Merzalben Abschied vom Birkwieserhof: Welche neuen Pläne das Pächter-Ehepaar hat

Das Gastwirt-Ehepaar Petra und Udo Jansen zieht nach Rodalben-Heide, wo Mitte Januar „Udos Gasthaus“ eröffnen soll. Das Schild „
Das Gastwirt-Ehepaar Petra und Udo Jansen zieht nach Rodalben-Heide, wo Mitte Januar »Udos Gasthaus« eröffnen soll. Das Schild »Fühl dich wie zu Hause« werden sie aus der Gaststätte auf dem Birkwieserhof mitnehmen.

Der Birkwieserhof wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Ausflugsziel mit Gaststätte etabliert. Das hat nun ein Ende. Doch das Pächter-Ehepaar hat schon neue Pläne.

Die beliebte Ausflugsgaststätte Birkwieserhof öffnet letztmals am Sonntag, 28. Dezember. Wie die Pächter sagen, will die Eigentümerin die Wirtschaft zu einer Wohnung für sich umbauen. Das Pächterehepaar Udo und Petra Jansen bedauert die Entscheidung, blickt aber nach vorn: Am Freitag, 16. Januar, eröffnen beide in Rodalben „Udos Gasthaus“ auf der Heide.

Der Birkwieserhof liegt idyllisch zwischen Merzalben und Clausen und wurde zuletzt erfolgreich vom Ehepaar Jansen geführt. Das Ende der Ausflugsgaststätte bedeutet: In Merzalben gibt es mit der PWV-Hütte im Hafertal nur noch ein Lokal, das regelmäßig geöffnet ist. Ortsbürgermeister Michael Köhler sagt: „Wir bedauern sehr, dass das gastronomische Angebot in unserer Gemeinde durch die Schließung eingeschränkt wird. Aber die Entscheidung der Eigentümer ist nachvollziehbar.“

„Udos Gasthaus“ mit gleichem Konzept

Zum Ende der Ausflugsgaststätte sagt Udo Jansen: „Das macht uns traurig. Wir haben uns hier etwas Gutes aufgebaut: Viele Stammgäste und zahlreiche Ausflügler kehren gerne ein.“ Nachdem die schwierige Corona-Zeit mit Bedienung nur im Außenbereich erfolgreich überwunden war, sei er zuversichtlich gewesen, den Betrieb mit großem Biergarten weiter entwickeln zu können. Der Slogan am Kamin vor dem Stammtisch – „Fühl dich wie zu Hause“ – sei wörtlich genommen worden: „Unsere Gäste fühlten sich wie in einer großen Birkwieserhof-Familie“, sagt er.

Mit „Udos Gasthaus“ beginnt für das Ehepaar ein neues Kapitel. Die neue Lokalität im ehemaligen KZV-Heim auf der Heide, Erlenring 28 in Rodalben, liegt in unmittelbarer Nähe des Geburtsortes der beiden. „Wir sind auf der Heide zuhause“, sagt das Ehepaar schmunzelnd. Auch künftig soll es Schnitzel und Pizza sowie die bekannten hausgemachten Torten und Kuchen geben. Festlichkeiten wie Hoffest und Weihnachtsmarkt künftig in „Udos Gasthaus“ stattfinden. Viele treue Gäste hätten bereits ihre Unterstützung zugesagt, berichten die Jansens. Die gesamte Belegschaft zieht mit nach Rodalben um, wo sich wieder alle „wohlfühlen sollen – wie zu Hause“, betont Udo Jansen. Das Hasenheim bleibt im Besitz des Kaninchenzuchtvereins P113, es wurde über 17 Jahre von dem Vorsitzenden Herbert Jokiel geführt.

Am Anfang des Birkwieserhofs waren Disteln und Dornen

Die Geschichte des Birkwieserhofs ist lückenlos dokumentiert – ein Verdienst des Heimatforschers Lorenz Kampfmann. In der Ortschronik „750 Jahre Gräfensteiner Land; mit der Geschichte Merzalben“ greift Autor Stephan Neuberger auf Kampfmanns Forschung zurück und ergänzt den Stand bis 1987.

Der erste Siedler Valentin Reinmüller traf auf Gehölz, Gestrüpp, Dornen, Disteln, Hecken und Heide und machte einen Teil des Geländes urbar. Um 1890 bemühten sich die Hofbauern um eine Genehmigung für eine Schankwirtschaft, doch der Gemeinderat Merzalben blockierte. Er befürchtete, die Wirtschaft könnte die Jugend anlocken. Folgendes ist überliefert: „Verlockend ist der einsame, nahe und gänzlich vom Walde umsäumte mit einer Schankwirtschaft nebst Brandweinverkauf ausgerüstete und gezierte Birkwieserhof für die leichtsinnige, (...) männliche und zum großen Teil auch weibliche Jugend (…), besonders in der warmen Frühlings- und Sommerzeit ihrer Genußsucht zu frönen und ihrer Leidenschaft die Zügel schießen zu lassen.“

Hauck-Generationen führen das Ausflugslokal

Die Zeiten änderten sich. Im März 1921 erfolgte eine Erbteilung: Jacob und Robert Helf wurden Hofinhaber. Ende des Zweiten Weltkrieges wurden zwei Gastwirtschaften genehmigt und eröffnet: Eine betrieb Karl Helf, die andere Robert Helfs Tochter Anni mit ihrem Ehemann Wilhelm Hauck. Anfang der 1960er Jahre schloss Karl Helf sein Gasthaus. Lediglich die Gaststätte Hauck blieb bestehen.

Das beliebte Ausflugsziel Birkwieserhof am Waldrand wurde von den Familien Hauck betrieben. Besonders prägend war Robert Hauck (Sohn von Anni Hauck) als Gastwirt. Seine Tochter Anja Hauck-Früh übernahm nach ihm. Nach ihrem Ausstieg gab es zwei Pächterwechsel. Seit Mai 2021 führen Udo und Petra Jansen den Birkwieserhof – bis Ende Dezember. Danach wird die „Bärkwies“, wie der Hof in der Umgebung genannt wird, wieder Privatgelände.

Aktualisiert

In der aktualisierten Version dieses Artikels wird darauf hingewiesen, dass das Hasenheim weiter dem Kaninchenzuchtverein Rodalben gehört. Diese Frage hatte für Verwirrung gesorgt.

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