Kreis Südwestpfalz Blumen auf Stelzen trotzen Regen

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Auch der Osterhase staunte nicht schlecht über zwei extrem langstielige Blumen, die wie aus dem Nichts heraus urplötzlich vor ihm aufgetaucht waren. Hatte die Musikformation „ComboCombo“ zur Eröffnung der Kaiserslauterer Gartenschau am Ostersonntag nicht gerade noch etwas von „nass und so sibirisch wie im letzten Jahr“ gesungen?

Doch Butterblume wie Mohnblume vom Trierer Stelzentheater Circolo hatten sich von dem wechselhaften Wetter genauso wenig zurückhalten lassen wie viele treue Gartenschaubesucher. Während das Blumenmädchen und der Blumenmann aus bestimmt drei Metern Höhe ihre Blütengesichter großen und kleinen Besuchern zuwandten, enthüllte Oberbürgermeister Klaus Weichel im Innern der Halle das Kaiserslauterer Rathaus, das der Tüftler und Vorsitzende des frisch gegründeten Vereins „Lauter Steine“ mit Unterstützung aus Lego-Steinen zusammengesetzt hat. Erst am frühen Morgen des selben Tages sei das Projekt fertig geworden, verriet iKL-Geschäftsführer David Lyle, als der Schleier über dem hohen Gebäude gelüftet war. In diesem Augenblick erst registrierte das Stadtoberhaupt auch das kleine rote Männlein, das sich aus einem der rund 1900 Fenster im 18. Stockwerk stürzen zu wollen schien. „Das bin nicht ich“, stellte er kategorisch fest. Einig waren sich Weichel und Walfried Weber, der Präsident der Lebenshilfe Westpfalz, der Betreiberin der Gartenschau, in ihrer Einschätzung einer erfolgreichen Kooperation von Stadt und Lebenshilfe zum Wohl behinderter und nicht behinderter Menschen in der Region. Weber sprach von den mehr als 50 schwer behinderten Menschen, die die Gartenschau im ersten Arbeitsmarkt beschäftige und die mit ihrer Arbeit auch in das Sozialsystem einzahlten. Um den Betrieb am Laufen zu halten und auch um die Zuschauerzahlen bei mehr als 500 000 im Jahr zu halten, bedürfe es ständig neuer Angebote, so Weber. Er dankte der Stadt und den Sponsoren, die dies durch ihre Unterstützung möglich machten. So sei die Lego-Ausstellung der Renner. Gegenüber den Amerikanern erneuerte Weber seine Einladung, verletzten Soldaten, die im Hospital behandelt werden, auch in dieser Saison kostenfreien Eintritt in die Gartenschau zu gewähren. Der Oberbürgermeister dankte den Mitarbeitern der Lebenshilfe-Gesellschaft, die das Gelände erhalten und pflegen. Die Stadt wisse, was sie an dieser Gartenschau habe; sie sei in den Herzen der Menschen verankert und zwar im Sommer wie im Winter mit der Eisbahn. Die seinerzeit beschlossene Partnerschaft von Lebenshilfe und Stadt sei die richtige Entscheidung gewesen und trage bis heute, so Weichel. „Sagenhaft vielschichtig“: Unter diesem Motto eröffnete am Nachmittag des Ostersonntags mit Stiefmütterchen, Narzissen, Bellis und Tulpen auch die erste Hallenblumenschau offiziell. (krh)

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