Hauenstein
Behinderten Menschen den Alltag erleichtern
„Wir sind sehr froh, dass wir zwei kompetente Leute bestellen konnten, die aus beruflichen beziehungsweise familiären Gründen eine besondere Nähe zu dem Bereich haben“, konstatierte Verbandsbürgermeister Patrick Weißler, der beide ins Amt einführte. Der 66-jährige Hans Wietstock, der beruflich immer in der Schuhindustrie beschäftigt war, hat einen 30-jährigen schwer behinderten Sohn. Raymund Burkhard, derzeit in der Passiv-Phase der Altersteilzeit, verfügt über berufliche Erfahrungen als Pfleger in Krankenhäusern, der Psychiatrie und in Altersheimen und war 25 Jahre lang Leiter des Hauses an der Queich in Wilgartswiesen, einer Pflegeeinrichtung für Blinde und mehrfach behinderte Menschen.
Bei der Suche nach Lösungen unterstützen
„Wir wollen Behinderten und ihren Angehörigen vor allen Dingen als Ansprechpartner und beratend zur Seite stehen“, sagen Hans Wietstock und Raymund Burkhard. Sie seien keine Sachbearbeiter, könnten aber Lösungswege und Hilfen aufzeigen. Das fange mit Hinweisen zu den verschiedenen Förder- und Zuschussmöglichkeiten für Behinderte an, gehe über Hilfen beim Umgang mit Ämtern, Behörden und Einrichtungen bis hin zur Beratung über eine mögliche Förderung notwendiger Umbauten. „Wir wollen ein niederschwelliges Angebot bieten und helfen, dass behinderte Mitmenschen zu ihrem Recht kommen und weitgehend am Leben teilnehmen zu können“, sagen Wietstock und Burkhard, die auch schon Kontakt mit den Amtskollegen Martin Miller und Mitsch Schreiner aus Dahn aufgenommen haben.
Die Welt aus anderer Perspektive sehen
Bei ihrer Tätigkeit sei es eine Hilfe, die Welt aus der Perspektive der Behinderten zu sehen. Dann falle beispielsweise auf, wie oft Behindertenparkplätze – in Hauenstein namentlich am Marktplatz und am Edeka-Markt – blockiert würden. Darauf angesprochen, höre man von den Falschparkern mit „Ich wollte doch nur mal kurz…“ immer die gleiche Entschuldigung, die freilich wenig helfe. Ärgerlich seien auch durch Pkw zugeparkte Gehwege, die keinen Platz für Rolli-Fahrer ließen.
Auch Ratgeber für die Verwaltung sein
Auch die Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen oder von Gaststätten sei nicht immer behindertengerecht. Hier könne man Hinweise geben. Oft seien es auch nur Kleinigkeiten, wie Hans Wietstock berichtet: Die Rampe am Parkplatz Landauer Straße zum Friedhof sei von Bewuchs überwuchert gewesen und für den Rollstuhl nur schwer passierbar. Ein Hinweis an den Bauhof habe für Abhilfe gesorgt. Auch er habe bereits einen „Hilferuf“ erhalten, berichtet Burkhard: Ein Hauensteiner bat um Hilfe bei seinem Anliegen, vor seinem Haus einen Behindertenparkplatz einzurichten.
„Die beiden Männer haben den entsprechenden fachlichen Hintergrund, sehen, wo es fehlt, und wissen, was es heißt, mit Behinderten umzugehen“, sagte Patrick Weißler. Deshalb seien sie in der Lage, Betroffene, Behinderte und ihre Angehörigen zu beraten, ihnen zu helfen und Türen zu öffnen. Dem Verwaltungschef ist es auch wichtig, die beiden Beauftragten als Ansprechpartner zu haben, die auch die Verwaltung in allen Behinderte betreffenden Angelegenheiten beraten können.