Kreis Südliche Weinstraße Zur Sache: Etat der Ortsgemeinde 2017 – Schulden auf tiefstem Stand seit 2003
Die Ortsgemeinde Maikammer steht finanziell gut da: Sie kann ihre Investitionen aus Eigenmitteln finanzieren und sogar noch etwas in die Rücklagen einstellen. Der Schuldenstand sinkt voraussichtlich zum Ende 2017 erstmals seit dem Jahr 2003 wieder unter zwei Millionen Euro. Angesichts dieser Lage gab es am Montag keinen Widerspruch aus dem Ortsgemeinderat gegen den Haushaltsplan 2017. Der Haushalt folge auch dem „Cittaslow“-Gedanken, sagte Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU). Wie berichtet, ist Maikammer als Mitglied dieses Netzwerks „lebenswerter Städte“ anerkannt, das besonders auf Nachhaltigkeit, Entschleunigung und regionale Besonderheiten setzt. Dazu passt vor allem die Umstellung auf energiesparende LED-Technik in öffentlichen Einrichtungen. Das ist ein größerer Posten bei der Kalmithalle. Deren Beleuchtung umzurüsten, wird voraussichtlich 144.000 Euro kosten. Hinzu kommen die Umstellung der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz (28.000 Euro), der Bühnenbeleuchtung im Bürgerhaus (38.000 Euro) und der Straßenlampen in der Weinstraße Nord ab der Bahnhofstraße (24.000 Euro). Der Anbau und die neue Küche für die kommunale Kita sind der größte Einzelposten im Investitionsplan: Er schlägt mit 190.000 Euro zu Buche. Schließlich werden 2017 die untere Friedhofstraße ausgebaut (186.000 Euro) und dort Wasserleitung sowie Kanal erneuert. Hinzu kommen Planungskosten für die Sanierung von Marktplatz und oberer Marktstraße sowie die Umsiedlung des Büros für Tourismus in die Marktstraße. Die geplanten Investitionen summieren sich auf 829.000 Euro. Ihnen stehen 641.000 Euro an Zuschüssen und Grundstückserlösen gegenüber. Der Rest wird aus dem Überschuss im Finanzhaushalt finanziert. Schäfer wies darauf hin, dass außerdem rund 100.000 Euro den Rücklagen zugeführt werden können. Diese würden zum Jahresende voraussichtlich über 900.000 Euro betragen. Die gute Finanzlage hat die Gemeinde ihrer hohen Steuerkraft zu verdanken. Jedoch verbleiben der Gemeinde von ihren Steuereinnahmen in Höhe von 4,26 Millionen Euro nach Abzug der Umlage nur 721.00 Euro. Der voraussichtliche Schuldenstand ist zum Ende des Jahres mit 1,96 Millionen Euro angegeben. Die Gemeinde stärke mit diesem Haushalt die Infrastruktur, sorge für künftig niedrigere Energiekosten, verbessere ihr familienfreundliches Angebot und stelle Weichen für die Entwicklung im Innenort, sagte Hans Gareis (CDU). Bernard Blumenstiel (SPD) nannte die anstehenden Umgestaltungen im Ortskern weitreichend und bedeutsam. Er bedauerte, dass im Tourismus mit den eigenständigen Büros in St. Marin und Maikammer Synergieeffekte aufgegeben worden seien. Thomas Herrmann (Bürgerforum) sagte, das Zurückfahren der Schulden und die Umsiedlung des Tourismusbüros in den Ortskern seien Ziele, die seiner Fraktion wichtig seien. Otto Stachel (FWG) merkte an, bei einer vergleichsweise geringen Verschuldung könne es sich sehen lassen, was für die Bürger geleistet worden sei. |ff