Meinung Wirtschaftskrise: Der Südpfälzer Motor stottert

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Die Südpfalz verliert einen Industriearbeitsplatz nach dem anderen. Das bedroht den Wohlstand in der Region massiv.

Dass die deutsche Wirtschaft in der Krise steckt, bestimmt schon seit Monaten die Nachrichten. Große Konzerne wie Volkswagen und Thyssenkrupp streichen Tausende Stellen. Das ist weit weg von uns, mag manch ein Südpfälzer denken. Damit irrt er aber gewaltig, denn die Krise ist längst zwischen Rhein und Reben angekommen. Und sie wird tiefe Spuren hinterlassen.

Denn die Südpfalz lebt nicht nur vom Tourismus und vom Weinbau. Es ist vor allem die Industrie, die für Wohlstand sorgt. Und zwar nicht nur entlang des Rheins, Stichwort Daimler, sondern auch in Landau und im Kreis Südliche Weinstraße, wo große Zulieferer Produktionsstandorte haben. Insofern treffen die Schließung des Ronal-Werks und der Stellenabbau bei APL in Landau sowie das Aus für die Eberspächer-Produktion in Herxheim die Südpfalz hart.

Der Kahlschlag betrifft alle

Spätestens jetzt ist klar: Wir leben hier nicht auf der Insel der Glückseligen, auch wenn wir dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung privilegiert waren. Betroffen von Schließungen und massenhaften Stellenstreichungen sind nämlich nicht nur diejenigen, die ihren Job verlieren, sondern alle. Wenn Betriebe ganz oder in Teilen abwandern, sinken auch die Steuereinnahmen der Kommunen – von denen viele schon jetzt unterhalb der Armutsgrenze herumdümpeln. Zudem sinkt unweigerlich die Kaufkraft. Mit der Konsequenz, dass Otto Normalverbraucher doch kein neues E-Bike im Laden um die Ecke bestellt oder sich künftig keine Pizza beim Italiener seines Vertrauens gönnt.

Wie der Wohlstand infolge einer Deindustrialisierung sinkt, wird beim Blick in die benachbarte Südwestpfalz deutlich. Von der Schuhindustrie gesegnet, prosperierte die Region. Mit dem Ende der Schlabbeflickerei begann eine Abwärtsspirale. Heute ist Pirmasens die Stadt mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung Deutschlands.

Nun muss die Entwicklung der Südpfalz nicht zwingend deckungsgleich verlaufen. Die Hiobsbotschaften der vergangenen Monate sind allerdings ein deutliches Warnzeichen, dass gegengesteuert werden muss. Das ist gewiss keine vorweihnachtlich-besinnliche Nachricht, es ist aber die bittere Wahrheit.

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