Höhfröschen RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeister zusammengeschlagen

Den Jugendplatz am Ortsrand von Höhfröschen haben jüngere und ältere Bürger aus Höhfröschen gemeinsam hergestellt. 2018 war die
Den Jugendplatz am Ortsrand von Höhfröschen haben jüngere und ältere Bürger aus Höhfröschen gemeinsam hergestellt. 2018 war die Anlage von Vandalen beschädigt worden (unser Bild) und von Ehrenamtlichen wieder hergerichtet worden. Jetzt kam es dort wieder zu einem Vorfall.

Angriffe auf Feuerwehr und Rettungskräfte nehmen zu. Auch Ordnungskräfte sehen sich zunehmend verbalen und tätlichen Angriffen ausgesetzt. Zum Beispiel wenn sie Menschen treffen, die Corona-Regeln ignorieren. Jetzt hat es mit Gerhard Hoffmann auch den ehrenamtlichen Bürgermeister von Höhfröschen getroffen. Beim Versuch eine solche illegale Corona-Party auf dem Jugendplatz zu beenden, wurde er brutal zusammengeschlagen.

Am Donnerstag wird Gerhard Hoffmann die Ratssitzung in Höhfröschen leiten. Noch mit Schmerzen, „aber es geht mir wieder besser, ich kann die Sitzung halten“, sagt Hoffmann. Davon war am 12. April nicht auszugehen.

Am Abend zuvor war der große Mann von mehreren Jugendlichen brutal angegriffen worden. Zwei Mal sogar. Weil Hoffmann als Bürgermeister versucht hatte, eine illegale Corona-Party, die Jugendliche auf dem Jugendplatz gefeiert hatten, zu beenden.

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Handfester Streit wegen Party am Jugendplatz

Am 11. April wurde Hoffmann via sozialer Medien und Telefonanrufen darüber informiert, dass Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Jugendplatz am Ortsrand Party feiern. Zu diesem Zeitpunkt galten im Kreis Südwestpfalz verschärfte Corona-Regelungen. Ab 21 Uhr galt die Ausgangssperre, im öffentlichen Raum waren Treffen eines Hausstandes mit maximal einer weiteren Person erlaubt.

Erst verbale Attacken, dann Schläge

Mal eine Party beenden, weil es zu laut wird und Anwohner sich beschweren – „kam schon mal vor“, sagt Hoffmann. Er dachte sich also nichts dabei, als er sich nach 21 Uhr auf den Weg zum Jugendplatz machte, wo mehrere Personen feierten. Es war niemand aus Höhfröschen dabei. Er habe gesagt, dass er der Bürgermeister sei und dass hier jetzt Schluss sein müsse. Das sei ein öffentlicher Platz, da sei Feiern im Moment nicht möglich. Die Feiernden machten aber keine Anstalten zu gehen. Es kam zu verbalen Attacken. „Auch das erleben wir ja schon mal“, berichtet Hoffmann, dass das nichts ist, was ihn erschüttert. Dass einer sagte, „scheiß Corona, darauf habe ich keinen Bock mehr“, habe er sinngemäß noch beantwortet damit, dass er selbst und viele andere Menschen auch froh wären, wenn es anders wäre, berichtet Hoffmann. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen seien für alle schwierig.

Die Party aber löste sich nicht auf. Hoffmann wurde nun mit gern genutzten Schimpfwörtern aus der Fäkalsprache tituliert. Daraufhin habe er den Notruf gewählt und die Polizei verständigt.

Von mehreren Personen angegriffen

Die Reaktion darauf war, „dass mir mehrere der jungen Leute mit dem Handy ins Gesicht leuchteten. Ich gehe davon aus, dass sie auch gefilmt haben“, sagt Hoffmann. Er sah nichts und sah folglich auch nicht die Schläge kommen, die ihn kurz darauf trafen. Am Kopf, ins Gesicht. „Drei, vier Mal“, schildert Hoffmann, der dann von mehreren Personen angegriffen wurde. Er ging zu Boden, wurde weiter geschlagen, getreten, war längst benommen. Die Täter flüchteten.

Als er wieder etwas klarer war, sich wieder bewegen konnte, „bin ich aufgestanden und habe mich, ich muss das wirklich so sagen, an mein Auto geschleppt“, schildert Hoffmann. Das stand etwas oberhalb des Jugendplatzes, etwa 20 Meter entfernt. Kurz bevor er einsteigen konnte, habe er einige der Jugendlichen den Hügel runterlaufen sehen. Einer sprang ihn aus vollem Lauf mit einem Karatekick brutal an. Hoffmann ging erneut zu Boden, wurde noch mal an Kopf und Körper traktiert, mit Schlägen, mit Tritten.

Die Polizei traf ein, als die Täter geflüchtet waren. Sie nahm Ermittlungen auf. Mindestens zehn Jugendliche waren dabei, eine zurückgelassene Handtasche brachte erste Hinweise zu Beteiligten aus Thaleischweiler-Fröschen und Pirmasens.

Schwere Prellungen erlitten

Hoffmann wurde im Krankenhaus untersucht. „Zum Glück war nichts gebrochen“, sagte er. Aber schwere Prellungen am Kopf, am ganzen Körper, ein blaues Auge zeugten vom Erlebten, zeugten davon, dass er als ehrenamtlicher Bürgermeister für die anständigen Menschen, die sich zum Beispiel an die Corona-Regeln halten, im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf hingehalten, Leben und Gesundheit riskiert hatte. Wie tief der Schock sitzt, habe er gemerkt, als er vergangene Woche tagsüber zum ersten Mal wieder am Jugendplatz war. Er habe dabei kein gutes Gefühl gehabt, gesteht er.

Trotz des Erlebten hat er den Glauben an die Menschen nicht verloren. „Der Rückhalt, den ich nach der Tat erfahren habe, hier bei den Menschen im Ort, das war schon enorm“, freut er sich. Dass Jugendliche aus Höhfröschen extra bei ihm vorbeigekommen seien, weil sie sich ganz klar von jungen Menschen distanzieren wollten, die so etwas tun, „das war wirklich etwas ganz Besonderes“, bewegten ihn Anteilnahme und gezeigte Haltung.

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