Kreis Südliche Weinstraße Zehnjähriger will kochen lernen

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„Es gab eine Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat“, ist ein Satz aus dem Märchen „Der Eisenofen“ der Brüder Grimm, der auch auf die Wunschbaumaktion des Hauses der Familie in Bad Bergzabern zutrifft. Die Aktion ist für alle gedacht, die aus unterschiedlichsten Gründen an den Rand der Gesellschaft geraten sind und die Not an den Feiertagen noch deutlicher spüren. Die ersten Wünsche sind schon eingegangen.

Die Wünsche werden auf einen Stern geschrieben, der am Weihnachtsbaum, der im Foyer des Hauses der Familie für jeden zugänglich steht, befestigt wird. Jeder, der helfen will, kann einen Stern abnehmen und den Wunsch – oder auch mehrere Wünsche – erfüllen. „Bis jetzt sind schon 20 Wünsche eingegangen, obwohl der Baum noch gar nicht steht“, informiert Rainer Brunck, bis vor Kurzem Leiter des Hauses der Familie und jetzt Seniorenreferent im protestantischen Dekanat. Er stellt die Verbindung zwischen „Wünschern“ und „Erfüllern“ her. „Die Wünsche spiegeln in diesem Jahr die Flüchtlingssituation wider“, sagt Rainer Brunck, der die Aktion im sechsten Jahr begleitet. So wünscht sich eine Mutter mit drei Kindern aus Afghanistan ein Damenfahrrad mit Kindersitz. Ein 36-jähriger Arbeitssuchender braucht eine Brille, um Arbeit zu finden und kann den Eigenanteil nicht bezahlen. Und der zehnjährige Junge einer Flüchtlingsfamilie wünscht sich Spielsachen. Kleidung für ihr Neugeborenes braucht eine Asylbewerberin. Die Zahl der Wünsche sei in den vergangenen Jahren gestiegen. 2013 wurden 96 Wünsche an den Baum gehängt, die meisten davon seien auch erfüllt worden, so Brunck. „Beim Abschlussfest, bei dem sich Wünschende und diejenigen, die Wünsche erfüllt haben, kennenlernen können, waren dann 100 Menschen da, so viele wie noch nie“, so Brunck. Die Weihnachtswunschaktion sei nicht konfessionell gebunden. „Wir öffnen die Türen für alle Menschen jeden Glaubens oder Nichtglaubens“, sagt der Seniorenreferent. Sehr anrührend findet er den Wunsch eines zehnjährigen Jungen, der sich jemand wünscht, der ihm das Kochen beibringt. Eine andere Familie wünscht sich einen Weihnachtsbaum, eine alleinstehende Frau sucht einen Bastler, der ihre Kaffeemaschine repariert. Das Haus der Familie ist von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Wer einen Wunschstern vom Baum nimmt und den Wunsch erfüllen möchte, klebt den Stern auf das Geschenk oder einen Gutschein und kann dies dann im Haus der Familie abgeben. Am Montag, 22. Dezember, sind alle, die Wünsche erfüllt haben und alle, deren Wünsche erfüllt wurden, um 16.30 Uhr zu einer Begegnung eingeladen. (pfn)

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