Kreis Südwestpfalz Auch ohne Walshausen und Riedelberg alle gerettet

Ein Unglück in einem Metallbaubetrieb forderte mehrere Verletzte: ein Übungsszenario in Kleinsteinhausen.
Ein Unglück in einem Metallbaubetrieb forderte mehrere Verletzte: ein Übungsszenario in Kleinsteinhausen.

Keineswegs einfach waren die Aufgaben, denen sich am Samstagmittag 60 Feuerwehrleute aus Contwig, Dellfeld, Mauschbach und Hornbach stellten. Bei der jährlichen Großübung im Süden der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land in Kleinsteinhausen gab es knifflige Szenarien zu bewältigen. Die Baustelle in der Ortsdurchfahrt machte die Übung noch schwerer, aber auch realitätsnah. Wehrleiter Markus Schmidt zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen.

Mit etlichen blutend geschminkten Opfern in einem Metallbaubetrieb am Kleinsteinhauser Ortsrand, die im Kunstnebel im Keller gesucht und gerettet werden mussten, einem Herzinfarkt-Opfer auf einem hohen Vordach, einem auslaufenden Chemikalientank und einem eingeklemmten Dummy unter einem Rollcontainer auf dem Bolzplatz warteten schwierige Aufgaben auf die Wehrleute. Mehrere Umstände erschwerten die Übung: beispielsweise, dass auch die Wehren aus Contwig und Dellfeld den Ort des Geschehens wegen der Kleinsteinhauser Großbaustelle nur über Großsteinhausen ansteuern konnten. Zudem war einer der Einsatzorte durch die Baustelle nicht erreichbar. Auch die Tatsache, dass die Wehren Walshausen und Riedelberg trotz Alarmierung nicht zur Übung ausrückten, erschwerte den Ablauf. Die Baustelle in der Kleinsteinhauser Ortsdurchfahrt sei bei der Planung der Großübung kein Hindernis gewesen, sagte Markus Schmidt, sie sei sogar willkommen gewesen. Um besagten Dummy unter einem Container am Bolzplatz befreien zu können, mussten die Feuerwehrleute ihre Autos in der Walshauser Straße stehen lassen und ihre Ausrüstung weit tragen. „So wäre es im realen Einsatz auch. Die Baustelle hat sich gerade gut gemacht“, sagte Schmidt am Sonntag der RHEINPFALZ im Rückblick auf die Übung. Warum die Löscheinheiten Riedelberg und Walshausen nicht ausrückten, obwohl sie im Vorfeld den Termin der Übung kannten, wird laut Schmidt intern geklärt. „Das passiert normalerweise nicht, weshalb uns das überrascht hat“, sagte er am Samstag offen. Das habe zu einem ungeplanten Personal-Engpass geführt, auf den die Einsatzleiter jedoch gut reagiert hätten. Auch hier wurde also unter realistischen Bedingungen geübt, wenn auch ungeplant. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Alle haben gut reagiert, sind beispielsweise nicht gleich mit den Fahrzeugen ins Firmengelände gefahren, sondern haben die Lage erst zu Fuß erkundet. Sie haben unsere insgesamt zwölf Fahrzeuge dann sinnvoll positioniert, so dass auch nachfolgende Fahrzeuge, von denen die Feuerwehrleute gar nichts wussten, noch durchfahren konnten“, erklärte der Leiter der Verbandsgemeinde-Feuerwehr. Denn eingebunden in die Übung waren auch fünf Wehrleute des Gefahrstoffzuges des Landkreises Südwestpfalz mit zwei Einsatzfahrzeugen sowie sieben Mitglieder der Schnellen Einsatzgruppe des ASB mit drei Autos. Sie übernahmen die Versorgung der Verletzten. Schmidt lobte am Sonntag gegenüber der RHEINPFALZ, dass die Wehrleute Gefahrensituationen gut eingeschätzt hätten. Trotz der fehlenden Walshauser und Riedelberger Kollegen seien in der Übung die sieben vermissten Personen gefunden und gerettet worden; auch der Herzinfarkt-Patient erfreue sich bester Gesundheit. Ihn hatte die Absturzsicherungsgruppe der Feuerwehr mit Hilfe der Hornbacher Drehleiter und einer Spezialtrage vom Dach geholt. „Alle haben das Beste daraus gemacht, nur einige kleine Details könnte man noch verbessern. Die werden wir im Herbst in einer Nachbesprechung anschneiden. Aber die ungeplante Lage wurde toll gemeistert von den Kollegen“, freute sich Schmidt. Auch das Zusammenspiel mit fremden Helfern wie Gefahrstoffzug und Arbeiter-Samariter-Bund habe gut funktioniert.

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