Offenbach Zwei Mädels basteln für den guten Zweck

Leni (links) und Nora haben bereits im Sommer begonnen, selbstgebastelte Sachen zu verkaufen, um den Erlös zu spenden.
Leni (links) und Nora haben bereits im Sommer begonnen, selbstgebastelte Sachen zu verkaufen, um den Erlös zu spenden.

So richtig angefangen hat es eigentlich im Sommer dieses Jahres mit 30 Fruchtzwerge-Joghurtbechern. Die Idee von Leni Fritz und Nora Bibus aus Offenbach war der Verkauf von selbstgebastelten Sachen. Am Ende standen ein großer Erfolg und eine Spende für die gute Sache.

Die Joghurtbecher waren für die Herstellung von kleinen Engeln enorm wichtig. Weiter auf dem Bastelprogramm standen das Fabrizieren von tätowierten Kerzen und solchen am Stiel. Klopapierrollen verschönern, Weihnachtskarten bemalen, Badeperlen herstellen, und einiges mehr. Alles sollte auf dem Bürgersteig vor ihrer Haustür verkauft und der Erlös sollte gespendet werden. Etwa ein Dutzend Mal verkauften sie ihr Selbstgebasteltes. Der Ertrag kam in die Sparbüchse und wurde nicht angegriffen.

Im Laufe des Jahres, als die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger wurden, musste dann aber ein anderer Plan her. Der Bürgersteig als Verkaufsstand wurde einfach zu kalt. „Wir hatten die Idee, am Weihnachtsmarkt bei uns im Ort unsere Sachen zu verkaufen“, erzählt Leni Fritz. Die Behörde hatte nichts dagegen. Und ab da ging es dann richtig los. Denn da waren ja noch die 30 Joghurtbecher leer zu futtern. Die Becher mit Beton ausfüllen, um daraus den Torso für die Figur mit Federflügeln zu basteln, übernahm die Mama. Der Rest wurde von Leni und Nora alleine bearbeitet.

Fruchtzwerge im Akkord ausgelöffelt

„Also, von Fruchtzwergen habe ich die Nase im Moment voll“, erklärt Leni. Aber nützlich seien sie gewesen, fügt Nora an. „Es war eine Menge Vorarbeit, bis die Zwei endlich ans basteln gehen konnten“, erklärt Mama Elena Fritz lächelnd. Aber sie hatten Durchhaltevermögen. Zweimal in der Woche nach Schule und Hausaufgaben sowie am Wochenende wurde hergestellt. „Es hat echt viel Spaß gemacht“, erklären Leni und Nora grinsend. Und der Grund, am Wochenende bei der Freundin zu übernachten war auch noch gegeben. Die Beiden kichern zur Bestätigung.

Der Erfolg gab den beiden sieben- und achtjährigen Zweitklässlerinnen aus der Grundschule in Offenbach recht. Die etwa 30 kleinen Engel und die acht größeren aus anderen Bastelmaterialien gingen weg wie warme Semmeln. Und nicht nur die. Die selbstgemachten Badeperlen und die über 60 Weihnachtskarten mit den selbstausgestanzten Goldfolie-Sternen sowie die in Form gegossenen Seifenstücke mit Duft und Glitzer. Das Resümee ist einfach: Alles ist weg, verkauft auf dem Weihnachtsmarkt in Offenbach.

Pläne fürs neue Jahr schwirren schon im Kopf herum

Darauf sind Leni Fritz und Nora Bibus sehr als stolz. 609 Euro haben sie mit ihren Straßenverkäufen im Sommer und am Weihnachtsmarkt eingenommen. Die Spende, die von den Familien Fritz und Bibus auf 1050 Euro aufgestockt wurde, nahm die erste Vorsitzende des Vereins Ayuda und Projektbetreuerin des Mädchenheims Santa Teresita in Posadas (Argentinien), Nadine Erdmann, sehr gerne an. „Viele lieben Dank für euer Engagement, eure Tatkraft und euren Ehrgeiz, nicht nur zur Weihnachtszeit“, so Erdmann.

Angedacht ist das Geld für das Mädchenheim in Santa Teresita. „Wir stecken es in Bildungsprojekte“, erklärt Erdmann, „und in neue Brillen für die Mädchen“. Die Bundespolizistin engagiert sich nach einem Sabbatjahr 2015/16 für den Verein, den sie schon seit ihrer Jugend kennt. Seit einiger Zeit ist sie die erste Vorsitzende und besucht unter anderem regelmäßig die Mädchenschule in ihrer freien Zeit, um zu helfen.

Leni und Nora schwirren für das neue Jahr schwirren schon wieder Gedanken übers Basteln für den guten Zweck in den Köpfen herum. Denn, so sagt Nora: „Es macht einfach riesigen Spaß!“

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