Herxheim
Zu gefährlich: Keine Wasserspender am Schulzentrum
Die Elemente Feuer und Wasser sitzen eigentlich nicht in einem Boot. In dem hier geschilderten Fall um das Aufstellen oder besser gesagt Nichtaufstellen von Wasserspendern am Pamina-Schulzentrum in Herxheim sind sie aber dennoch miteinander verbandelt. Doch der Reihe nach: Es gibt aus der Sicht von Simon Lietzmann viele Gründe, die für Wasserspender in Schulen sprechen. Der Leiter des gymnasialen Zweigs führt an, dass das Trinkverhalten der Schüler gefördert wird. Sie werden zum Wassertrinken motiviert und nicht dazu, gezuckerte Getränke zu konsumieren. Auch Aspekte der Nachhaltigkeit spielen eine Rolle. Der ökologische Fußabdruck der Schule verkleinere sich, da weniger Verpackungsmüll produziert werde. Unter anderem deshalb wollte die Schulgemeinschaft mit dem Platzieren von zwei Wasserspendern im Schulzentrum ein gutes Werk tun. „Das war schon länger der Wunsch von Schülern, Eltern und Lehrern“, sagt Simon Lietzmann. „Wir hatten uns zwei entsprechende Geräte angeschafft und wollten sie aufstellen.“ Dass dies letztlich aus Sicht des Brandschutzes nicht möglich ist, stößt auf Unverständnis bei vielen.
Der externe Fachplaner für Brandschutz stuft die strombetriebenen Wasserspender als unzulässige Brandlast ein. Auch könnten sie auf dem Fluchtweg ein Hindernis darstellen, teilt Kreissprecherin Jennifer Back auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. „Die von der Kreisverwaltung bestellten Geräte konnten dem Lieferanten zurückgegeben werden, die Kosten wurden uns erstattet“, sagt sie. Das abgelehnte Wasserspender-Modell ist etwa 40 Zentimeter breit, 1,27 Meter hoch und 52 Zentimeter tief. Neue Geräte würden erst beschafft, wenn von der Schule entsprechende brandschutztechnische Maßnahmen umgesetzt wurden.
Keine alternativen Standorte
Fakt ist also, dass das Pamina-Schulzentrum in den kommenden Jahren in Sachen Brandschutz aufrüsten werden muss. „Aber mit diesen baulichen Maßnahmen haben wir noch nicht richtig begonnen, das kann dauern, bis das abgeschlossen ist“, erklärt Schulleiter Lietzmann. Für ihn ist die Entscheidung des Brandschutz-Büros dennoch überraschend und unverständlich zugleich. „Ich kann es einfach nicht nachvollziehen“, betont er. Kreissprecherin Jennifer Back stellt klar: „Bis zum Abschluss der Sanierung – es geht um Brandabschottungen, Brandschutztüren und eine neue Hausalarmierung – können die aktuell noch notwendigen Flure aus Brandschutzgründen nicht derart belastet werden – Stichwort Brandlast.“
Einer der Wasserspender sollte im Foyer des Hauptgebäudes des Schulzentrums, in dem die Jahrgangsstufen sieben bis 13 unterrichtet werden, aufgestellt werden. Das andere Gerät sollte im ersten Obergeschoss des Gebäudes der Gemeinsamen Orientierungsstufe für die Jahrgangsstufen fünf und sechs in der Nähe des Sekretariats Platz finden. Beide Spender sollten an die Frischwasserleitung angeschlossen werden. Nach der Absage an diese Standorte wurde zusammen mit dem Brandschutzbeauftragten, dem Schulträger und der Bauverwaltung versucht, alternative Plätze zu finden – nach Angaben von Sprecherin Jennifer Back etwa in der Aula oder der Mensa. „Das hat leider zu keinem Ergebnis geführt. Ein Alternativstandort für den Wasserspender in der Gemeinsamen Orientierungsstufe kam gar nicht erst infrage“, erklärt der Schulleiter. Er sagt, dass die vorgeschlagenen Räume zu eng gewesen wären beziehungsweise technisch aufwendig hätten hergerichtet werden müssen. Vonseiten der Kreisverwaltung heißt es: Laut Einschätzung der Schulleitung konnte eine erforderliche Aufsicht durch Lehrpersonal leider nicht gewährleistet werden.
Unter dem Strich hat die Entscheidung zur Folge, dass der zu Beginn des Schuljahres erhobene „Wasser-Euro“, der die laufenden Kosten der Spender hätte decken sollen und in Verbindung mit dem Kopiergeld eingezogen wurde, erstattet wird. Die diesjährigen Absolventen des Gymnasiums und der Realschule plus können sich laut Schulleitung vom 19. bis 30. Juni einen Euro im Sekretariat abholen. Die jetzigen Jahrgangsstufen fünf bis zwölf werden zu Beginn des kommenden Schuljahres zum Ausgleich einen Euro weniger fürs Kopiergeld, also vier statt fünf Euro bezahlen. Die künftige Jahrgangsstufe fünf wird das reguläre Kopiergeld von fünf Euro bezahlen. Alle Eltern wurden in einem Brief über den Sachverhalt informiert, teilt Simon Lietzmann mit