Landau / SÜW
Zooschule und Gäuschule gehen Partnerschaft ein
Raffael liebt Schlangen, weshalb er sich gerne eine um den Hals legen möchte. Ein Klassenkamerad möchte ein Eis essen und anschließend einen Gepard streicheln. Mitschüler laden das Team der Zooschule gleich zu ihnen nach Böbingen ein – natürlich sollten sie dann auch ein Tier mitbringen. Solche und viele andere Wünsche haben Mädchen und Jungen der Gäuschule zusammengetragen, auf bunt gestalteten Karten festgehalten und diese samt einer Box an die Zooschule übergeben. Dieses Geschenk kommt nicht von ungefähr, zumal es mehrere Wiedersehen geben wird.
Zwei zertifizierte Einrichtungen
Die Landauer Zooschule bietet Schulen Unterrichtseinheiten an und kooperiert zudem mit einigen Einrichtungen, etwa mit dem Eduard-Spranger-Gymnasium oder der städtischen Kindertagesstätte Wilde 13. Dass sie nun eine Partnerschaft mit einer Grundschule eingeht, ist nicht nur neu. Nach Angaben der Zooschule-Leiterin Gudrun Holstein ist es landesweit einmalig, dass ein außerschulischer Lernort und eine Grundschule auf diese Weise stärker zusammenarbeiten. Was auch daran liegt, dass sie nun gemeinsam für die Themen Artenvielfalt und Nachhaltigkeit werben.
Beide Einrichtungen sind zertifiziert. Die Zooschule, die sich als Einrichtung zur Bildung für Nachhaltigkeit versteht, erklärt Kindern beispielsweise, was der Papierverbrauch mit der Bedrohung des sibirischen Tigers zu tun hat oder warum Schimpansen von einer Sammelbox für Smartphones profitieren. In Ferienprogrammen wurden zudem Mädchen und Jungen unter anderem über die Bedeutung von Solarenergie und das Trinkwasser sensibilisiert. Die Gäuschule trägt ebenfalls das Siegel Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie ist somit Teil eines landesweiten Netzwerks, deren Mitglieder sich über das Regelmaß hinaus in ökologischen Bereichen engagieren und verstärkt ökologische Themen in Unterricht und Schulalltag integrieren. Durch die Partnerschaft werden sie sich nun auch mit Tieren und ihren Situationen beschäftigen, die im Zoo leben oder über welche die Zooschule informieren kann.
Ausstellung soll auch im Kreishaus zu sehen sein
Dass es zu diesem Bündnis gekommen ist, liegt auch Leiterin der Böbinger Grundschule. Felicitas Kern hatte bereits in ihrer Studienzeit an der Landauer Uni Einblick in die Zooschule gewonnen hat und blieb mit dem Team stets in Kontakt. Seit jeher nutzt die Gäuschule ihr Schulumfeld, um Mädchen und Jungen mit Artenvielfalt vertraut zu machen. Durch die Partnerschaft haben sie die Chance, ihr Wissen zu erweitern und zu vertiefen. Die Zooschule verspricht sich durch die Partnerschaft öffentlichkeitswirksame Projekte. Nicht nur die Grundschüler und ihre Familien, sondern auch die breite Masse soll dafür sensibilisiert werden, wie wichtig das menschliche Handeln ist, um das Massensterben der Arten zu vermeiden.
Und die Grundschüler haben bereits das erste Projekt auf die Beine gestellt: Sie haben durch ihre fleißige Bastelaktion Lebewesen und ihr Umfeld in Form von kleineren und größeren Kartons veranschaulicht und sich in diesem Zuge auch mit deren natürlichen Lebenswelt und Bedürfnissen befasst. Diese Arbeiten, die sie unter dem Titel „Vielfalt unter uns und in der Tierwelt“ gestellt haben, sollen laut Hollstein als Wanderausstellung unter anderem in der Kreisverwaltung zu sehen sein oder in den Räumen der VR-Bank Südpfalz, die diese Bildungspartnerschaft finanziell unterstützt. Denkbar sei es, so Hollstein, die Ausstellung weiterzuentwickeln oder davon ausgehend andere Projekte anzugehen, etwa Videobeiträge, die im Internet geteilt werden können. Möglich wäre auch, zu einzelnen Aspekten Faltblätter zu kreieren und zu verteilen, um auch dadurch Menschen zum Mitmachen motivieren. Gegenseitige Besuche stehen nun auch auf dem Plan.