Kreis Südliche Weinstraße Zur Sache: Zwei bis drei Verkehrsunfälle pro Tag

Zu zwei bis drei Verkehrsunfällen werden die Polizisten der PI Bad Bergzabern pro Tag gerufen. Im vergangenen Jahr waren es 919, 41 mehr als 2014. Zumeist blieb es bei Blechschäden. „Wir hatten einen Toten zu beklagen, 43 Personen wurden schwer, 80 leicht verletzt“, erläutert Polizeihauptkommissar Werner Bollinger, der bei der Polizeiinspektion Bad Bergzabern für die Bearbeitung von Verkehrsunfällen zuständig ist. Abbiegen, wenden und rückwärtsfahren sind laut Bollinger die Hauptunfallursachen: „Da spiegeln sich die zahlreichen Unfälle auf den Parkplätzen im Stadtgebiet wieder.“ In diesem Bereich ist ein Anstieg um 21 Prozent auf 272 Unfälle zu verzeichnen. Bei 109 Unfällen gilt zu geringer Abstand als Ursache. Rückläufig ist die Zahl der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit; waren es 2014 noch 93, sank die Zahl im Vorjahr auf 80 Fälle. „Ganz klar, da macht sich unser verstärkter Einsatz der Laserpistole bemerkbar. Wir sind hier flexibler geworden. Geschwindigkeitskontrollen wird es auch in Zukunft verstärkt geben“, kündigt Bollinger an. Eine untergeordnete Rolle bei den Unfallursachen spielen Alkohol und Drogen, auch wenn sie 2015 für 16 Unfälle verantwortlich sind, während es 2014 nur für zwölf waren. Interessant ist die Altersverteilung bei den Unfallbeteiligten. Die Zahl jüngerer Unfallverursacher (im Alter von 18 bis 24) blieb nahezu gleich: 2014 waren es 156, 2015 161. „In dieser Altersgruppe ist nichtangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache“, so Bollinger. Senioren, dazu zählen alle über 65 Jahren, waren im vergangenen Jahr an 195 Unfällen beteiligt (Vorjahr: 198). „Auffällig bei den Senioren ist eine relativ hohe Beteiligung bei sogenannten leichteren Parkunfällen, insbesondere im Bereich von Parkplätzen bei Discountern oder Supermärkten“, sagt Bollinger. In 186 Fällen mussten die Bad Bergzabern Polizisten wegen Unfallfluchten ermitteln, 68 Fälle konnten aufgeklärt werden. Nahezu gleichgeblieben ist mit 206 die Zahl der Wildunfälle. „Fast 22 Prozent aller Verkehrsunfälle in unserem Bereich sind auf Wildwechsel zurückzuführen. In der Südpfalz muss man nachts oder bei Dämmerung immer mit Wildwechsel rechnen“, warnt Bollinger. (jpa)