Reifenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Bauern bringen Lichterglanz zu den Altenheimen

Christian Kau vom Stockbornerhof (links) und Noah Simon aus Reifenberg vor ihren geschmückten Traktoren.
Christian Kau vom Stockbornerhof (links) und Noah Simon aus Reifenberg vor ihren geschmückten Traktoren.

Traktoren, geschmückt mit Lichterketten werden am Sonntagabend zwischen Zweibrücken und Pirmasens unterwegs sein und an Altenheimen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorbeifahren. Die 70 Kilometer lange Strecke führt auch durch mehrere Dörfer. „Ein Funken Hoffnung“, so heißt die Aktion, bei der auch zwei Reifenberger mitmachen. Als sie ihre Schlepper unserem Fotografen vorstellten, waren die Dorfkinder begeistert.

„Ein Funken Hoffnung“ heißt eine bundesweite Aktion von Landwirten, die mit ihren geschmückten und beleuchteten Schleppern Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen anfahren, um die Bewohner zu erfreuen. Christian Kau vom Stockborner Hof und Noah Simon aus Reifenberg beteiligen sich am Sonntag an der Aktion und haben eine 70 Kilometer lange Fahrtroute durch die Südwestpfalz geplant. Zu ihnen werden sich Bauern und Schlepperfahrer aus der Region gesellen.

Die Idee stammt von einem Bauer aus der Nähe von Köln

Markus Wipperfürth, ein Bauer und Lohnunternehmer aus der Nähe von Köln, hatte laut Christian Kau die Idee zum Schlepper-Konvoi. „Weil überall wegen Corona die Weihnachtsmärkte ausfallen, wollte er die Bewohner der Heime und Patienten der Krankenhäuser trotzdem ein bisschen erfreuen und hat deshalb seinen Traktor geschmückt mit Lichterketten und Tannenzweigen und ist mit ein paar Freunden losgefahren“, erklärt Kau die Entstehungsgeschichte der vorweihnachtlichen Schleppertour.

Das war am 5. Dezember, und seine Aktion schlug besonders in den digitalen Medien hohe Wellen und bekam laut Kau ausschließlich positive Resonanz – ähnlich wie am Sonntag in Pirmasens, wo geschmückte Einsatzfahrzeuge von THW, Feuerwehr, Rettungsdiensten und der Polizei durch die Stadt fuhren. Kau war Anfang Dezember mit 21 weiteren Schlepperfahrern aus der Westpfalz und Kaiserslautern dabei – zwei Stunden lang von Landstuhl über Ramstein und Kaiserslautern und wieder zurück.

Die Aktion zog Kreise: Passanten luden Videos im Internet hoch. Deutschlandweit seien die Reaktionen positiv gewesen. „Da dachte ich mir, man könnte das Ganze doch noch mal wiederholen“, erzählt Kau. Zumal sein Freund Noah Simon aus Reifenberg Anfang Dezember verhindert war, aber unbedingt auch mitfahren wollte. Dazu kamen weitere Landwirte aus der Region.

„Dann habe ich mich an die Routenplanung gemacht und angefangen, Genehmigungen einzuholen. Ich habe sämtliche Ordnungsbehörden und die Polizei angerufen. Angefangen habe ich in Thaleischweiler bei der Verbandsgemeinde-Verwaltung. Die haben das mit der Kreisverwaltung abgeklärt, und von dort hieß es dann, wir brauchen keine Genehmigung, wenn wir nicht über 30 Schlepper kommen“, erzählt Kau.

Wenn der Konvoi zu lang wird, fahren Polizeiautos mit

Allerdings hätte der Konvoi dann auch kein Sonderfahrrecht. Das bedeutet, keine Polizeibegleitung und an jeder roten Ampel stehenbleiben müssen, sodass der Schlepperzug eventuell auseinander gezogen wird. „Jetzt überlegen wir noch, ob wir nicht doch eine Genehmigung beantragen, dann hätten wir Polizeifahrzeuge vor und hinter der Kolonne“, so Kau.

Der Konvoi startet am Sonntag, 20. Dezember, bei Anbruch der Dunkelheit am Stockbornerhof. Die Strecke soll über Rieschweiler und Thaleischweiler nach Pirmasens führen, dann über Bottenbach und Dellfeld nach Contwig, weiter nach Zweibrücken und wieder zurück. Sie ist über 70 Kilometer lang. Optimistisch haben die Schlepperfreunde ihre Rückkehr für 20 Uhr geplant.

Die Schlepper der beiden Organisatoren Christian Kau und Noah Simon sind schon fertig geschmückt. Während Kaus Deutz-Schlepper eher schlicht mit warmweißer Lichterkette geschmückt ist, wartet der Traktor von Noah Simon mit ganz vielen bunten Lichtern auf, die sich in den Farben abwechseln. Sogar die Felgen haben die beiden Landwirte mit Lichterketten geschmückt. Beim Fototermin neben dem Reifenberger Dorfplatz zogen die beiden mit Lichtern und Tannenzweigen geschmückten Nutzfahrzeuge am Samstag etliche Schaulustige an, vor allem unter den Kindern im Dorf verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer.

Zweibrücker Wichernhaus und Haus Bethesda dabei

Auf ihrer Tour am Sonntag fahren die Schlepper langsam vorbei an den Einrichtungen, von denen sich auch einige selbst beworben haben für den Besuch. Zusammen mit Antonio Heber kümmerte sich Noah Simon um die Einrichtungen und telefonierte sich die Finger heiß. Stehenbleiben ist nicht erlaubt. Ganz genau steht noch nicht fest, wo die Traktoren überall vorbeifahren. Mit dabei sind das Wichernhaus in Zweibrücken und das Haus Bethesda in Thaleischweiler, wo die Bewohner aber nicht vor die Tür dürfen und nur aus den Fenster winken können.

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