Pirmasens
Angeklagter: „Es war betrunkener Wahnsinn“
Die Staatsanwaltschaft hatte den beiden vorbestraften Männern vorgeworfen, am 29. April 2018 in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben die Verglasung der Haustür eingeschlagen und eine Delle in das Auto der Ex-Freundin des 34-Jährigen gemacht zu haben. Dadurch sei ein Schaden von 1000 Euro beziehungsweise 500 Euro entstanden. Außerdem habe der Ältere seiner Ex gedroht, sie und ihren neuen Freund umzubringen. Als Nachbarn den Bedrängten mit Eisenstangen zu Hilfe eilten, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, wobei die Angeklagten einem der Nachbarn ins Gesicht geschlagen und beide Nachbarn Schnittverletzungen am Rücken beziehungsweise der Hand davon getragen hätten. Der Ältere habe seiner Ex-Freundin noch gedroht: „Dafür stirbst du. Ich trete auf dich ein. Ich nehm’ dir alles weg.“
Wer wen verletzt hat
Der 28-Jährige gestand, dass er die Tür eingeschlagen und sich dabei an der Hand verletzt habe. Aber die Nachbarn seien mit Waffen auf sie losgegangen. „Wir haben die ausgelacht und uns verschlagen lassen“, behauptete er sogar. Es habe ihnen „Spaß“ gemacht. „Es war betrunkener Wahnsinn“, sagte er.
Der 34-Jährige gab an, dass er seinen Hund aus der Wohnung der Ex-Freundin habe holen wollen. Er habe alles verloren. Die Drohungen seien aus ihm herausgeplatzt. Aber er habe niemanden umbringen wollen. Er habe sich die Hände zerschnitten, als er die Glasscheibe eingeschlagen habe. Er bestritt, für die Delle im Auto verantwortlich zu sein. Das Auto sei bereits während ihres Zusammenlebens der „reinste Schrotthaufen“ gewesen. Auch er war der Meinung, die Nachbarn „haben uns verletzt“.
Ex-Freundin in „Todesangst“
Die 33-jährige Ex-Freundin sagte: „Ich habe Todesangst gehabt. Die beiden waren nicht menschlich.“ Die Nachbarn seien ihre „Lebensretter“ gewesen und hätten die beiden Angeklagten vertrieben. An diese gerichtet forderte sie: „Ich habe Respekt von euch verdient.“ Die angeklagten Drohungen und Beleidigungen bestätigte sie. Ihr Auto habe vor der Tat „Macken“ gehabt, aber es sei nicht „komplett verdellt“ gewesen, meinte sie.
Die Nachbarn – ein Mann und sein Sohn – gaben an, die Angeklagten seien, nach der Aufforderung abzuhauen, auf sie losgegangen. Es sei zu einem „Gerangel“ gekommen, bei dem sie unverletzt blieben. Der Ältere der beiden Angeklagten habe der Nachbarin auf die Wange geschlagen, als diese die Polizei anrief.
Polizisten bedroht
Die Verfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung am Auto stellte das Gericht ein, da diese im Hinblick auf die anderen Delikte nicht ins Gewicht fielen.
Der Ältere war außerdem angeklagt, sich am 4. November 2018 gegen 2 Uhr Zutritt zu einem Haus in der Verbandsgemeinde verschafft zu haben, wo er von einem Bewohner überwältigt wurde. Den herbeigerufenen Polizeibeamten soll der 34-Jährige laut Anklage gedroht haben, sie „in den Kopf zu schießen, die Zähne einzuschlagen, sie in den Rollstuhl zu bringen“. Außerdem habe er die Polizisten fortlaufend beleidigt.
Dazu erklärte der 34-Jährige, sein Kollege habe ihn in die falsche Straße gefahren. Er habe gedacht, er sei zu Hause. Er sei besoffen gewesen. Und er beschwerte sich, dass die Polizisten ihn eine Dreiviertelstunde mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf dem kalten Boden hätten liegen lassen. Als er habe aufstehen wollen, hätten sie ihm eine Rippe gebrochen. Deshalb habe er die Beamten „alles zusammengeheißen“.
Jüngeren mit Waffen erwischt
Ein Polizist sagte aus, der Mann habe „Unzusammenhängendes geredet“, sei aggressiv gewesen und habe sie angreifen wollen. Möglicherweise sei er verletzt worden, als sie ihn zu Boden brachten.
Der jüngere Angeklagte hatte zudem laut Anklage am 15. April 2019 bei einer Personenkontrolle in Pirmasens eine Stahlrute und eine Schreckschusspistole dabei. Er habe die Sachen verkaufen wollen, nannte der 28-Jährige vor Gericht als Grund.