Kreis Südwestpfalz Beide Landratskandidaten möchten, dass die Städte Teil des Kreises werden
Die Städte Zweibrücken und Pirmasens sollten Teil des Landkreises Südwestpfalz werden − und zwar in naher Zukunft. Darin waren sich die Landratskandidaten Susanne Ganster (CDU) und Peter Spitzer (SPD) bei der RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion am Dienstag in Contwig einig.
Es sei „richtig und wichtig“, enger zusammenzuarbeiten, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Peter Spitzer vor mehr als 300 Zuschauern in der VT-Turnhalle. Als Region mit 170 000 Einwohnern könne man gegenüber der Landesregierung stärker auftreten, als wenn die drei Gebietskörperschaften ihre Anliegen getrennt vorbringen. „Ich vertrete diese Großregion, ich möchte diese Großregion“, erklärte Spitzer − auch wenn das bedeute, „sich mit 14 Prozent Pirmasenser Arbeitslosigkeit zu belasten“. Gerade bei der Schullandschaft hätten sich die drei in der Vergangenheit stärker abstimmen müssen, verwies Spitzer auf „Parallelentwicklungen“. Welche Schule würde er schließen? Auf diese Frage von Moderator Georg Altherr (RHEINPFALZ) gab Spitzer keine konkrete Antwort. Das könne man „nur im Dialog“ entscheiden, etwa an einem Runden Tisch. Die ersten Schritte in diese Richtung seien „leider zehn Jahre überfällig“. Die Eingemeindung der kreisfreien Städte solle binnen der nächsten acht Jahre gelingen − „bis zum Ende meiner ersten Amtszeit als Landrat“, wie Spitzer mit einem Augenzwinkern ergänzte. Susanne Ganster, die sich bei der Wahl am kommenden Sonntag ebenfalls um die Nachfolge von Landrat Hans Jörg Duppré bewirbt, erklärte, der Landkreis und die beiden Städte könnten nicht von heute auf morgen zusammenwachsen. „Ein gemeinsames Jugendamt, eine Wirtschaftsförderung − das ist noch Zukunftsmusik.“ Dazu müsse die Fusion erst „gesetzlich verankert“ sein. Doch sei es sinnvoll, die Zusammenarbeit schon jetzt auszubauen. Der Landkreis übernimmt beispielsweise beim Veterinärwesen schon jetzt Aufgaben für die beiden Städte. „Der Weg hat sich schon angekündigt“, fand sie und nannte auch das Gesundheitsamt des Kreises, das ebenfalls für die beiden Städte zuständig ist. Auch für die Landtagsabgeordnete Ganster liegt „die Zukunft in der Großregion“. In den nächsten zwei bis drei Jahren − so sieht es auch die Gebietsreform der Landesregierung grob vor − müssten die Landkreise erfahren, in welche Richtung sie sich entwickeln sollen. In der Kreisverwaltung Südwestpfalz herrsche Raumnot − „und es ist schwer, eine Anbau-Entscheidung zu treffen, wenn man nicht weiß, wie es weitergeht“, sagte sie. Straßensanierungen dürften nicht an der Kreisgrenze enden, und wer ein Gewerbe ansiedeln möchte, frage nicht nach Gemarkungsgrenzen. Nach Zweibrücken bestünden bereits gute Kontakte, mit Pirmasens könne man noch besser zusammenarbeiten, fand Ganster. Info Der Offene Kanal Südwestpfalz hat die Podiumsdiskussion aufgenommen und zeigt sie morgen, Freitag, um 19 und 23 Uhr und am Samstag um 10.20, 14.20, 18.20 und 22.20 Uhr. Zu diesen Zeiten kann man sie auch unter oktv-suedwestpfalz.de im Internet sehen. Dort findet man auch einen Link zur Mediathek auf Youtube, wo man den Beitrag jederzeit im Internet anschauen kann.