Kreis Südliche Weinstraße Zwölf Soldaten auf 15 Quadratmetern

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Bad Bergzabern. Das Interesse von RHEINPFALZ-Lesern an einer Führung durch das Westwallmuseum in der Kurfürstenstraße in Bad Bergzabern und einer Begehung eines Stücks des Westwallwegs war groß. 27 Leser hatten das Los gezogen und erlebten interessante Geschichtsstunden zu einem düsteren Kapitel der deutschen Geschichte.

Es ist eine noch weitestgehend intakte Bunkeranlage, die Manfred Mizkunaz mit seinem detaillierten Wissen zeigt. 1996 ging die denkmalgeschützte Anlage an die Stadt Bad Bergzabern, das Museum wurde 1998 eröffnet. Mizkunaz ist seit 2008 Museumsleiter. Zwei Meter dicke, mit Eisen verstärkte Betonwände bilden die Mauern der Bunker, die gänzlich in die Erde gesetzt wurden. In den Kammern mit einer ständigen Temperatur von 7 bis 10 Grad war Kriegsgerät gelagert oder schussbereit. Soldaten hielten sich dort bereit, auch als Luftschutzbunker für die Bevölkerung wurden sie genutzt. Beklemmende Enge herrscht beim Begehen. Einige Besucher weichen zurück. Zu große Eindrücke hinterlassen die Verhältnisse, die zu Kriegszeiten in einer solchen Anlage geherrscht haben müssen. „Es war ein Glücksfall, dass wir gewonnen haben, uns interessiert Geschichte, man muss daraus lernen“, sagt Familie Peter aus Herxheim. Nicht vorstellbar ist für die Gruppe die Situation von zwölf Soldaten, die auf 15 Quadratmetern in neun Betten untergebracht waren. Sie mussten dort auf engsten Raum teils Monate gemeinsam verbringen. Zudem mit einer Kurbel ständig für Frischluft sorgen, die über ein Belüftungssystem in den Bunker kam. „Hier in diesem Bereich waren die Bunker maximal 50 Meter auseinander“, so Manfred Mizkunaz, der 1981 nach Bad Bergzabern kam. Er war mal als Berufssoldat für elektronische Geräte zuständig. Fast drei Stunden erzählt er, was es mit der Verteidigungslinie im Westen, dem Westwall, den Bunkern, den Höckerlinien und Panzergräben auf sich hat. Und dass es sehr perfide Mittel gab, den „Feind“ aufzuhalten, zum Beispiel kleine mit Sprengstoff gefüllte Holzkästchen im Wald, deren Sprengkraft Gliedmaßen abreißen konnte. Mit dabei ist auch Gérard Weisbecker aus Schweigen-Rechtenbach. „Mein Mann interessiert sich sehr für die Geschichte, wir sind die Wege des Westwalls schon oft gegangen“, erzählt seine Frau. Auch Kinder und ältere Männer hätten vor Kriegsende noch in den Bunkern gekämpft, erzählt Mizkunaz und zeigt Gasmasken, die für Pferde, die Geschütze transportierten, vorgesehen waren. Dann geht es mit Autos zu den „Drei Eichen“ bei Böllenborn, hier beginnt ein Teil des Westwallweges. „Wir sind schon lange neugierig auf das Thema, wir haben als Kinder den Krieg noch erlebt und in den Panzergräben gespielt“, sagen Erhard und Almut Walkenbach, die seit elf Jahren in Bad Bergzabern wohnen. Die Panzergräben sieht man noch im Wald, sie sind wieder Teil der Natur geworden. Von Hand geschaufelt werden mussten sie auch von Frauen, die in Lagern des Reichsarbeitsdienstes in Bergzabern untergebracht waren und täglich in den Wald laufen mussten. „Es hat nix gebracht, man konnte die Gräben spielend leicht überwinden“, so der Museumsleiter. „Es ist krass, man kann es sich nicht vorstellen“, sagt die 15-jährige Sophie Völkel aus Landau, die das Thema Zweiter Weltkrieg demnächst im Geschichtsunterricht behandelt. Nicht vorstellen kann sich auch der jüngste Teilnehmer, der elfjährige Rene Dienies aus Kandel, dass Soldaten in einem solchen Bunker saßen.

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