Kreis Südwestpfalz Bauland ist in Riedelberg am billigsten

Im Landkreis Südwestpfalz wurden in den beiden vergangenen Jahren insgesamt 234 Grundstücke verkauft, die meisten in der Verbandsgemeinde Rodalben. Die Preise sind in den Neubaugebieten gestiegen, in den Mischgebieten gesunken. Damit hält der Trend der vergangenen Jahre an. Die teuersten Grundstücke wurden in Hauenstein veräußert, die billigsten in Riedelberg.
Das geht aus Ermittlungen des Gutachterausschusses hervor, der die Grundstücksrichtwerte für Wohnbauflächen, gemischte und gewerbliche Bauflächen sowie landwirtschaftliche Flächen in der Südwestpfalz zum 1. Januar 2018 beschlossen hat (wir berichteten am 12. Januar). Zur Ermittlung der Bodenrichtwerte werden laut Michael Loos, dem Abteilungsleiter Bodenmanagement beim Vermessungs- und Katasteramt Westpfalz, die Ortslagen der Gemeinden nach Nutzung in Zonen unterteilt. Für jede Zone wird ein durchschnittlicher Bodenrichtwert je Quadratmeter ermittelt, der für ein typisches Grundstück (Richtwertgrundstück) gilt. Ausgangsbasis für die neuen Bodenrichtwerte waren die Grundstücksgeschäfte der Jahre 2016 und 2017. Dazu werden alle Kaufverträge ausgewertet und die Ergebnisse in die Kaufpreissammlung eingetragen. 2016 und 2017 waren es 234 verkaufte Bauplätze. In den zwei Jahren zuvor waren es 201 Bauplätze; die Zahl der Verkäufe ist also um gut 16 Prozent gestiegen. Bodenrichtwerte stellen für die konkrete Bewertung im Einzelfall nur Anhaltspunkte zur Preisfindung dar. Weichen Grundstücke innerhalb einer Zone zum Beispiel aufgrund ihres Erschließungszustandes, ihrer speziellen Lage, der baulichen Nutzung, der Bodenbeschaffenheit oder des Zuschnitts vom Richtwertgrundstück ab, so ändert das auch ihren Verkehrswert. Während die Preise in den Neubaugebieten jahrelang stagnierten, sind sie nun im Kreis Südwestpfalz um zehn Prozent gestiegen. In den Mischgebieten − wo Wohnhäuser stehen, aber auch Gewerbebetriebe − sind die Werte dagegen um fünf Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang ist in der gesamten Westpfalz mit Ausnahme des Kreises Kaiserslautern festzustellen. Die Anzahl der Verkäufe ist in den Verbandsgemeinden recht unterschiedlich. In der Verbandsgemeinde (VG) Rodalben wurden mit 64 Bauplätzen die meisten veräußert; vor zwei Jahren waren es nur 31. Auch die Wertsteigerung ist hier mit 15 Prozent am höchsten. Die VG Dahner Felsenland konnte trotz einer Steigerung von 34 auf 38 Verkäufe ihren ersten Platz von vor zwei Jahren nicht verteidigen. Hier stiegen die Preise für Wohnbauflächen um elf Prozent. Die neue VG Thaleischweiler-Wallhalben bleibt mit 33 Bauplätzen (2016: 30) auf dem dritten Rang, die Steigerung der Preise liegt bei fünf Prozent. Es folgen die VG Zweibrücken-Land (30 Bauplätze, elf Prozent Preissteigerung), die VG Hauenstein (22 Bauplätze, elf Prozent Preissteigerung) und die VG Pirmasens-Land (20 Bauplätze, fünf Prozent Preissteigerung). Das vormalige Schlusslicht, die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, steigerte sich von 23 auf 27 verkaufte Bauplätze und hat eine Preissteigerung von elf Prozent zu verzeichnen. Die höchsten Preise werden aktuell in Hauenstein mit 130 Euro pro Quadratmeter und in Dahn mit 125 Euro pro Quadratmeter erzielt. Es folgen Bechhofen und Contwig mit 115 Euro pro Quadratmeter. Im übrigen Landkreis bewegen sich die Preise zwischen 50 und 70 Euro pro Quadratmeter für Wohngebiete, in den Mischgebieten meist deutlich darunter. Am billigsten sind die Grundstücke in Riedelberg (31 Euro) und Krähenberg (34 Euro). Ausschlaggebend für die Attraktivität und damit auch für den Preis in Neubaugebieten sind die Lage, die Verkehrsanbindung und das Arbeitsplatzangebot. Auch der Trend zu möglichst ebenen Bauflächen und zum Bauen ohne Keller hält an. Da es nur wenige neuere Neubaugebiete (etwa in Contwig) gibt, verteilen sich die Verkäufe über das gesamte Kreisgebiet. Die meisten Bauplätze − 23 an der Zahl − wechselten in Münchweiler den Eigentümer. Oft gibt es zwischen zwei benachbarten Orten ein recht starkes Gefälle im Bodenrichtwert. Jeder Kilometer mehr zur nächsten Autobahn beziehungsweise Bundesstraße drückt sich direkt im Bodenrichtwert aus. Bei Gewerbeflächen ist keine große Bewegung zu verzeichnen, ein leichtes Plus von vier Prozent ist aber in der ganzen Westpfalz zu erkennen. Waren die Werte für landwirtschaftliche Grundstücke vor zwei Jahren noch stark gestiegen, so stagniert der Markt nun wieder. Nur beim Wald ist weiterhin ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Hier stieg der Wert von 48 Cent pro Quadratmeter (inklusive Aufwuchs) auf 50 Cent. Der Anteil des Grund und Bodens am Gesamtkaufpreis beträgt 30 Prozent, der Rest wird für den Aufwuchs bezahlt; bei forstwirtschaftlich gepflegten Wäldern (Douglasien, Eichen) ist der Aufwuchsanteil höher. Info Informationen zu den Bodenrichtwerten können in der Servicestelle des Vermessungs- und Katasteramtes Westpfalz unter Telefon 06331/5011-1150 kostenpflichtig abgefragt werden. Im Geoportal (www.geoportal.rlp.de) können die neuen Werte ab April eingesehen werden.