Kreis Südliche Weinstraße Zur Sache: Beiträge der Grünen und auf Facebook

Der Volksverräter-Wagen auf den Faschingsumzügen in Bad Bergzabern, Pleisweiler-Oberhofen und Oberotterbach sorgte auch gestern bei der Politik und auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ für Diskussionsstoff. „Es ist gut, dass sich der Faschingsumzug in Bad Bergzabern etabliert hat und wieder zu einem Höhepunkt im Jahr geworden ist“, schreibt Ulrich Teichmann für den Bad Bergzaberner Gemeindeverband der Grünen. Trotz des Wetters seien viele Wagen und Gruppen durch die Stadt gezogen. „Wir können den Initiatoren, den Frauen und Männern, die sich so viel Mühe gemacht haben, nicht genug danken. Dass eine ,Privatinitiative’ einen derart geschmacklosen Wagen mit einem Vokabular aus der Nazizeit präsentierte, ist schlicht unfassbar.“ Die Grünen bedauerten zutiefst eine derartige geistige Verirrung und hofften, dass dadurch der Fasching nicht beschädigt werde. Der Gemeindeverband erwarte von der „Privatinitiative“ eine öffentliche Entschuldigung für die Entgleisung. „Den Faschingsorganisatoren sowie allen Umzugs-Begeisterten wünschen wir, dass sich solch eine Situation nicht wiederholt“, schreibt Teichmann. Auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ ist das Meinungsbild geteilt. Auf der einen Seite gab es sehr viel Kritik an der Berichterstattung der RHEINPFALZ. Die Hauptvorwürfe: Es werde einseitig über den Motivwagen berichtet, im Gegensatz dazu werde der Brandanschlag auf das Auto der Frau des rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden der AfD, Uwe Junge, in Mayen nicht thematisiert (wir berichten morgen darüber auf der Seite „Südwest“). Ein anderer Kritikpunkt: Die RHEINPFALZ mache aus einer Mücke einen Elefanten. „Genau, Medien, Zeitung, Fernsehen – die machen es schlimmer als es überhaupt ist“, war zu lesen. Es gab aber auch einige Gegenstimmen, die die Berichterstattung lobten. „Die Medien berichten über genau das, was passiert, und genau das ist auch ihre Schuldigkeit und Pflicht. Nicht der Bote ist zu köpfen!“, schrieb eine Nutzerin. „Das ist völlig inakzeptabel und ich bin froh, dass das viele auch so sehen: Hetze ist nicht die Art, wie wir leben wollen“, schrieb eine andere. Auch der Vergleich mit dem Wagen beim Düsseldorfer Rosenmontagsumzug, auf dem US-Präsident Donald Trump mit abgeschnittenem Kopf zu sehen war, wurde wieder häufig angeführt. | ansc/fare