Waldfischbach-Burgalben
B270: Ausbau wird trotz Hitze früher fertig
„Bisher hat das auf der Baustelle alles sehr gut funktioniert“, sagt Mike Brückner, Straßenwärtermeister bei der Masterstraßenmeisterei Waldfischbach. Sein Kollege Markus Bold, Bautechniker bei der Masterstraßenmeisterei und bei der Sanierung der B270 auch Bauaufseher, stimmt zu. Mit Ferienende sollte die vierwöchige Baumaßnahme abgeschlossen sein. Das gelingt nun sogar früher. Trotz mancher Widrigkeiten.
Baumstämme auf die Straße geworfen
Zu den Widrigkeiten zählte auch ein Ereignis am Montagmorgen. Kurz nach 5 Uhr fuhr ein Mitarbeiter der Baufirma auf die Baustelle. Nicht ahnend, dass Unbekannte in der Nacht auf Montag – samstags war noch gearbeitet worden – Baumstämme auf die B270 geworfen hatten. In der Dunkelheit kollidierte er mit dem Hindernis. Für den Fahrer ging es halbwegs glimpflich aus, aber das Fahrzeug wurde so stark beschädigt, dass es wohl als Totalschaden einzustufen ist. Die Polizei sprach von einer sinnlosen Aktion, die deutlich schwerwiegendere Folgen hätte haben können. Ärger auf Baustellen, weil Verkehrsteilnehmer uneinsichtig sind und Sperrungen ignorieren, kennen Brückner und Bold zur Genüge. Abgesehen von der gefährlichen Baumstamm-Aktion hielten sie sich beim Ausbau der Ortsumfahrung von Waldfischbach-Burgalben aber in Grenzen.
Widrige Umstände gab es dennoch: Hitze und die phasenweise Sperrung der B10. Dass die beauftragte Firma Gerst & Juchem aus Edenkoben trotzdem innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens blieb, zeigt, dass sich die Planungen und Umplanungen für das 915.000 Euro teure Projekt gelohnt haben. Grundsätzlich sei es wichtig gewesen, die Arbeiten jetzt anzugehen. „Klar werden manche sagen, dass es Straßen gibt, deren Zustand noch schlechter ist“, sagt Brückner, ergänzt aber: „Wenn jetzt bei den vorhandenen Verdrückungen und Rissen nichts unternommen worden wäre, wäre in naher Zukunft ein Vollausbau der Straße notwendig geworden und sie wäre deutlich länger gesperrt worden.“ Zeit habe bei diesem Bauprojekt eine wichtige Rolle gespielt, erläutert Bold. Es sei zunächst überlegt worden, den Ausbau abschnittsweise unter Ampelregelung vorzunehmen. „Das hätte aber deutlich länger gedauert“, sagt Bold. Weil die B270 eine wichtige Verkehrsachse zwischen Pirmasens, der Südpfalz und Kaiserslautern ist, „haben wir davon schnell Abstand genommen“. Vollsperrung, die Baumaßnahme durchziehen, hieß die Alternative. Das beauftragte Unternehmen optimierte den Zeitplan bis kurz vor Baubeginn. Sommerbaustelle statt Sommerferien hieß es für die Mitarbeiter.
B-10-Sperrungen bremsen Asphaltlaster
Was niemand ahnen konnte: Die B10 musste wegen Unfällen mit Lastwagen – bei Pirmasens und bei Hinterweidenthal – mehrfach und teils länger gesperrt werden. Just zu diesen Zeiten sollte Lastwagen um Lastwagen, gefüllt mit Asphalt, über die B10 Richtung B-270-Baustelle rollen, um das heiße Material pünktlich zum Einbautermin anzuliefern. Der eine oder andere Lkw verfuhr sich auf den Umleitungsstrecken, blieb auch mal stecken. Aber unterm Strich funktionierte es, und Apshaltladung um Asphaltladung erreichte die Baustelle. Im Ort zeugten ständige Piepstöne rückwärts fahrender Lastwagen davon.
Asphaltieren bei 36 Grad
Für die Straßenbauer war es ein schweißtreibender Job, denn am vergangenen Wochenende, als die letzte Fahrbahn an der Abfahrt nach Kaiserslautern eine Asphaltdecke erhielt, kletterte das Thermometer auf über 36 Grad Celsius. Ähnlich hatten die Temperaturen an den Vortagen ausgesehen. Was in Schweiß an Litern floss, musste in Form von Wasser wieder aufgefüllt werden. „Es wurde Temperatur-abgesenkter Asphalt eingebaut“, erläutert Bold. Als kühl kann man die schwarze Masse deshalb aber noch lange nicht bezeichnen: „Asphalt hat in der Regel eine Temperatur von 170 Grad Celsius, wenn er verarbeitet wird. Temperatur-abgesenkt bedeutet, dass er auf 140 Grad Celsius runtergekühlt ist“, verdeutlicht Bold schmunzelnd.
In den vergangenen vier Wochen wurde ein 3,24 Kilometer langer Streckenabschnitt zwischen den Abfahrten von Pirmasens und Kaiserslautern kommend saniert. Inklusive der Abbiegespuren. Auf der freien Strecke wurde die Fahrbahn im Schnitt auf einer Breite von 8,50 Meter erneuert, in den Abfahrtsbereichen auf einer Breite von 12,50 Meter. Bei fünf Brücken wurde die Deckschicht erneuert. An der Moosalbbrücke wurden mit Gussasphalt Schadstellen ausgebessert und Risse vergossen.
Nun wird noch markiert
Insgesamt wurden auf der gesamten Streckenlänge (ohne die Brücken) jeweils 13 Zentimeter Asphalt abgefräst und vier Zentimeter Deck- sowie neun Zentimeter Binderschicht wieder aufgebaut, erläutert Bold technische Daten. Die Größenordnung beeindruckt: auf 28.000 Quadratmetern wurde unterm Strich gearbeitet. Dafür wurden 2800 Tonnen Material benötigt. 6300 Tonnen wurden für die Binderschicht verarbeitet. Das letzte Vergießen erfolgte am Dienstag.
Am Mittwoch rückten die Markierer an. Sieben Kilometer Längsmarkierung und zwei Kreuzungsbereiche müssen aufgezeichnet werden. Zuvor ist der Splitt von der neuen Asphaltdecke gekehrt worden. „Parallel dazu sind wir auch im Einsatz“, erläutert Mike Brückner bei der Streckenbefahrung. Der Landesbetrieb Mobilität, zu dem die Masterstraßenmeisterei gehört, sorgt unter anderem mit Mäharbeiten und Heckenschnitten dafür, dass am Straßenrand verkehrssichere Zustände herrschen, wenn die Strecke wieder freigegeben wird.
Und natürlich müssen die Bauarbeiten kontrolliert werden. Unter anderem mit dem sogenannten Planographen. Das ist ein Messgerät, mit dem sich feststellen lässt, ob die neue Fahrbahn eben hergestellt wurde. Eine ebene Fläche ist ein wichtiges Indiz für qualitativ gute Arbeit. Damit ist es nicht getan. Es werden noch Kernbohrungen genommen, um zu sehen, ob sich alles richtig verdichtet hat. Die Qualität des Materials wurde während des Einbaus ständig kontrolliert. Probe um Probe wurde entnommen, um die Zusammensetzung während der Bauphase prüfen zu können.
Verkehrssituation im Ort entspannt sich
Dass die Fertigstellung des Streckenabschnitts herbeigesehnt wird, hat nicht nur mit der damit verbundenen Umleitung durch den Ort zu tun. „Es war klar, dass das zu erhöhtem, in den Spitzenzeiten zu stark erhöhtem Verkehrsaufkommen in der ohnehin sehr stark befahrenen Hauptstraße in Waldfischbach-Burgalben führen wird“, sagt Brückner. Es habe aber seit Beginn der Bauarbeiten gut funktioniert. Bis zu einem unvorhersehbaren Ereignis, das zwar die Bauarbeiten auf der B270 nicht tangierte, wohl aber den Umleitungsverkehr: der Brand im ehemaligen Hotel Martin. Der hat zur Folge, dass die Hauptstraße seit Dienstagabend vergangener Woche gesperrt ist. Der Verkehr wird innerörtlich über die Lindenstraße umgeleitet. Eine unerwartete Geduldsprobe für alle Verkehrsteilnehmer und Anlieger. Umso mehr werden sie sich freuen, wenn zumindest der Umfahrungsverkehr bald wieder über die frisch sanierte B270 rollen kann.