Kreis Südwestpfalz „Als ich klein war, gab es zwei Quacks“
«Käshofen.» Am gestrigen Pfingstmontag zogen acht Käshofer Kinder mit einem Pfingstquack durch das Dorf und erbaten sich an jedem Haus „Eier unn Speck, vorher gehma nimmie weg“. Die Tradition des Pfingstquacks wird in der Höhengemeinde hochgehalten von Norbert Höh, der seit Jahrzehnten mit den Kindern den Quack baut. Unser Mitarbeiter Mario Moschel hat sich mit ihm unterhalten über Tradition, Speck und Spendenfreude.
Den gibt es schon so lange, wie ich mich erinnern kann. Als ich noch ein kleiner Bub war, gab es zwei Quacks. Die unteren Klassen in der Volksschule hatten einen eigenen Quack, die oberen Klassen auch. Das war in den 1960er Jahren. Und seitdem machen wir das fast jedes Jahr. Zwischendurch wurde wohl ein-, zweimal ausgesetzt, so genau weiß ich das gar nicht. Und seit wann machen Sie mit und bauen den Quack? Das kann ich nicht sagen. Lange Jahre. Und wenn Sie es nicht machen, macht es keiner? Das weiß ich nicht, es wird sich schon ein anderer finden. Was hat es mit dem Pfingstquack auf sich? Soviel ich weiß, kommt der Brauch aus dem Irischen und soll den Winter vertreiben. Wie ist die Resonanz bei den Kindern? In diesem Jahr sind es acht oder neun, im vergangenen Jahr waren es fünf. In diesem Jahr sind wieder kleinere Kinder dabei. Es sind mal weniger und mal mehr. In diesem Jahr sieht es so aus, als würden es langsam wieder mehr. Was bekommen die Kinder von den Leuten? Hauptsächlich Geld, Eier, neuerdings auch Schokolade – das hat es früher nicht gegeben, und Chips. Und das wird am Schluss dann unter den Kindern verteilt. Speck hatten wir auch schon, aber eher selten. Also nehmen die Kinder Geld und Eier mit nach Hause. Da wird kein großes Omelett gemacht, und jeder isst davon? Nein, die nehmen die einzelnen Eier mit. Aber das hatten wir früher schon, dass alle zusammengelegt haben. Das ist so zehn oder zwölf Jahre her etwa, da waren meine Kinder noch klein. Gibt es eine Altersgrenze für die Teilnahme am Pfingstquack? Ja, die Konfirmation, also so bis ungefähr 14 Jahre kann man mitmachen. Und die Leute im Dorf erwarten die Kinder bereits? Ja, die wissen das und haben sich entsprechend gerichtet. Der Quack ist was genau? Das ist ein Lattengestell auf einem Handwagen mit Draht drumherum. Darin werden die Ginsterbremmen gesteckt. Ginster sollte dabei sein. Dieses Jahr war es schwierig, welchen aufzutreiben. Wir haben den Quack auch schon mit Zweigen von Laubbäumen gebaut. Und dann kommen noch Blumen rein. Der Quack ist in diesem Jahr rund 2,50 Meter hoch. Früher hing oben noch ein Kranz mit wehenden Bändchen dran. Aber kleine Kinder packen das nicht, dann fällt der Wagen zu leicht um, deshalb haben wir in diesem Jahr auf den Kranz verzichtet. Und auch Flieder haben wir normalerweise dran, aber dieses Jahr gibt es keinen. Wo stammen die Blumen her? Die bringen die Kinder mit. Und den Quack haben wir gestern Abend dann gebaut, das hat eine gute halbe Stunde gedauert, den zu schmücken. Wie lange sammeln die Kinder jetzt? Da wird es zwei oder drei Uhr, das kommt darauf an, wie sie trotteln. (Ruft den Kindern zu: „Ihr misse glei zu dritt oder viert an die Hausdier, ihr dirfe nedd uff de Schdroos waade, bis die Leit komme.“). Was passiert danach mit dem Quack? Das Gestell wird für nächstes Jahr aufgehoben, das Grünzeug kommt runter, und der Karren wird nebenhin gestellt. Der gehört einem der Buben. | Interview: Mario Moschel