WINTERBACH / REIFENBERG / BATTWEILER RHEINPFALZ Plus Artikel Bauern wünschen sich noch mal einen Regen, der richtig ins Erdreich eindringt

Der Mais bräuchte noch Regen, dem Getreide würde der nichts mehr nutzen. Das Foto entstand bei Battweiler.
Der Mais bräuchte noch Regen, dem Getreide würde der nichts mehr nutzen. Das Foto entstand bei Battweiler.

Vertrauter Ernteduft zieht über die Sickinger Höhe und durch das Zweibrücker Land. Dem Mais, dem Grünland und den Grumbeeren fehlt ganz dringend Regen. Der frühe Start in die Getreideernte ist bescheiden. Auch der ständige Wind und die unangenehm vom Himmel stechende Sonne sind zu einem riesigen Problem geworden.

Die Getreideernte hat sehr früh begonnen, was ein deutliches Zeichen ist, dass der Vegetationsablauf nicht im normalen Zeitfenster liegt. Der fehlende Regen seit Ende Mai hat die schnelle Abreife der Wintergerste ausgelöst. „Das Getreidekorn war insgesamt zu klein und dazu der Ertrag in diesem einzigen Acker noch so negativ unterschiedlich“, klagt Landwirt Klaus Blinn aus Winterbach. Gerade presst der Sohn das hellgelbe und gut trockene Stroh zu Rundballen. Auch an der Menge des Strohs könne man noch gut erkennen, dass der Gerste viel notwendiges Wasser gefehlt hat. Auch jetzt könne es nicht regnen, obwohl schon mindestens zwei Wochen viele dunkle Wolken aus Frankreich über uns hinwegziehen, so Blinn. „Dieser Wind, der ständig kräftig bläst, macht einen verrückt,“ sagt der Bauer. Der sei wohl auch mit schuld, dass es kaum einen Tropfen regnet, obwohl überall das Erdreich knochenhart sei. Der Wind würde die Verdunstung noch zusätzlich beschleunigen.

Menge fehlt beim Heu und beim Grünfutter

In der Nachbargemarkung hat er nach der Mittagszeit Heu geerntet, was den gesamten Aufwand fast nicht gelohnt hat. Zu dünn und spärlich stand das Gras, weil auf dem weitgehend sandigen Boden der fehlende Regen noch schlimmere Auswirkungen hat. In seinen Talwiesen am Winterbach und Wiesbach war das Futter besser, da es dort wie immer zur Sommerszeit noch um einiges feuchter war. Trotzdem kann dies die fehlende Menge an Futtervorrat für den Winter nicht ausgleichen, so Blinn. „Was soll das Vieh fressen, wenn Weihnachten vorbei ist?“, fragt der Bauer nachdenklich. Der zweite Schnitt des Grünfuters war nicht die erhoffte Lösung. Dies sei nicht nur seine alleinige Einschätzung, erklärt der Landwirt.

„Wir haben erneut ein schwieriges Jahr in der Landwirtschaft“, berichtet Kurt Lauer vom Stockbornerhof. Der fehlende Regen, der sich nicht beruhigende Wind und die unangenehm vom Himmel stechende Sonne sind zu einem riesigen Problem geworden. Das Vieh, der Mensch und die Natur leiden unter dieser starken Veränderung unserer Wetterlage, glaubt der erfahrene Bauer vom Hof. Es werde nur noch Tage dauern, dann sind die Wiesen braun gebrannt, sodass die Hoffnungen auf einen besseren dritten Schnitt schnell ausgeträumt sein dürften, so Lauer.

Hoffnungen ruhen auf dem Silo-Mais

Alle Hoffnungen, die Futtervorräte doch noch ausreichend einlagern zu können, setzen die Bauern jetzt auf den Silo-Mais. Er hat vom letzten Regen stark profitiert. Nur jetzt bräuchte er dringend noch einmal einen gut ins Erdreich einweichenden Regen, damit sich auch die Kolben gut ausbilden können, meint Blinn. Außerdem gibt es noch einige Maisfelder, wo der nachgesäte Mais kaum 20 Zentimeter hoch ist, sodass der ohne Regen eine teuere Nullnummer für einige Landwirte wird. Bekommt er jedoch noch richtig Feuchtigkeit, dann würde er bis Oktober noch die Kurve kriegen, denkt Blinn. Roter und blauer Klee hat überall schön ausgeschlagen, aber ohne Wasser stirbt in den nächsten Tagen alles ab, so wie im vergangenen Jahr. Ein großes Ärgernis für die Bauern, denn das Vieh liebt dieses schmackhafte und energiereiche Futter.

Trübe Aussichten beim Getreide

Nachdem die Wintergerste schon hinter den Erwartungen bleibt, wird es bei der Braugerste für die Bierherstellung kaum besser werden, befürchten die Bauern. Beim Weizen und der Triticale gibt es zahlreiche Felder, wo die Ähren schön groß sind, sodass man hier mit einem vielleicht normalen Ertrag rechnen könnte, erläutern Jonathan und Jörg Klein aus Winterbach. Schlecht wäre nur, wenn jetzt wieder eine extreme Sommerhitze käme, die eine zu schnelle Abreife herbeiführen würde. Die Felder sind jetzt schon in ihrer rötlichgelben Farbe weit fortgeschritten im Reifeprozess. Beim Getreide würde der Regen keine Verbesserung mehr bringen, da er zeitlich zu spät wäre.

Henning Götz, der Biobauer vom Kirschbacherhof, ist noch zuversichtlich, dass er bei seinem Dinkel und dem Einkorn mit einer normalen Ernte rechnen kann. Bei ihm würde sich Regen bei der Qualität noch bemerkbar machen. Seine Heuernte war noch in Ordnung, aber auch bei ihm benötigt das Grünland bald Wasser vom Himmel, dann ginge es auch seinen vielen Talwiesen besser.

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