Kreis Südliche Weinstraße „Wollen die Verbandsgemeinde erhalten“
„Ich erlebe die ganze Bandbreite des Lebens in der VG aus einem anderen Blickwinkel“, sagt Kölsch. Schwierig sei es, wenn Wünschenswertes und Machbares nicht in Kongruenz zu bringen seien, wenn „politisches Wollen und rechtlicher Rahmen“ kollidierten: „Es gibt Sachen, die gehen, und es gibt Sachen, die gehen nicht. Und dann muss man einen Kompromiss finden“, zeichnet er die Linie seines politischen Handelns nach. „Mit Hochdruck“ arbeiten Zweckverband und Verwaltung daran, das interkommunale Gewerbegebiet Wilgartswiesen/Hauenstein zur Baureife voranzutreiben (wir berichteten mehrfach). Vor den Feiertagen sei der Förderantrag an das Mainzer Wirtschaftsministerium herausgegangen und Mitte des Monats Januar werde man zu einem Abstimmungstermin in die Landeshauptstadt reisen: „Wir hoffen auf eine Förderzusage in Höhe von 70 plus x Prozent noch vor den Landtagswahlen“, ist Kölsch optimistisch. Und ebenso optimistisch klingt seine Einschätzung, dass noch im Spätjahr 2016 der erste Spatenstich erfolgen kann. „Das interkommunale Gewerbegebiet wird die Wirtschaftskraft der Verbandsgemeinde weiter stärken“, ist sich der VG-Chef sicher und sieht darin einen Faktor, um die VG Hauenstein über die nächste Stufe der Kommunalreform, die für 2019 avisiert ist, zu hieven. „Unser Ziel ist formuliert: Wir wollen die Verbandsgemeinde Hauenstein erhalten“, sagt Kölsch, weiß aber auch, dass die von der Landesregierung aufgestellten Kriterien nicht erfüllt werden können, und sieht zum anderen, dass die Gerichte über die Zwangsfusionen im Fall Maikammer anders entschieden haben als im Fall Wallhalben. Deshalb: „Ich bin gespannt, was nach den Wahlen geschieht. Vielleicht werden dann die Karten ganz neu gemischt …“ Die „große Herausforderung des Jahres 2016“ sieht Kölsch in der Integration der Flüchtlinge. Rund 125 Personen sind derzeit in Hauenstein, Hinterweidenthal und Wilgartswiesen untergebracht. Er gehe davon aus, dass die Zahl auf 160 Personen ansteigt. Kölsch ist froh, dass man derzeit in der Lage sei, alle zugewiesenen Personen dezentral unterzubringen. Man habe auch einen Hausmeister eingestellt, der sich aufgrund seiner eigenen Vita mit den Flüchtlingen sprachlich verständigen könne. „Beispielhaft“ sei die Arbeit vieler Ehrenamtlicher, ohne deren Hilfe „vieles gar nicht möglich“ wäre. Freilich sorge der Zuzug auch für einen enormen Mehraufwand innerhalb der Verwaltung. Zum 1. Februar könne für die Sachbearbeitung auf diesem Gebiet eine auf zwei Jahre befristete Stelle besetzt werden. Für die Stelle lagen 60 Bewerbungen vor, die Einstellungsgespräche seien geführt, der Personalrat müsse noch zustimmen. Kölsch hofft, dass die „hier aufgewendeten finanziellen Mittel an die Kommune zurückfließen und unterm Strich eine schwarze Null steht“.