Kreis Südwestpfalz Battweiler: Andreas Veith hat Westafrikanische Zwergziegen auf dem Bauernhof
Ein klassisches Geburtstagsgeschenk war es nicht, was Andreas Veith aus Battweiler vor drei Jahren von seiner Freundin Laura Veit aus Nünschweiler bekam: zwei Westafrikanische Zwergziegen. Ein Jahr später kam ein Ziegenbock dazu. Sie haben bereits zum dritten Mal Zicklein: Zwillinge und Drillinge. Doch Veit und Veith wollen Hobbyhalter bleiben.
„Zuhause auf dem Betrieb haben wir ein paar Kamerunschafe. Die Ziegen sind anders. Sie sind lebhaft und neugierig. Ich habe sie einfach schön gefunden“, erzählt die Nünschweilerin. Sie erinnerte sie sich an die kleinen Ziegen in einem Zirkus, die in ihrer Kinderzeit lustige Kunststücke aufführten. So kamen die Geißen oder Zicken, wie die weiblichen Tiere heißen, aus Contwig auf den Bauernhof von Ortsbürgermeister Werner Veith nach Battweiler.
Mobile Unterkunft aus Holz
2016 seien die Ziegen fast das ganze Jahr über im Freien gewesen. Dort haben sie eine eigens für sie gezimmerte mobile Unterkunft aus Holz. Für die Geburt der Lämmer gehen sie jedoch in einen ehemaligen Stall. Die Ziegen seien wahre Ausbruchskünstler, sagt Laura. Schwachstellen am Zaun entdecken sie sofort. „Für Ziegen gibt es eigentlich keine Zäune“, meint Andreas ironisch. Bei den Veiths werden sie hinter einem Maschendrahtzaun von 1,70 Meter Höhe gehalten. Die lustigen Tiere springen und klettern gern. Brennholzstapel und Motorhauben würden sie geradezu anziehen, so Veith. Wenn eine Ziege ausbüchst, findet sie jedoch auch wieder zurück. Veith: „Die Ziegen kennen die Schleichwege im Ort.“
Gras, Disteln und Holz
Die Zwergziegen seien menschenbezogen. Man könnte wahrscheinlich sogar mit ihnen spazierengehen. Wenn man pfeift, kommen sie. Getrocknetes Brot eigne sich gut zum Locken, so Veith. Ansonsten fressen sie fast alles – von Gras über Disteln bis Holz. Auch Hecken mit Dornen und Stacheln kriegen sie klein. Den Wiederkäuern zugefüttert werden Heu und Mineralfutter. Im Winter ist das kurze Haarkleid der Zeigen dichter. „Die Tiere vertragen zwar Kälte, aber keine Nässe“, sagt Andreas Veith. Die Klauen seien besonders empfindlich, daher sei eine Klauenpflege notwendig. Zweimal im Jahr werden die Tiere mit einem Medikament entwurmt.
"Die verstehen sich ganz gut"
Um Nachwuchs zu bekommen, wurde vor zwei Jahren in Thaleischweiler ein Bock gekauft. „Mit seinen drei Jahren war er noch nicht ausgewachsen“, berichtet die 25-Jährige. Er habe sich gut eingelebt, sei aber nicht so zutraulich. Er frisst nicht aus der Hand und lässt sich nicht anfassen. Laura: „Der Bock steht meist außerhalb der Herde und beobachtet aufmerksam das Geschehen bei den Mutterziegen.“ Die verstehen sich ganz gut, seitdem sie durch Stoßen mit den Hörnern die Rangordnung abgeklärt haben. Veit findet: „Der Bock stinkt abartig.“ Besonders in der Paarungszeit strömt er einen strengen Geruch aus. Die Redewendung „stinken wie ein Bock“ kommt nicht von ungefähr. Der Grund ist einfach: Der Geruch der Böcke zieht die Geißen an und macht sie paarungsbereit, denn er wirkt direkt auf das Hirn der Ziegen.
150 Tage schwanger
Die Trächtigkeit der Ziegen beträgt wie bei den Schafen rund 150 Tage. Bei der Geburt der Zicklein brauchen die Tiere in der Regel keine menschliche Hilfe. Bei der inzwischen dritten Lammung habe man aber mitgeholfen. Da wieder Mehrlinge zu erwarten waren, habe man den Müttern geholfen, den Geburtsschleim schnell von der Nase zu entfernen, so dass die Atmung schnell einsetzen konnte.
Reine Liebhaberei
„Die Jungtiere bleiben etwa drei Monate bei ihrer Mutter. Dann trennen wir die weiblichen von den männlichen, da die jungen Böcke mit fünf bis sechs Monaten schon geschlechtsreif sind und zu decken versuchen“, erläutert der 34-Jährige. Die Ziegen werden erst später zeugungsfähig. Spätestens im neunten Lebensmonat oder vor dem Verlassen des Geburtsbetriebs müssen sie mit Ohrmarken gekennzeichnet und an das elektronische Bestandsregister HI-Tier in München gemeldet werden. Für Veit und Veith sind die lustigen, erfinderischen Zwergziegen reine Liebhaberei. „Es ist ein schönes Hobby, das viel Humor erfordert“, sind sie sich einig. Ein Ausgleich, bei dem man aber jeden Tag nach den Tieren sehen muss. Als Belohnung werde man freudig mit Meckern empfangen. Das Paar will jedoch keine Herde aufbauen. Daher sind von der letzten Geburt auch keine Kitze mehr auf dem Hof.