Kreis Südwestpfalz „300 bis 400 Bäume kommen zusammen“
Am Samstag sammelten Jugendliche der Contwiger Jugendfeuerwehr zusammen mit zwei Betreuern und mit einem großen Anhänger die Weihnachtsbäume der Contwiger ein. Beim Abladen der Bäume neben der Feuerwache sprach Mario Moschel mit Jugendwart Karsten Lahm über Lametta, Schokoladentafel-Belohnungen, Plastikbäume und Nachzügler.
Das ist die vierte in diesem Jahr. Wir sammeln in Contwig und Stambach alle Weihnachtsbäume ein, die die Leute vor die Häuser legen. Die Jugendwehr holt die Bäume nur heute ab? Wenn Sie einen vergessen, müssen die Leute dann morgen schauen, was sie mit ihrem Baum machen? Genau. Wir haben ja vorher informiert, unter anderem im Amtsblatt. Und wer seinen Baum nicht rausgelegt hat, muss halt schauen, wie er ihn wegbekommt. Es gab es auch schon, dass Leute angerufen haben, weil wir angeblich einen Baum vergessen hatten. Wir waren zwar der Meinung, dass die Leute es schlicht vergessen haben und ihn erst später rausgelegt haben. Dann sind wir um 16 Uhr noch mal rausgefahren und haben ihn eben mitgenommen. Aber mittlerweile machen wir das nicht mehr, sonst sind wir bis abends unterwegs. Wie lange ist die Jugendfeuerwehr unterwegs? Wir haben um 8 Uhr heute Morgen angefangen und werden gegen 14 Uhr fertig sein. Dazwischen machen wir eine kleine Mittagspause, in der wir uns stärken. Danach fahren wir dann noch mal mit zwei Autos durch die Orte und schauen, ob es noch Nachzügler gibt, dann ist Ende. Wie viele Bäume sammelt die Jugendwehr in den beiden Orten? Gezählt haben wir nicht, aber es passen rund 20 auf den Anhänger, insgesamt dürften zwischen 300 und 400 Bäume zusammenkommen. Die kommen zuerst neben das Feuerwehrhaus in Contwig und ein Feuerwehrkollege hat einen Bauernhof. Dort werden die gelagert und dann aufgeschichtet und für eine Übung mit der Jugendfeuerwehr schließlich angezündet und wieder gelöscht. Im Vorfeld hieß es, geschmückte Bäume werden nicht mitgenommen. Waren welche dabei? Ab und zu hatten wir welche, an den noch Lametta hing. Das hat sich aber im Laufe der Jahre geändert. Früher war mehr Lametta? Genau. Früher war Lametta der Renner, heute ist das nicht mehr so. Wir haben vielleicht noch ein, zwei Bäumchen, an denen ein paar Lametta-Fäden noch dranhängen. Das ist beim Verbrennen aber kein Problem. Gab es skurrile Erlebnisse, etwa dass eine Frau in Schlappen aus dem Haus gerannt kam und darum bat, den Mann auch noch mitzunehmen? Das nicht. Aber heute Morgen stand ein Baum noch im Ständer auf dem Bürgersteig. Den Ständer haben wir dann dortgelassen. Die Jugendfeuerwehr bitte um freiwillige Spenden für die Baumentsorgung? Ja. Wir klingeln an den Häusern, vor denen Bäume liegen, und ungefähr jeder Fünfte spendet dann. Das kann Geld sein, aber auch mal eine Tafel Schokolade. Einmal hat einer eine Flasche Wein gespendet, die haben wir dann dankend zurückgegeben. Im Schnitt bekommen wir zwischen 500 und 600 Euro zusammen. Das ist ein ordentlicher Betrag. Ja, das investieren wir in die Jugendfeuerwehr. Dafür kaufen wir etwa die Handschuhe, die die Jugendlichen jetzt anhaben, mit der Aufschrift „Jugendfeuerwehr“, oder auch die einheitlichen Pullover mit Schriftzug. Wie viele Jugendliche haben sich heute beteiligt? Fünf. Laut Liste haben wir zwar elf Jugendfeuerwehr-Mitglieder, aber die Zahl ist rückläufig. Heute gibt es sehr viele Angebote für Jugendliche zur Auswahl. Wie lange gibt es die Weihnachtsbaumsammlung der Jugendwehr? So um die 15 Jahre. Zuvor hat die Feuerwehr ja noch selbst Tannenbäume verkauft vor Weihnachten, so wie es die Dellfelder heute noch machen. Die waren zum Teil gekauft, zum Teil selbst im Wald geschlagen. Wie viele Straßen fahren Sie ab? Rund 100 Straßen sind das schon. In den Neubaugebieten liegen mehr Bäume als in den anderen Ortsteilen. 300 Bäume ist ja für eine große Gemeinde wie Contwig nicht viel. Was machen die anderen Leute? Haben die keine Weihnachtsbäume? Plastik. Der Trend geht zu Kunststoffbäumen. Allerdings hatten wir noch keinen Plastikbaum an der Straße liegen. Kommt bestimmt auch noch.