Kreis Südwestpfalz Bis zu 180 Liter pro Stunde

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4000 Euro hat der Ortsverschönerungsverein Großbundenbach in einen so genannten Pasteurisator investiert. Das mannsgroße Edelstahlgerät steht im Kelterhaus, in dem die Mitglieder des Vereins seit 2012 aus den eigenen Äpfeln Saft pressen und abfüllen. Der Pasteurisator hat bereits diesen Herbst Apfelsaft erhitzt und somit haltbar gemacht.

4000 Euro sind auf den ersten Blick eine ziemlich große Investition für einen kleinen Verein. Dennoch hat sich die Anschaffung nach den Worten von Wolfgang Rapp und Alexander Thomas gelohnt. Sie sind Vorsitzender und Stellvertreter im Ortsverschönerungsverein, der rund 70 Familienmitgliedschaften hat, was laut Rapp 100 bis 120 Einzelpersonen entspricht. Das Geld für das neue Gerät stammt aus Mitgliedsbeiträgen und Erlösen aus dem jährlichen Apfelsaftpressen, das der Ortsverschönerungsverein nun seit acht Jahren anbietet. Offiziell nur für Mitglieder, denn der Verein ist gemeinnützig. Er darf keinen Gewinn machen, also auch nicht von Fremden Geld fürs Pressen nehmen. „Der Fall war bislang selten, aber ein Aufnahmeformular haben wir immer griffbereit“, sagt Alexander Thomas schmunzelnd. So kommt es, dass beispielsweise auch Familien aus Reifenberg, Käshofen und Kleinbundenbach Mitglieder im Ortsverschönerungsverein Großbundenbach sind. Denn die wollten auch Saft aus den eigenen Äpfeln pressen lassen. „Die Leute bekommen genau den Saft ihrer eigenen Äpfel, nicht irgendeinen vermischten aus fremdem Obst“, stellt Wolfgang Rapp klar. Die kleinste in diesem Jahr gepresste Menge waren 15 Liter, die größte immerhin 380 Liter. Auch Traubensaft oder auch mal Birnensaft werden mittlerweile im Kelterhaus gepresst, am meisten jedoch nach wie vor Apfelsaft. Angefangen hat alles in Rapps Garage und in der Garage von Hubert Schwarz. Dort haben die Mitglieder vor acht Jahren mit einer mobilen Presse angefangen, Apfelsaft zu pressen und mit Einkochautomaten in mühsamer Handarbeit abzukochen. Vor zwei Jahren, da war das Kelterhaus schon längst eingerichtet, stellte der Verein auf das Schnellkochtopf-Verfahren um, was jedoch aufwendig war. Seit diesem Jahr nun laufen Presse und Pasteurisator fast komplett automatisiert. Die Obstpresse, deren Hebel im vergangenen Jahr noch mit einem hydraulischen Wagenheber und mit Muskelkraft bewegt wurde, ist mittlerweile elektrifiziert. Der gepresste Saft wandert von dort in einen 65 Liter fassenden Behälter, wird durch einen Schlauch in eine auf 80 bis 85 Grad erhitzte Spirale geleitet und dadurch haltbar gemacht. Der Saft wird dann in jeweils fünf Liter fassende Kunststoffschläuche gefüllt, die wiederum in Kartons kommen. „Die Vitamine bleiben drin, die Keime kommen raus“, erklärt Wolfgang Rapp das Prinzip. Ein 100 Liter fassender Wassertank und eine 18 Kilowatt starke Heizspirale sind die Herzstücke des Pasteurisators, den sich die Vereinsführung bereits im Januar auf der Erzeugermesse „Fruchtwelten“ in Friedrichshafen am Bodensee angesehen hat. Bis zu 180 Liter Apfelsaft können jetzt von zwei Helfern pro Stunde abgekocht und abgefüllt werden. Was früher eine Plackerei war, ist nicht gerade ein Vergnügen, aber wesentlich einfacher geworden. Statt drei Helfern brauchen die Ortsverschönerer jetzt nur noch zwei. Der Pasteurisator wurde im Sommer geliefert und von den Mitgliedern im Kelterhaus am Ortsausgang zusammengebaut. Bis Ende Oktober haben Rapp, Thomas und weitere Helfer rund 5000 Liter Apfelsaft produziert − zu 3,80 Euro pro Fünf-Liter-Beutel inklusive Karton. „Das ist der Selbstkostenpreis“, sagt Thomas. „Und die 5000 Liter waren weit weniger als in den Vorjahren“, ergänzt Wolfgang Rapp, der das neue Gerät als Investition in die Zukunft sieht. „Wir hoffen auf bessere Apfeljahre“, schiebt er nach. |mml

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