Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Blaue Fahne, offenes Ohr: Team von Maria Rosenberg lädt zu Gesprächen ein

Angeregte Gespräche hat das Team von Maria Rosenberg bereits in der Vorbereitung auf das Angebot „Wir sind einfach da“ geführt.
Angeregte Gespräche hat das Team von Maria Rosenberg bereits in der Vorbereitung auf das Angebot »Wir sind einfach da« geführt. Ab 16. März steht das Team dann im sonntäglichen Wechsel für Menschen, die auf den Rosenberg kommen, für Gespräche zur Verfügung.

Seit 2017 weht im Wallfahrtshof von Maria Rosenberg am Sonntagnachmittag eine kleine blaue Fahne – ein Zeichen dafür, dass hier jemand mit offenem Ohr und Herz da ist.

„Wir sind einfach da“, lautet das Angebot in Waldfischbach-Burgalben. Am Sonntag, 16. März, startet es bereits in die neunte Saison. Ab 16 Uhr treffen sich im wöchentlichen Wechsel die Teammitglieder mit den Menschen vor Ort. Alles kann, nichts muss, beschreibt Pfarrer Volker Sehy, Direktor von Maria Rosenberg, das Angebot: „Worüber sie reden möchten, entscheiden ganz allein die Menschen.“ Niemand muss, aber jeder darf sprechen, persönliche Aufmerksamkeit erfahren und seine Freude oder Ängste teilen. Bis Herbst sind im wöchentlichen Wechsel neun gesprächsbereite Personen an der blauen Fahne anzutreffen, darunter auch Sehy. „Es gibt eine Kernzeit von 16 bis 17 Uhr. Gesprächsende nach Bedarf“, sagt er.

Das Team bringt unterschiedliche Lebensgeschichten und Erfahrungen mit. Besonders geprägt ist Hildegard Kehrer-Frank. Die passionierte Kirchenmusikerin aus Fehrbach ist Mitglied im Betroffenenbeirat des Bistums Speyer. In diesem Gremium arbeiten Betroffene an der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum mit. „Ich möchte zeigen, dass ich in dieser Kirche einen Platz habe und kein Opfer sein möchte“, betont Kehrer-Frank. Im Mai wird der erste Teil einer Studie zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum veröffentlicht, erstellt wurde sie unter der Leitung der Historikerin Sylvia Schraut. Kehrer-Frank vermutet, dass dann viel Gesprächsbedarf bestehen wird und das Angebot, „einfach da zu sein“, für viele Menschen sehr wichtig sein könnte. Kehrer-Frank ist an zwei Terminen persönlich an der blauen Fahne anzutreffen: Donnerstag, 27. April, und Freitag, 7. September.

Vielfältiges Team

Auch das restliche Team freut sich auf die kommenden Monate und die Begegnungen mit netten und besonderen Menschen. „Ich bin die Neue“, sagt Martina Cieschang aus Eppenbrunn. Sie ist gespannt und etwas aufgeregt, wie es laufen wird. Das Team spricht ihr Mut zu. „Wir haben ein offenes Ohr und Herz“, sagen Heike Lutz-Jüllig und Schwester Nardine, die seit einigen Jahren zum Team gehören. Margit Maar-Stumm und Schwester Roswitha sind Mitglieder der ersten Stunde. Frank Bodesohn, Lehrer und Diakon, kehrte nach einer Pause ins Team zurück. Vervollständigt wird das Team von Theologin Dominique Haas. „Ein tolles Team“, freut sich Sehy über die Vielfalt.

Oft ebne ein kleiner Gruß oder die Frage, was jemand auf dem Rosenberg macht, den Weg zum Gespräch. Die erfahrenen Teammitglieder berichten, dass daraus sehr unterschiedliche Gespräche entstehen können – von kurzem Small Talk bis hin zu längeren Gesprächen, in denen Freud und Leid geteilt werden. „Wir beten auch gemeinsam, wenn es gewünscht ist“, sagt Schwester Roswitha. Alle Gespräche sind vertraulich. Dominique Haas stellt fest: „Hier auf dem Rosenberg haben die Schwestern oft einen Vertrauensvorschuss.“ Das Vertrauen entwickle sich erfahrungsgemäß schnell und oft sei es ein glücklicher Moment für die Menschen, wenn sie jemanden zum Reden haben. Das bestätigt den Teammitgliedern die Wichtigkeit ihres Angebots. Diese positive Erfahrung stärkt wiederum das Team selbst.

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