Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Anbieter von Wohnmobilplätzen gefragt

In Lemberg war sogar am Feiertag Fronleichnam noch viel Platz für Wohnmobile.
In Lemberg war sogar am Feiertag Fronleichnam noch viel Platz für Wohnmobile.

In die Südwestpfalz zieht es derzeit coronabedingt besonders viele Wohnmobile und Camper. Viele übernachten auf regulären Plätzen, manche campen jedoch illegal in der Natur. Im Landkreis gab es allerdings trotz zeitweise geschlossener Campingplätze zusätzliche legale Übernachtungsmöglichkeiten: 128 bieten Gemeinden und Private an.

„Die stehen wild überall rum und nehmen den normalen Waldbesuchern die Parkplätze weg“, kritisiert Hauensteins Ortsbürgermeister Michael Zimmermann, der von einer regelrechten Wohnmobilschwemme in Hauenstein berichten kann. Am Parkplatz zum Paddelweiher sei an bestimmten Tagen eine Wohnmobilburg aufgebaut worden. Der Pächter des Weiherlokals beklagte, dass seine Gäste keinen Parkplatz mehr gefunden hätten.

16 Stellplätze am Schuhmuseum

Die Gemeinde Hauenstein selbst betreibt am Schuhmuseum einen großen Wohnmobilstellplatz mit Platz für 16 Fahrzeuge, die zudem noch Strom und Wasser dort finden. Sieben Euro kostet die Nacht am Museum. Ein weiterer Platz in der Verbandsgemeinde Hauenstein ist in Spirkelbach für vier Wohnmobile. Dort kostet es zehn Euro inklusive Wasser und Strom. Der Platz am Schuhmuseum sei fast immer voll, seit das Museum am 11. Mai wieder geöffnet hat, berichtet Zimmermann. Seine Erklärung für die große Zahl an Wohnmobilisten: Wegen der geschlossenen Grenzen können die Mobilisten sich bisher nur in Deutschland bewegen und alle, die normalerweise auf niederländischen, französischen oder österreichischen Straßen eine Stelle zum Schlafen suchen, sind nun auf deutschen Plätzen zu finden. In Hauenstein habe die Polizei nicht kontrolliert, so Zimmermanns Beobachtung. Er habe versucht, einen Mitarbeiter des Ordnungsamts rauszuschicken, was aber wegen Personalmangels nicht möglich gewesen sei. Neben den blockierten Parkplätzen ärgert den Ortschef der Müll, den die Gemeindearbeiter an beliebten Parkplätzen finden. Und das Toilettenpapier mit entsprechenden Häufchen am Waldrand, das nun auch vermehrt zu sehen sei.

Andrang und Müll beim Biosphärenhaus

Ganz schlimm sind die Zustände am Biosphärenhaus Fischbach, dem einzigen legalen Wohnmobilstellplatz außerhalb der Campingplätzen in der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland. „Wir werden totgerannt“, beklagt der Leiter des Biosphärenhauses, Ulrich Diehl. Acht Stellplätze hinter dem Haus seien vorhanden, die zehn Euro kosten und dafür neben Strom und Wasser auch einen Eintrittsbonus für das Museum ermöglichen. Der Stellplatz sei vor Corona eher ein Geheimtipp gewesen und nur an beliebten Ausflugswochenenden voll belegt gewesen, berichtet Diehl. Aktuell könnte er ein Vielfaches der Plätze vermieten. Teilweise seien mehr als 30 Wohnmobile rings um das Biosphärenhaus zu sehen. „Die stellen sich einfach irgendwo hin und sind sauer, wenn ich ihnen keinen Platz geben kann“, so Diehl. „Die Mobilisten machen uns richtig viel Arbeit.“ Die Situation sei stressig geworden und im Wald rings um das Biosphärenhaus seien auch Schäden dadurch entstanden. Der Höhepunkt sei das Pfingstwochenende gewesen, als seine Mitarbeiter zwölf Säcke mit Windeln auf dem Platz fanden. Diehl ärgert vor allem, dass die Mobilisten wegen des einzigartigen Naturraums nach Fischbach kommen, mit ihrem massenhaften Auftreten aber gerade die Natur zerstören.

Ordentliche Mobilisten am Lemberger Weiher

Weniger dramatisch, aber auch angespannt ist die Lage in der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land. Verbandsbürgermeisterin Silvia Seebach will nicht klagen, musste aber auch schon das Ordnungsamt an den Spießweiher bei Eppenbrunn schicken. „Die Leute waren verständig und sind dann weitergefahren“, so ihre Beobachtung. Probleme, auch mit Müll, gebe es nicht, was der Eppenbrunner Bürgermeister Andreas Pein bestätigt. Die ausgewiesenen sechs Übernachtungsplätze am Dorfweiher und weitere fünf am Ortseingang seien gut besucht. Hier müssen Mobilisten nichts zahlen. Weitere sechs Plätze bietet das Restaurant Kupper in Eppenbrunn gegen acht Euro pro Nacht inklusive Wasser und Strom. Ein weiterer Platz findet sich an der Trualbhalle mit Stromversorgung für vier Fahrzeuge und fünf Stellplätze hat Lemberg am Weiher eingerichtet, die von Andreas Faass von der gleichnamigen Konditorei im Auftrag der Gemeinde verwaltet werden. Hier kostet die Nacht sieben Euro inklusive Strom und Wasser. „Da stehen im Moment wohl mehr als zugelassen“, so die Beobachtung von Faass. Auch auf dem Waldweg in Weihernähe werde noch übernachtet. Bis zu 15 Camper seien an Pfingsten am Weiher zu sehen gewesen. Allerdings seien die Mobilisten am Lemberger Weiher immer ordentlich und würden keinen Müll hinterlassen, versichert Faass, der kein Freund von Polizeikontrollen ist. Wenn schon mal viele in die Region kommen, sollten sie mit solchen Aktionen wie in Dahn nicht gleich vergrault werden, meint Faass.

Größter privater Stellplatz in Rodalben

Die wenigsten Stellplätze bietet die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Zwei Fahrzeuge können am Hitscherhof übernachten. Eine Nacht sei kostenlos, erzählt Daniel Fischer vom Hitscherhof. Weitere Nächte kosten zehn Euro. Ein Riesenandrang herrsche hier nicht. Es seien aber deutlich mehr Mobilisten zu sehen als in den Vorjahren, so Fischer. Bei der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben laufen laut Lea Straßer, die für Tourismus zuständig ist, Planungen für weitere Stellplätze. Unter anderem könnten die in Rieschweiler-Mühlbach sowie Thaleischweiler-Fröschen entstehen.

Planungen gibt es auch in der Verbandsgemeinde Rodalben. In der Bahnhofstraße sei ein neuer Stellplatz für Wohnmobile schon beschlossene Sache und Münchweiler plane an der Rotensteinhalle einen Platz für die Mobilisten auszuweisen, wie aus der Verbandsgemeindeverwaltung zu hören ist. In Rodalben selbst gibt es aber schon den größten Stellplatz außerhalb von Campingplätzen im ganzen Landkreis. Der Spielmannszug erlaubt rund 30 Mobilisten das Übernachten auf einer vereinseigenen Wiese in der Hettersbach. Im Notfall könnten auch bis zu 70 Fahrzeuge dort stehen. Und das werde aktuell rege genutzt. „Das sind jede Menge“, meint Manfred Dully vom Spielmannszug, der sich um die Vermietung der Stellplätze kümmert. Sieben Euro kostet dort die Nacht. Wer Strom und Wasser brauche, zahle zehn Euro. Vor Corona sei die Vermietung eher schleppend gelaufen, trotz der Nähe zum beliebten Felsenwanderweg. Aktuell seien immer rund acht Camper auf dem Platz zu finden. Einmal seien es 25 Wagen gewesen. Ein weiterer großer Platz in der Rodalber Verbandsgemeinde findet sich auf Münchweiler Gemarkung mit dem Forsthaus Beckenhof. Dort gibt es zehn Stellplätze, die nichts kosten, aber ohne Strom und Wasser.

Viele Gratisplätze im Raum Waldfischbach

Jede Menge Gratisplätze kann die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben bieten. Fast jedes Dorf hat spezielle Parkplätze für Wohnmobile ausgewiesen, die aber auch keine Versorgungsanlagen bieten. Ein privat betriebener Platz bei Weselberg direkt an der Autobahn kostet fünf Euro die Nacht. Geiselberg hat zehn Gratisplätze, Höheinöd drei, Hermersberg einen und fünf sind am Bergbad in Heltersberg zu finden. Waldfischbach-Burgalben selbst hat bei den Gemeindewerken drei Gratisplätze und sechs weitere am Carentaner Platz. Dort kann gegen je einen Euro noch Strom und Wasser bezogen werden. Die Frequenz der Stellplätze sei aktuell aber nicht extrem hoch, ist aus der dortigen Verwaltung zu hören.

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