Geiselberg
Bürgerstiftung nimmt Arbeit auf
„Eine tolle Zahl“, sagte Christiane Steinmetz, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Pfalz. „Sie haben uns im Gründerkreis in den letzten Monaten beziehungsweise Jahren sehr eng begleitet und unterstützt“, bedankte sich Volker Spieß für das Engagement. Die neue Geiselberger Einrichtung ist eine Treuhandstiftung der Bürgerstiftung Pfalz. Der frühere Bürgermeister Georg Spieß hatte den Kontakt hergestellt, erinnerte Steinmetz. Peter König, Mitglied im vierköpfigen Vorstand, bezeichnete die Gründung als „Meilenstein für unser Dorf und unsere Dorfgemeinschaft“. Es gehe darum, eine nachhaltige Entwicklung der Dorfgemeinschaft zu fördern und einen lebens- und liebenswerten Ort zu erhalten. Die wichtigsten Akteure seien die 38 Gründungsstifter, die bereit waren, Kapital beizutragen, ohne das eine Gründung nicht möglich gewesen wäre.
Bürgermeisterin und Gründungsstifterin Marika Vatter nannte die Stiftung einen Beleg dafür, dass Menschen negative Folgen der Globalisierung nicht hinnehmen – zum Beispiel einen Rückgang der heimatlichen Identität –, sondern sich für ihr Dorf engagieren. Dabei sei die Stiftung unabhängig und überparteilich. „Was lange währt, wird endlich gut“, urteilte Christiane Steinmetz über den, wie sie anschaulich skizzierte, dornenreichen Weg zur Gründung, der drei Jahre in Anspruch genommen hatte. Andere Stiftungen unter dem Dach der Bürgerstiftung Pfalz, die seit 15 Jahren Dörfer begleitet, waren binnen Monaten gegründet worden. Manche Stiftungen böten inzwischen beispielsweise seniorengerechtes Wohnen im Dorf an.
Gegnerische Lager verzögerten Gründung
Der demografische Wandel treffe die Dörfer in der Westpfalz stärker als zum Beispiel in der Südpfalz, meinte Steinmetz. Geiselberg biete viel Potenzial, erinnerte sie sich an ihren ersten Besuch in der Holzlandgemeinde vor einigen Jahren. Schöne Häuser, tolle Streuobstwiesen, die man ausbauen könne, Menschen, die sich engagieren. „Ich bin wirklich superbegeistert. Sie leben hier sehr schön“, sagte Steinmetz.
Es habe von Beginn an gute Ideen gegeben, aber ein Problem: „Alle wollten, aber nicht miteinander“, erinnerte Steinmetz an Spannungen im Gründerkreis. Als sich gegnerische Lager bildeten, hat das den Prozess in die Länge gezogen. Aber der Gründerkreis habe sich zusammengerauft, zuletzt bei einer Mediation in Bellheim, die für den ein oder anderen sicher schmerzlich gewesen sei. „Es wurde ausgesprochen, was lange geschwelt hat“, sagte Steinmetz. Die alten Geschichten seien in Bellheim geblieben, jetzt werde neu angefangen.
38 Gründerstifter von zwölf bis 91 Jahren – was zeige, dass das Dorf allen Generationen am Herzen liegt – haben die Gründungserklärung unterschrieben und das erste Kuratorium gewählt, das wiederum über den vierköpfigen Vorstand abstimmte. Eingetragen werden die Beteiligten im Geiselberger Buch der Stifter. „Eine schöne Idee“, meinte Steinmetz.
Brauchen Dorf, Ideen, Projekte, Leute
Es sei eine anstrengende Zeit gewesen, und es werde jetzt nicht minder anstrengend, sagte Vorstandsmitglied Volker Spieß. „Wir brauchen das Dorf, wir brauchen Ideen, wir brauchen Projekte, wir brauchen Leute, die sich engagieren“, sagte Spieß. „Wir wollen das umsetzen, was aus der Bevölkerung kommt“, ergänzte sein Kollege Peter König. Mit absoluter Transparenz, unterstrich der Vorstand.
