals auf eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat inzwischen seine Richtlinien geändert und würde eine derartige Holzbrücke nur noch bauen, wenn auch ein Dach darüber kommt.
350.000 Euro hat der Bau der Brücke gekostet. Sie besteht im Wesentlichen aus sogenannten Brettschichtholzbindern. In diesen seien Risse entstanden, lautet die Begründung für den Abriss. Seit der Sperrung im Dezember 2022 hat es ausführliche Begutachtungen und Untersuchungen zum Zustand des Bauwerks gegeben. Vor genau einem Jahr verkündete dann der Leiter des LBM, Richard Lutz, die Entscheidung für den Abriss und einen Neubau.
Gutachten zur Radwegesituation
Lutz’ Stellvertreter, Volker Priebe, kündigt nun auf Anfrage den Abriss für dieses Jahr an. Die Kosten beziffert er auf 100.000 Euro. Derzeit werde ein Gutachten zur Radwegesituation am Ständenhof erstellt. Es soll Grundlage für die Entscheidung sein, ob die Brücke wieder neu gebaut werden muss oder nicht. Heißt: Es kann sein, dass es keinen Neubau geben wird.
Die Brücke war vor 20 Jahren gebaut worden, um die Freizeitregionen beiderseits der B10 weiterhin für Wanderer und Radfahrer zu verbinden. Allerdings gibt es einen Fuß- und Radweg, der unter der Autofahrbahn hindurchführt und parallel zur K36 verläuft. Die B10 wurde in diesem Bereich zudem extra sehr großzügig über das Tal und den Bachlauf geführt, um die Ökologie des Gewässers möglichst wenig zu beeinträchtigen. Fußgänger und Radfahrer werden seit der Sperrung auf die Strecke entlang der K36 verwiesen.