Kreis Südwestpfalz Auch die Käshofer stimmen am 26. April über Windräder ab

Am Sonntag, 26. April, sind die rund 560 wahlberichtigten Käshofer gefragt. Beim Bürgerentscheid zur Windkraft können sie die Frage „Lehnen Sie Windkraftanlagen in Käshofen ab?“ mit Ja oder Nein beantworten. Der Käshofer Gemeinderat ließ am Montag das Bürgerbegehren zu, jetzt kommt es wie in Großbundenbach zum Bürgerentscheid.
Am Ende der Sitzung wurde es dann doch emotional. Während Käshofens Bürgermeister Karl Hoffmann den Initiatoren des Bürgerbegehrens unterstellte, dass der einzige Grund des Bürgerbegehrens sei, „dass verhindert wird, dass Private mit der Windkraft Geld verdienen“, konterte Hans-Günter Döring, dass es ihm leidtue, „wenn ich Leuten auf die Füße treten muss, wenn ich gegen Windkraft bin. Es ist aber nicht so, dass hier eine Neiddiskussion geführt wird.“ Die sachlichen Argumente waren zuvor bereits ausgetauscht worden. Die Beauftragten des Bürgerbegehrens sind gegen Windkraft, weil die Technologie noch nicht ausgereift sei, die Landschaft und die Natur der Gemarkung Käshofen beschädigt werde, Gesundheitsgefahren durch Lärm, Infraschall und Schlagschatten zu befürchten seien, der Wohnwert sinke, die Immobilien und Grundstücke in ihrem Wert sinken würden und Zuzüge in Frage gestellt würden. Zudem gehöre der mögliche Standort nicht zu den bevorzugten windstärksten, die Wirtschaftlichkeit sei anzuzweifeln, trugen Martina Vollmar und Döring ihre Argumente vor. Der Beigeordnete Klaus Martin Weber verlas eine Stellungnahme des Rates, die Hoffmann verfasst hatte und die vom Rat mit zehn Ja- und drei Nein-Stimmen (Manfred und Daniel Bäcker sowie Claudia Schmidt) angenommen wurde. Darin heißt es unter dem Titel „Wir wollen Windkraft“, dass die Zeit dafür reif sei und man eine solche Chance nicht nochmals geboten bekomme. „Wir haben durch den Pachtertrag die Möglichkeit, die Bürger von Käshofen nachhaltig und spürbar zu entlasten“, argumentiert Hoffmann im Namen des Rates. Die noch schuldenfreie Gemeinde habe „durch den Pachtertrag aus der gemeindeeigenen Fläche Gestaltungsspielraum zum Wohle aller Bürger“. Genannt wurden das renovierungsbedürftige Dorfgemeinschaftshaus, das die Vereine bislang kostenlos nutzen durften, und die gemeindeeigenen Anlagen wie Generationenplatz, Wege, Friedhof und Straßen, die von den Einnahmen profitieren könnten. Der Gemeinderat sage „Ja zur Energiewende, ohne Wenn und Aber“. Einig sei man mit den Windkraftgegnern, dass es ansehnlichere Dinge als ein Windrad von 200 Metern Höhe gebe. „Wir leben sowieso in einem riesigen Windpark, haben aber keinen Nutzen daraus“, sagte Hoffmann im Anschluss mit Blick auf die Nachbardörfer. Einstimmig als zulässig hatte der Gemeinderat das Bürgerbegehren angesehen, für das 116 Unterschriften gesammelt worden waren. 111 waren gültig, fünf Personen, die unterschrieben hatten, seien nicht wahlberechtigt gewesen, erläuterte Karl-Heinz Brügel, Büroleiter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Da der Rat dem Begehren, sich gegen Windkraft auszusprechen, nicht folgte, kommt es zum Bürgerentscheid. Als Termin wurde der 26. April festgelegt − jener Sonntag, an dem auch die Großbundenbacher über das Thema abstimmen werden. Auf der Gemarkung Käshofen – wie in Großbundenbach auch – möchte das Wiesbadener Unternehmen Abo-Wind drei Windräder aufstellen. Voraussetzung ist, dass der Verbandsgemeinderat die jeweiligen Flächen als Vorranggebiete für Windkraft ausweist. Das soll geschehen, wenn das Gutachten zur Windhöffigkeit vorliegt, das die Verbandsgemeinde in Auftrag gegeben hat. Es soll spätestens Anfang April vorliegen. Fred Konrad, Grünen-Landtagsabgeordneter aus Käshofen, sagte in der Ratssitzung, dass der Verbandsgemeinderat nicht an den Bürgerentscheid gebunden sei, „dass die Einzelgemeinden das nicht entscheiden können“. Er hoffe, „dass sich möglichst viele Leute am Bürgerentscheid beteiligen, damit man das Gewicht der Entscheidung hat“. (daa)