Kreis Südwestpfalz Bambi sucht Mama
Ein gerade einmal 60 Zentimeter großes Rehkitz hat sich am Montag vergangener Woche auf der Winterbacher Hauptstraße verirrt. Mutterseelenallein ist das junge Wildtier auf der Hauptstraße umhergelaufen. Anwohner Ulrich Wirth hat das Kitz in seinen Garten gelassen, damit es dort Schutz findet.
„Das kleine Rehkitz ist mit wackeligen Beinen auf der Straße umhergelaufen“, berichtet Wirth. Die verständigte Polizei habe an die Tierschutzhilfe verwiesen. Die habe im ersten Atemzug geraten, dass Wirth das Kitz in seinen Garten lässt. „Ich habe da vermutlich instinktiv richtig gehandelt, da ich das Tier nicht angefasst habe“, sagt Wirth, der erst kürzlich nach Winterbach gezogen ist. Wirth hat das Kitz vorsichtig in seinen Garten gescheucht, und seine Frau hat ihn den Tag über informiert, was das Tier so treibt. „Nach zweieinhalb Stunden hat meine Frau es nicht mehr gesehen. Da war es auf das Nachbargrundstück gelaufen“, erzählt Wirth. Als er abends von der Arbeit nach Hause gekommen ist, war das Kitz nicht mehr da. Auch nicht auf dem Nachbargrundstück. „Ich bin auch in der Gegend herumgefahren, um zu schauen, ob irgendwo ein Muttertier tot herumliegt. Das war aber nicht der Fall“, sagt Wirth. Der Winterbacher geht davon aus, dass das Kitz wieder den Weg zu seiner Mutter gefunden hat. Immerhin habe es den Tag über immer nach ihr gerufen. Die Tierschutzhilfe habe dem Winterbacher auch geraten, dass das Kitz einen offenen Zugang zum Wald brauche, damit Mutter und Rehkitz wieder zusammenfinden. Zum ungefähren Alter des Tieres kann Wirth wenig sagen. „Das Kitz hatte noch die Punkte in seinem Fell. Das bedeutet im Allgemeinen, dass es noch nicht sonderlich alt ist. Ganz genau kann ich aber sein Alter nicht einschätzen, da ich kein Rehexperte bin“, so Wirth. Der Deutsche Jagdverband weist darauf hin, dass Wiesen und Wälder im Juni und Juli eine große Kinderstube sind. In diesen beiden Monaten bekommen die meisten Vögel und Wildtiere ihren Nachwuchs. Der Jagdverband warnt davor, die Jungtiere anzufassen. Nimmt die Mutter menschlichen Geruch wahr, verstößt sie ihren Nachwuchs, der dann verhungern muss.