Zweibrücken-Land RHEINPFALZ Plus Artikel 22-jähriger Jonas Kruck neuer Gemeindeverbandsvorsitzender

Der Vorstand des SPD Gemeindeverbands Zweibrücken Land im Mai 2025 (von links): der neue Vorsitzende Jonas Kruck und seine Stell
Der Vorstand des SPD Gemeindeverbands Zweibrücken Land im Mai 2025 (von links): der neue Vorsitzende Jonas Kruck und seine Stellvertreter Wolfgang Rapp, Laura Rimbrecht und Jörg Marx.

Führungswechsel bei der SPD im Zweibrücker Land: Jonas Kruck folgt auf David Betz. Der Neue ist 22 Jahre alt, blickt aber schon auf einige Jahre SPD-Mitgliedschaft zurück.

Jonas Kruck ist ein politisch interessierter Mensch. In seiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger biegt er gerade auf die Zielgerade ein, wesentlich länger als im Beruf tätig ist er Mitglied in der SPD. Mit 14 Jahren trat er den Genossen bei, am Mittwoch wählten ihn 30 Stimmberechtigte der Mitgliederversammlung des SPD-Gemeindeverbands Zweibrücken-Land in Dellfeld zu ihrem Vorsitzenden – bei drei Enthaltungen und einer Nein-Stimme.

Aufruf zu mehr Zusammenhalt

Dass er sich in der Geschichte seiner Partei auskennt, bewies er mit einer Anekdote. „Die werden mir doch die Haut vom lebendigen Leibe abziehen“, habe der langjährige SPD-Fraktionschef im Bundestag, Herbert Wehner, einst zum SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher gesagt, als der ihn 1948 zur Kandidatur für den Bundestag drängte. Schumachers Antwort: „Und du bist einer, der das aushält“, sagte Kruck und schob mit Blick auf sich und sein angestrebtes Amt hinterher: „Ich bin auch jemand, der das aushält.“

„Die Aufgabe reizt mich. Ich freue mich drauf, auch darauf, noch einiges zu lernen“, sagte Kruck im Anschluss an die Sitzung im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der junge Mann ist bei den Jusos aktiv und sitzt im Ortsgemeinderat Contwig. Als Gemeindeverbandsvorsitzender möchte er die Zusammenarbeit der sieben Ortsverbände intensivieren. Er rief zu mehr Zusammenhalt und Einigkeit auf. „Wir müssen für einander einstehen.“

Selbstkritischer Vorgänger

In Laura Rimbrecht und Jörg Marx wurden zwei SPD-Mitglieder zu Stellvertretern gewählt, die bereits im Vorstand mitgearbeitet haben. Die 37-jährige Lehrerin Rimbrecht sagte, dass sie quasi „in die SPD reingeboren wurde“ – ihr Vater ist das langjährige SPD-Stadtratsmitglied in Zweibrücken, Walter Rimbrecht. Jörg Marx ist 39 Jahre alt und arbeitet bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Er übernahm zusätzlich das Amt des Schriftführers, das er bereits zuvor innehatte. Den drei Neuen an der Spitze steht in Wolfgang Rapp (60) ein erfahrener Mann zur Seite, der im November 2023 zum Stellvertreter gewählt wurde. Er berichtete im Vorfeld der Wahl von der Kandidatensuche. Bereits im November habe Betz intern angekündigt, aufhören zu wollen. Kruck sei trotz seines jungen Alters „kein Anfänger und gut vernetzt“. „Wir wollen ihm Vertrauen entgegen bringen“, sagte Rapp.

David Betz, seit 2020 an der Spitze des Gemeindeverbands, hatte bereits vor einigen Wochen öffentlich gemacht, die Lust an der Kommunalpolitik verloren zu haben. Das liege aber nicht an seinen Mitstreitern, sondern habe „mit denen eine Etage obendrüber zu tun“, wie er sagte: „Ich mag nicht mehr.“ Er dankte seinen Weggefährten und „Paten“ bei der SPD, nannte die Namen Volker May (Betz: „Er hat mir gezeigt, dass der Kompromiss das Ziel ist“), Thorsten May, Roland Heitmann, Heide Ziehl, Ute Klein und Doris Schindler. Auf seine Arbeit in den abgelaufenen Jahren blickte er selbstkritisch: „Vielleicht hätte ich mehr vorangehen müssen.“ Sein Stellvertreter Rapp verabschiedete Betz – „obwohl David das nicht wollte. Aber wir können ihn nicht einfach so ziehen lassen“, sagte Rapp. Betz habe den Gemeindeverband mit seiner Art bereichert, würdigte ihn Rapp.

Der neue Vorstand

Vorsitzender: Jonas Kruck; Stellvertretende Vorsitzende: Jörg Marx, Wolfgang Rapp, Laura Rimbrecht; Kasse: Holger Hell; Schriftführer: Jörg Marx; Kassenprüfer: Eva Lauer, Volker Schwarz, Heidi Ziehl; Beisitzer: Christiane Burghard, Heike Christ, Michael Dessloch, Manfred Gerlinger, Roland Heitmann, Walter Hüther, Stefan Hlava, Achim Scherer, Anna Schulz.

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