Kreis Südliche Weinstraße Zunächst keine Extra-Kontrollen geplant

Placeholder-Image

Zum 1. Januar wird die Biotonne im Kreis Südwestpfalz eingeführt. Zugleich verringert sich der Abholrhythmus für den Restmüll und die Papiertonne. Die Kreisverwaltung rechnet zwar mit Fehlwürfen, plant aber zunächst keine besonderen Kontrollen.

Das sagte Ulla Eder, Sprecherin der Kreisverwaltung, auf Anfrage. Sie schloss aber nicht aus, dass Kontrollen eingeführt werden, falls die Fehlwürfe das einkalkulierte Maß überschreiten. Falsch verteilter Müll, der sichtbar ist, werde auch jetzt schon von den Müllmännern zurückgewiesen und bleibt stehen. Die größte Menge an Fehlwürfen kam bislang durch Bioabfall zustande, der in die Restmülltonne gefüllt wurde, obwohl angeblich ein Komposthaufen im Garten vorhanden war. Obwohl über 90 Prozent der Haushalte angeben, Selbstkompostierer zu sein, und deshalb von günstigeren Gebühren profitierten, besteht zurzeit laut Kreis über die Hälfte des Restmülls aus Bioabfall und muss teuer im Müllheizkraftwerk Pirmasens verbrannt werden. Beim künftigen Gebührenmodell lohnt es sich finanziell kaum noch, Selbstkompostierer zu sein. Um zu sparen, beziehungsweise nicht mehr bezahlen zu müssen als bisher, müssen die Haushalte die Abfälle sehr genau trennen, damit die Restmülltonne nicht öfter als viermal im Jahr zur Leerung an den Straßenrand gestellt werden muss. Die Kreisverwaltung hofft nun, dass nicht versucht wird, Restmüll in der Bio- oder Papiertonne oder im Gelben Sack vorsätzlich zu verstecken, um die graue Tonne zu entlasten. Die Verwerter der Wertstoffe würden das nicht akzeptieren, da ein Nachsortieren aufwendig ist und zu weiterem Restmüll führt. Der Inhalt der Biotonnen wird in die Nähe von Heilbronn gekarrt, um im Kompostwerk der Bauland GmbH & Co KG verwertet zu werden. Diese Firma hatte bei der Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben. Wie Geschäftsführer Andreas Achauer sagte, wird der Bioabfall nicht zerkleinert, damit die Fehlwürfe von den Arbeitern besser aussortiert werden können. Dazu zählen auch Plastiktüten, in die der Bioabfall in den Haushalten gefüllt wird. Bio-Plastikbeutel seien indes kein Problem, da sie sich während des acht bis zwölf Wochen dauernden Kompostierprozesses zersetzen. Damit trat er Meldungen entgegen, dass die Zersetzung der Bio-Plastikbeutel länger dauere als die Zersetzung des Bioabfalls, was dazu führe, dass auch die Biobeutel aussortiert werden müssten. Die Kreisverwaltung rät zu Zeitungspapier zum Verpacken der Bioabfälle im Haushalt – „sofern es nicht in rauen Mengen verwendet wird“. Eder kündigte an, dass Plastik – egal ob kompostierbar oder nicht – für die Biotonne im schlimmsten Fall ganz verboten werde, falls eine falsche Nutzung überhandnehme. „Aber wir wollen bei allem erst einmal abwarten, wie es anläuft“, sagt Eder in der Hoffnung, dass die Bürger das Abfallkonzept mit Vernunft begleiten. (ow)

x