Kreis Südwestpfalz Aha-Erlebnisse mit Regenwurm und Ameise

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Contwig. „Was, du triffst dich mit Gregor Quack? Sag ihm schöne Grüße. Der hat mir gezeigt, wie man über die Straße geht.“ So etwas bekommt man zu hören, wenn man sich gleich mit dem ehemaligen Polizisten Gregor Quack trifft. Schließlich waren es etwa 35 000 Kinder, denen der Contwiger während seiner Jahre als Verkehrserzieher gezeigt hat, wie sie sich als Fußgänger und Radfahrer im Verkehr richtig verhalten müssen. Seit 2012 im Ruhestand, kümmert sich Quack heute mit Vorliebe um die Familie und den Garten und beobachtet Vögel.

35 Jahre lang war er als Verkehrserzieher im Landkreis Südwestpfalz tätig. Vom April 1978 bis Juni 2012 kümmerte er sich zusammen mit einem Kollegen um die Kinder aus 70 Kindergärten, 33 Grundschulen, zehn Hauptschulen, aus den Realschulen in Waldfischbach-Burgalben und Dahn, der Berufsschule in Rodalben sowie aus dem Dahner Gymnasium. Später gaben die beiden Verkehrserzieher einige Schulen an die Städte Zweibrücken und Pirmasens ab. Doch unter denen im Kreis, die heute um die 40 sind, gibt es kaum jemanden, der den ehemaligen Polizisten nicht kennt. „Ich hätte das gern noch weitergemacht, aber irgendwann war die Pension erreicht“, bekennt Quack. Das Bedauern, dass dieser Lebensabschnitt vorbei ist, ist ihm anzusehen. Viele Erinnerungen gehen ihm durch den Kopf, wenn er an diese Zeit denkt, sagt der 67-Jährige. „So langsam lerne ich im Ruhestand, die Geschichten nicht immer sofort zu erzählen. Aber man hat ja so unheimlich viel erlebt.“ Schnell wird klar, dass es einfacher ist, ein eingeseiftes Ferkel mit der Hand zu fangen, als Gregor Quack am Erzählen zu hindern. Und das ist gut so. Schließlich sprudeln die Geschichten aus ihm heraus wie Mineralwasser aus einer geschüttelten Flasche. Wie die vom Regenwurm, der sich damals nach einem Schauer über die nasse Straße schlängelte. „Und was machen die Kinder?“, erinnert sich Quack: „Sie hüpfen auf die Fahrbahn und versuchen den Wurm zu retten.“ Ein anderes Mal habe ein Kind eine Ameise entdeckt, „und die anderen Kinder rannten alle hin und schauten und drängelten, während daneben die Laster brausen. Diese beiden Situationen gehören zu meinen Aha-Erlebnissen als Verkehrserzieher.“ Solche Erlebnisse waren für ihn sehr wichtig, als er anfing, Kindergarten- und Schulkindern zu zeigen, wie man sicher über die Straße geht oder richtig Fahrrad fährt. In gewisser Weise war Quack Pionier in einer Zeit, als die Verkehrserziehung noch in den Kinderschuhen steckte und „viele Kinder unheimlich Angst vor der Polizei hatten“, erzählt der Contwiger: „Oft heulten sie, wenn ich kam.“ Deshalb war es für ihn wichtig, das Vertrauen der Kleinen zu gewinnen. Das habe er nach und nach geschafft – lustig im Umgang, aber ernsthaft in der Sache. „Auch von den Erziehern im Kindergarten und den Lehrern in der Schule habe ich sehr viel gelernt.“ Mit Anfang 30 hätte Quack es sich nicht träumen lassen, dass er fast sein gesamtes Polizistenleben der Verkehrserziehung widmen würde. Doch dann kam der Tag, an dem er zur Kreisverwaltung fuhr, um die Dienstpost bei seinem Kreis-Chef abzuliefern. „Der rief mich zu sich ins Büro und fragte mich, ob ich Verkehrserzieher werden will.“ Kaum ein Kollege habe gewusst, was das sei. „Aber einer sagte“, so erzählt Gregor Quack: „Wenn du dort hingehst, musst du nie wieder Nachtdienste machen. Das war ein gutes Argument.“ Er schaute sich die Sache an, dann blieb er dabei. „Die Arbeit mit den Kindern hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.“ Viele hätten anfangs ihre Zweifel an dem Projekt gehabt. „Das wird doch eh nichts“, habe man ihm und seinem Kollegen öfters mal vorgehalten. Darüber kann er heute nur müde lächeln: Ganz entspannt zieht er einen Bericht über Unfälle mit Kindern in Deutschland aus seiner Tasche. Stolz pocht er mit dem Zeigefinger auf die Zahlen von 2001 bis 2005 und von 2006 bis 2010. Im erstgenannten Zeitraum lag der Landkreis Südwestpfalz auf Platz 14 der Kommunen mit den wenigstens Kinderunfällen. 2006 bis 2010 verzeichnete der Kreis sogar die wenigsten Unfälle mit Kindern bundesweit: Auf 1000 Einwohner kamen 1,5 Unfälle. Auf den nächsten Bericht, der Ende 2016 oder Anfang 2017 erscheinen soll, ist Quack sehr gespannt: „Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die Polizeiarbeit auf diesem Gebiet ist. Diese Arbeit muss weitergehen.“ Doch das wird ohne den Contwiger passieren, der sich nun seiner Familie widmet, Vögel beobachtet und sich, wie er sagt, für einen vernünftigen Einsatz von Windrädern einsetzt: „Vögel wie Störche, Kraniche oder Milane haben mit den Windrädern große Probleme. Die schauen beim Fliegen meist nach unten und werden von von den Rotoren erschlagen. Saubere Energie ist gut, aber man darf die Natur nicht vergessen.“

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