Schweix / Hilst
Ärger über französische Holztransporte auf deutschen Wegen
Bei der jüngsten Ratssitzung hat der Schweixer Ortsbürgermeister Marco Maas das Thema aufgegriffen und gesagt: „Wir sind nicht nur sehr verärgert, sondern die Art und Weise hat uns auf die Palme gebracht. Man darf einfach nicht länger schweigen und alles hinnehmen“. Maas informierte den Rat, dass er seit Ende Dezember starken Holzeinschlag auf Grundstücken von privaten französischen Waldbesitzern registrierte. Für ihn ein legitimes Recht, die Holzernte, darunter wertvolle Eichen, durchzuführen, wenn das nicht zu Lasten der deutschen Wald- und Wirtschaftswege erfolgt wäre. Auf Hilster Gemarkung zum Dianabild haben die Wege nun durch die schweren Holzerntemaschinen und die nasse Witterung tiefe Gräben. Maas: „Die gleichen schon Schützengräben“.
Doch der große Ärger ist dadurch entstanden, dass das eingeschlagene Holz keineswegs auf französischer Seite gelagert wurde. Vielmehr wurde es vom Schlangental, wo der überwiegende Einschlag erfolgte, hoch nach Deutschland befördert und dort am und teilweise auf den deutschen Wirtschaftsweg gesetzt. Er führt von Hilst bis zum Dreibännerstein unweit des Lothringer Kreuzes und verläuft von dort nach einer starken Rechtskurve nach Schweix. Besonders am Schweixer Gemarkungsanfang ist von einem Wirtschaftsweg durch die Lagerung des Stammholzes kaum noch was zu sehen.
Schon eine länger ausgeübte Praxis
Nicht nur die Beschädigung der deutschen Wege führt zur Verstimmung, sondern auch die Tatsache, dass man vor dem Beginn des Einschlags beide deutsche Gemeinden nicht fragte. Maas: „Ich habe erfahren, dass solches Vorgehen bereits zu Zeiten des jahrzehntelangen Altbürgermeisters Albert Zinßius praktiziert wurde.“ Deshalb ließ dieser laut Maas Schilder aufstellen, dass das ohnehin nur für den Anliegerverkehr zugelassene Befahren nur mit Fahrzeugen bis zu 3,5 Tonnen gestattet ist.
Ins gleiche Horn stößt der Vorgänger von Marco Maas, Karl-Heinz Conrad, der von 1999 bis 2019 Ortsbürgermeister war. Gerade in der vergangenen Woche war Conrad zu Fuß unterwegs und registrierte den Zustand mit beschädigten Betonplatten von Wirtschaftswegen. Conrad: „So schlimm, wie die aktuelle Holzernte unserer französischen Nachbarn erfolgte, war es in meiner 20-jährigen Amtszeit nicht.“ Er befürchtet, dass es bei der Abfuhr des Stammholzes durch die schweren Holzlaster mit weit mehr als 3,5 Tonnen noch zu weiteren Schädigungen der deutschen Wege kommt.
Reparatur der Wege eingefordert
Maas blieb unterdessen nicht untätig und intervenierte zunächst bei seinem unmittelbaren französischen Amtskollegen, dem Bürgermeister Etienne Megel von Liederschiedt. Dieser verwies Maas an eine Firma aus Straßburg, die für die privaten Waldbesitzer den Holzeinschlag vorgenommen hat. Nach einem Telefonat mit deren Mitarbeitern habe er die Auskunft erhalten, dass mit dem Bürgermeister von Liederschiedt alles abgesprochen sei und dieser sein Okay gegeben habe. Er forderte daraufhin, dass nach dem Abtransport des Holzes die deutschen Wege auch wieder durch die Firma in Ordnung gebracht werden.
„Was mich zusätzlich ärgert, ist die Tatsache, dass es auch versäumt wurde, mit den Landbesitzern auf deutscher Seite zu sprechen“, sagt Maas. Auf seinen Hinweis an die französische Seite, dass man doch auch einen intakten Roppeviller Waldweg zur Holzabfuhr hätte nutzen können, erhielt er zudem eine Antwort, die ihn dann auf die Palme brachte: Ihm wurde entgegnet, dass dieser Weg ja dann kaputt gegangen wäre.
Gemeinden befürchten finanziellen Schaden
So müssen laut Maas die Einwohner von Schweix und Hilst nicht nur den schlechten Zustand der Wege hinnehmen, sondern auch die finanziellen Folgen. Maas ist sich mit seinem Hilster Amtskollegen Philipp Andreas über folgendes im Klaren: „Wir sind für die Verkehrssicherungspflicht unserer Wirtschaftswege verantwortlich und auch für die Reparaturarbeiten.“ Und diese müssten, wenn keine Instandsetzung der Firma erfolgt, über die Haushalte der Gemeinden finanziert werden. „Genau das ist das Problem, das uns verärgert und das freundschaftliche Miteinander über die Grenzen hinweg trübt“, so Maas.