Waldfischbach-Burgalben
Besuche im Altenheim ab Montag wieder möglich
Ist der Treppenturm aufgestellt, kann ein Teil des verwaisten dritten Stocks wieder genutzt werden. 16 Zimmer stehen dort dann zur Verfügung. Aufgrund der baulichen Situation könne nicht der gesamte dritte Stock freigegeben werden, erläutert Einrichtungsleiter Thomas Matz. Werden die Zimmer benutzt, „ist der Kreis für das dafür notwendige Personal verantwortlich“, sagt der Einrichtungsleiter.
Hintergrund ist die mögliche Nutzung als Pflegeeinrichtung für ältere Menschen, falls es aufgrund der Corona-Pandemie im Kreis einen höheren Bedarf geben sollte. Der Treppenturm, der als Fluchtweg dienen soll, wird auf der Seite, links vom Haupteingang, angebaut. „Das soll nach unseren Informationen so schnell wie möglich umgesetzt werden“, berichtet Einrichtungsleiter Matz. Im Gebäude gibt es zwei große Treppenhäuser, die das Rettungskonzept abrunden.
Die Zusammenarbeit mit den Behörden in der Region sei sehr gut, lobt Matz das auch die Einrichtung betreffende Krisenmanagement von Kreis, Stadt Pirmasens und Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) habe zum Beispiel zu Beginn der Krise Schutzkleidung vorbeigebracht, gefragt, was noch benötigt wird. Beim Kreis konnten ganz schnell Masken abgeholt werden. „Das hat alles sehr gut funktioniert“, sagt Matz.
Treffen mit Abstand
Das sei ein Grund dafür, dass es im Heim keine Corona-Infektion gab. „Wir freuen uns, dass wir in der gesamten Zeit überhaupt keinen Todesfall hatten“, meint Matz. Das Seniorenzentrum nutzt die beiden unteren Stockwerke. 48 Bewohner leben aktuell im Caritas-Altenzentrum. Es gab Zuzüge von Bewohnern, die anschließend ins künftige Domizil kommen – das Caritas-Altenzentrum St. Nikolaus in Landstuhl. „Wir nehmen momentan Bewohner auf, die anschließend mit nach Landstuhl umziehen“, erläutert Matz. Was den ursprünglich für Anfang April geplanten Umzug nach Landstuhl anbelangt (die RHEINPFALZ berichtete mehrfach), der verschoben werden musste, „wird dieser angegangen, sobald die Corona-Risikosituation das zulässt“, sagt Matz. Es stehe fest, „dass der Umzug aufwendiger werden wird“, verdeutlicht Matz. Etwa weil noch lange Zeit Mindestabstände einzuhalten sein werden. Das tangiert zum Beispiel den Transport.
Ab Montag werden auf Maria Rosenberg die neuen gelockerten Besuchsregeln umgesetzt: Im Hof und im zentralen Speiseraum, der seit dem Lockdown nicht mehr genutzt wird – die Wohngruppen essen gemeinsam in ihren Sozialräumen –, können Angehörige und Bewohner sich wieder persönlich sehen. Mit dem gebotenen Mindestabstand von 1,50 Meter, „unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften“, sagt Matz. Auch wenn es den Bewohnern in den vergangenen Wochen gut gegangen sei, brauche es „diese guten und wichtigen persönlichen, sozialen Kontakte“, so Matz. Im Freien wurden zwei Pavillons gerichtet, die Treffen bei schönem Wetter ermöglichen. Im zentralen Speisesaal, der am Freitag umgebaut wurde, gibt es gleichfalls zwei voneinander getrennte Möglichkeiten, um sich zu treffen.
Geschenke an der Pforte
Während dort umgebaut wurde, hat sich gezeigt, wie gut Angehörige und Bewohner zuletzt kommunizieren konnten, trotz des Betretungsverbotes für das Haus. Die Mitbringsel für Oma wurden an der Pforte abgegeben. Während sich Kinder und Mama am Zimmerfenster unterhielten, wurden die Geschenke ins Zimmer gebracht. Die Freude darüber: unübersehbar.
Um die Risiken so weit wie möglich zu minimieren, „gilt seit Freitag nicht nur für das Gebäude selbst, sondern auch für die Freiflächen ein Betretungsverbot“, erklärt Matz. Vor Corona war der Weg rund ums Seniorenzentrum bei Spaziergängern beliebt. Zum Schutz der Bewohner darf dieser Weg, der an den Pavillons vorbeiführt, nicht mehr benutzt werden. „Das Betreten ist nur nach vorheriger Absprache mit der Einrichtungsleitung möglich“, sagt Matz.
Zwingend erforderlich ist eine Anmeldung zwei Tage vor einem geplanten Besuch. Dafür werden Listen geführt. Es dürfe immer nur ein Besucher kommen. Lassen es die Terminkapazitäten zu, dürfen es im Verlauf der Woche unterschiedliche Besucher sein.
Mehr Mitarbeiter da
Die Personalstärke bei der Besetzung – 50 Mitarbeiter gibt es – wird jetzt um 20 Prozent hochgesetzt, damit die neuen Besuchsregeln umgesetzt werden können. „Auch am Wochenende“, unterstreicht Matz, der sich in den vergangenen Wochen auf engagierte Mitarbeiter verlassen konnte. Sie stellten zum Beispiel ihre privaten Handys zur Verfügung, bis der Wlan-Hotspot installiert, das Internetcafé eingerichtet war, damit Bewohner kommunizieren konnten. Pfarrer Bernd Schmitt habe die Bewohner regelmäßig mit seelsorgerischen Impulsen versorgt, sagt Matz.
Ein Corona-Opfer ist das beliebte Sommerfest im Altenzentrum. Als Ersatz grillten Matz und Küchenchef René Jäger am Freitag für die Bewohner.