Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Als die Contwiger Schopp leer tranken – SV Palatia wird 100, muss die Feier aber verschieben

Eine Jugendmannschaft der Palatia in den 60er Jahren.
Eine Jugendmannschaft der Palatia in den 60er Jahren.

Wie der TV Rieschweiler wird auch die Palatia Contwig dieses Jahr 100 Jahre alt. Und wie der TVR verschiebt die Palatia ihre Feier um ein Jahr. Laut Vorstand Peter Ehrmantraut feiern die Contwiger dann einfach „100 Jahre plus“.

Die Bahnhofstraße 51 in Contwig ist eine gute Adresse für die regionalen Fußballfreunde, hier hat der SV Palatia seinen Sitz. Dem Publikum wird Jugend- sowie A- und B-Klassenfußball angeboten. Besagte Adresse hat sich seit der Vereinsgründung im Jahr 1920 nicht geändert, der Spieluntergrund sieht in der Neuzeit aber ganz anders aus als in den Anfängen. Im Lauf der Jahrzehnte wurde das Sportheim mehrfach umgebaut, seit August 2011 verfügt der Jubiläumsverein über einen Kunstrasenplatz.

In den 50er Jahren kickte Contwig in der zweiten Amateurliga

„Einer der besten Kunstrasenplätze in der Westpfalz“, wie es auf der Homepage der Palatia heißt. Der Kunststoff-Rasenteppich hat einen Rote-Erde-Hartplatz abgelöst, auf dem der SV Palatia Contwig mehrere Meisterschaften und Aufstiege gefeiert hat. Schon zwei Jahre nach der Vereinsgründung – der ursprüngliche Name war „Palatinum“ stellte sich sportlicher Erfolg ein. Der Contwiger Sportverein wurde Meister der C-Klasse Saarpfalz und rückte eine Etage höher. Die Chronik weist in der Folge weitere Lorbeeren auf, in der Saison 1927/28 wurde der Aufstieg in die Bezirksklasse gepackt, diese Spielklasse hielt die Palatia acht Jahre lang. Während des Zweiten Weltkriegs ruhte der Spielbetrieb, 1948 ging es gleich mit einem Meistertitel und dem Hochrücken in die Bezirksliga weiter. In den 50er Jahren kickte Contwig in der zweiten Amateurliga.

Am 19. Januar dieses Jahres hielt die Palatia in ihrem Sportheim einen Neujahrsempfang anlässlich des runden Geburtstags ab. Vorstand Peter Ehrmantraut ging auf diesen legendären Aufstieg 1956 ein. „Wirklich das ganze Dorf soll damals mit dem Zug nach Schopp zu dem entscheidenden Aufstiegsspiel unterwegs gewesen sein. Der Sieg ist so wild gefeiert worden, dass Schopp leer getrunken war. Alle Biervorräte sollen aufgebraucht gewesen sein.“

In A- und B-Klasse fühlt sich die Palatia pudelwohl

In den Folgejahren bewegte sich der Verein mit seiner Mannschaft im Zickzack-Kurs zwischen B-Klasse und Bezirksliga, seit 2004 spielt die Palatia ununterbrochen in der A-Klasse. Die zweite Mannschaft ist in der Saison 2017/18 in die B-Klasse aufgestiegen. Wie Ehrmantraut weiter sagte, fühlt sich der Verein in diesen Spielklassen pudelwohl. „Sollte sich trotz der begrenzten Möglichkeiten mal die Chance auf eine höhere Spielklasse ergeben, werden wir natürlich auch dieses Abenteuer ohne Angst und mit Freude angehen“, meinte er. Der Vorstand betonte die Wichtigkeit von Vereinen, die man bei all der Globalisierung und Digitalisierung für ein funktionierendes Gemeinwesen unbedingt brauche.

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ Ende März hatte sich Ehrmantraut auch besorgt gezeigt, dass wegen der Corona-Krise mittelfristig Finanzierungsprobleme auf den Traditionsverein zukommen könnten. „Die Gesellschaft wäre ärmer ohne unsere Vereine.“ Contwig sei dafür doch ein Beispiel. „Gerade hat bei uns die allerletzte, privat betriebene Dorfkneipe für immer dicht gemacht. Ein echter Grund zum Trauern“, hatte Ehrmantraut schon im Januar gesagt, als die Einschränkungen ab März, die nun Gastronomen und Vereinen Sorgen bereiten, noch nicht abzusehen waren. Feiern statt trauern wollte die Palatia Anfang Juli beim Jubiläums-Sportfest. Ob das stattfinden kann, war vor einem Monat noch fraglich, mittlerweile steht fest: Es wird um ein Jahr verschoben.

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