Kreis Südwestpfalz Bei Bischoff tritt Ammoniak aus

Eine Armada von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen war gestern in Winnweiler im Einsatz.
Eine Armada von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen war gestern in Winnweiler im Einsatz.

In der Bischoff-Brauerei in Winnweiler ist es gestern gegen 11 Uhr zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem der chemische Stoff Ammoniak austrat. Feuerwehren und Rettungsdienst waren im Großeinsatz. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Polizei nicht. Ein Mitarbeiter wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Das massive Aufgebot von Rettungskräften, Feuerwehren, Polizei und Spezialeinsatzkräften ließ Schlimmes befürchten – nach Informationen der RHEINPFALZ stellte sich der gestrige Einsatz bei der Brauerei Bischoff in Winnweiler aber als weniger schlimm heraus, als zunächst befürchtet. Bei Wartungsarbeiten hatte es ein Leck an einer Ammoniak-Leitung gegeben. „Ein Mitarbeiter hat aus Versehen die Leitung angebohrt“, bedauert Geschäftsführer Sven Bischoff im Gespräch mit der RHEINPFALZ. In der Folge kam es zu einem Austritt des stark reizenden Gases. Die alarmierten Einsatzkräfte rückten in großer Zahl an, um eine mögliche Gefahr für Brauerei-Mitarbeiter und Bevölkerung abzuwenden. Dazu wurden nicht nur die Ortswehren Winnweiler, Imsbach, Münchweiler und Steinbach alarmiert, sondern auch Feuerwehrleute aus Enkenbach, der Gefahrstoffzug des Donnersbergkreises und Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern. Daneben wurde – auch zur Versorgung der übrigen Einsatzkräfte – die Schnelleinsatzgruppe „Betreuung“ des Roten Kreuzes an die Einsatzstelle beordert, zudem mehrere Rettungswagen, ein Leitender Notarzt und die Organisatorische Leitung des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes. Die Einsatzleitung vor Ort übernahm der Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) des Kreises Christian Rossel. Insgesamt waren laut Feuerwehrangaben rund 150 Einsatzkräfte beteiligt. Mit Wasser konnte der Gasaustritt durch die Spezialkräfte unter Vollschutz-Gummianzügen und mit Atemschutz niedergeschlagen werden. „Bei den aktuellen Temperaturen halten es die Kollegen nicht länger als 15 bis 20 Minuten in so einem Anzug aus. Dadurch erklärt sich auch die große Personalstärke, mit der wir hier vor Ort sind“, erklärt KFI Rossel. Zudem müssten die Anzüge nach jedem Einsatz direkt wieder überprüft werden. Man käme also schnell an Personal- und Materialgrenzen. Parallel zum Einsatz in der Brauerei überprüften mehrere Messwägen rund um das Werksgelände eine mögliche Ammoniak-Belastung in der Luft, was aber zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen sei. „Die Messungen, die wir durchgeführt haben, sind sehr genau. Glücklicherweise war die im Werk ausgetretene Menge sehr gering“, so Rossel. Gegen 14.15 Uhr konnte das Leck an der Leitung abgedichtet werden. Der betroffene Mitarbeiter wurde vorsorglich ins Westpfalzklinikum Kaiserslautern gebracht, konnte das Krankenhaus aber zwischenzeitlich ohne Anzeichen von Vergiftungserscheinungen wieder verlassen. Für den Dauer des Einsatzes wurden einige Straßen, unter anderem die K 4 in Richtung Imsbach, gesperrt, um den Einsatzkräften, die mit massivem Fahrzeugaufgebot vor Ort waren, die Zu- und Abfahrt zu ermöglichen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd konnte die Unfallstelle am gestrigen Nachmittag wieder freigeben. Die Produktion der Brauerei konnte wieder aufgenommen werden. Vor knapp einem Jahr, im August 2016, hatten die Feuerwehren übrigens genau einen solchen Unfall bei der Brauerei Bischoff in Winnweiler als Abschlussübung ihrer Ausbildung trainiert. Wie schnell eine Übung Realität werden kann, zeigte der gestrige Tag anschaulich.

Mit Gefahrstoff-Anzügen und Atemschutz konnten die Spezialkräfte das Leck in der Leitung am frühen Nachmittag verschließen. Aufg
Mit Gefahrstoff-Anzügen und Atemschutz konnten die Spezialkräfte das Leck in der Leitung am frühen Nachmittag verschließen. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen mussten die Feuerwehrleute immer wieder ausgewechselt werden. Sie wurden vom Rettungsdienst betreut.
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